![]() ![]() Adams Ende OT: Adams Ende Regie: Richard Wilhelmer Drehbuch: Richard Wilhelmer Filmstart: 14.10.2011 | Laufzeit: | Drama |
Adam (Robert Stadlober), der mit seinem Job als Fotograf und der langjährigen Beziehung zu Freundin Anna (Eva-Maria May) eigentlich gefestigt im Leben zu stehen scheint, träumt dennoch vom unbeschwerten Alltag mit seinem besten Freund Conrad (David Winter), der seine Zeit mit Gelegenheitsjobs und ohne feste Beziehung ungebunden verbringen kann. Als Annas Freundin Carmen (Paula Kalenberg) vermehrt ins Leben des Paares tritt, sieht sich Adam neben der Anziehung zu Conrad der neuen, sexuellen Verlockung noch stärker ausgesetzt und verunsichert. Nachdem Carmen Conrad nach einer kurzen Liaison zurückweist, fällt dieser in ein tiefes, emotionales Loch und als Carmen dann plötzlich verschwunden scheint, versucht sich auch Adam von ihm zu entfernen, sucht zugleich aber immer wieder dessen Nähe. Nach einem heftigen Streit zwischen Adam und Anna scheint das Geschehen zu eskalieren und Adams Psyche nach außen zu dringen…
Zu Beginn des Films fühlt sich der Zuseher durch die Kameraführung besonders nahe an den Charakteren, man lässt diesen sozusagen über die Schulter blicken. Dadurch ergibt sich vor allem aber nicht ausschließlich beim Mitte-Zwanzig-Publikum ein großes Identifikationspotential mit den Figuren. Generell spricht die Geschichte rund um Adams Suche nach seinem Glück eine ganze Generation an, nämlich jene, die so viele Möglichkeiten wie noch nie zu haben scheint, persönlich wie beruflich, gerade durch diese Vielzahl aber teilweise überfordert wirkt.
Als kleiner Wehrmutstropfen dieses eigentlich gelungenen Dramas ist das Ende zu sehen, das aufgrund des plötzlichen Handlungsumschlags leider etwas weit hergeholt und im Gegensatz zur ersten Hälfte des Films weniger realistisch erscheint. Dies wird jedoch durch die erfrischenden Performances der Jungschauspieler wettgemacht. Robert Stadlober, der erst kürzlich in Wie man leben soll (2011) zu sehen war, aber auch David Winter, bekannt aus der Fernsehserie 18 – Allein unter Mädchen, beeindrucken in den emotionalen Aspekten ihrer Rollen.
Fazit:
Als Genre-Mix von Beziehungsdrama und Psychothriller zeigt Adams Ende unter der Regie von Richard Wilhelmer eindrucksvoll die Suche eines Mitt-Zwanzigers nach seinem Platz innerhalb der Gesellschaft und den damit zusammenhängenden inneren Kampf mit der eigenen, sexuellen Identität. Ein emotional anspruchsvolles Werk, das mit Tiefgang in die Psyche der Charaktere sowie der erfrischenden Darbietung seitens der Schauspielcrew auf sich aufmerksam macht.
Wertung:
8/10 Punkte
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