Super 8 (2011)

OT: Super 8 - 112 Minuten - SciFi / Mystery
Super 8 (2011)
Kinostart: 05.08.2011
DVD-Start: 05.01.2012 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Super 8

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Auch wenn der Titel danach klingt - nein, hier geht es nicht um eine achtköpfige Superheldentruppe, welche die Menschheit vor mordenden Handyrechnungen rettet! J.J. Abrams, Vater der amerikanischen Kultserie Lost präsentiert hier vielmehr eine Hommage an frühe 80er Teenie- Abenteuerfilme, gemixt mit einem riesigen Monster- Außerirdischen und der ersten großen Liebe. Solche Konzepte haben zumindest vor 30 Jahren funktioniert. Gilt dies für das 21. Jahrhundert womöglich auch?

J.J. Abrams polarisiert spätestens seit dem Staffelfinale der Erfolgsserie Lost und er wird zurecht manchmal als "der Mann, der seine eigenen irren Geschichten nicht mehr auflösen kann" betitelt. Relativ selten beehrt er uns mit Regieführungen in Filmen, seit Cloverfield (als Produzent) und Star Trek sind nun schon einige Jahre vergangen- sein Metier ist und bleibt nun einmal die Sci- Fi- Actionserie. Ob er nun selbst ein großer 80er Jahre (Film)fan ist, oder einfach wieder einmal einen Monsterstreifen für das Kino drehen wollte, nun ist es also soweit: Was anfangs im Internet als 15 Sekunden Teaser mit dem Titel "Prequel zu Cloverfield" auftauchte, kommt bald als eine Hommage typischer 80er Jahre Abenteuerfilme mit Jugendlichen in der Hauptrolle in unsere Kinos. Die große Frage ist jedoch: Ist Super 8 wirklich super?

1979 wird für eine Gruppe von Teenagern ein ganz besonderes Jahr. Der 13- jährige Joe (Joel Courtney) dreht zusammen mit seinen Kumpels unter der Regie seines besten Freundes, dem dicklichen Charles (Riley Griffiths) einen Zombiefilm mit Hilfe einer Super 8 Kamera. (An dieser Stelle ist zumindest die Frage, warum der Film unter seinem Titel erscheint, geklärt) Besonders der weibliche Part im No- Budget Projekt (Elle Fanning – Schwester von Dakokta Fanning) hat es allen angetan. Mitten in der romantischsten Szene an einer verlassenen Bahnstation entgleist der vorbeirasende Zug und erzeugt neben einem verheerenden Sachschaden vor allem viele zu klärende Fragen: Warum taucht plötzlich das Militär in Scharen auf? Warum verschwinden immer wieder Menschen? Welches unheimliche Wesen ist für durch die Luft fliegende Elektroherde und reihenweise zerstörte Autos verantwortlich? Für Joel und seine Clique beginnt ein spannender, lebensgefährlicher Sommer, in welchen aus den Teenagern Männer werden, die ihr Leben riskieren um das ihrer Geliebten zu retten...

Man erkennt sofort: die Story alleine ist nicht wirklich weltbewegend. Sowohl die klischee- behaftete Teenagergruppe mit dem Vorzeige- Dicken, dem lustigen Winzling, dem schüchternen Intelligenzbolzen und dem hübschen aber recht seichten Schönling kennen wir aus jeder Folge der Knickerbockerbande. Dass sich gerade der Schüchterndste in den wunderschönen Female- Part verliebt, ein anderer Freund jedoch auch und dadurch eine Krise innerhalb ihres Kumpeldaseins entsteht, ist auch nicht gerade etwas vollkommen Neues. Und dass ein Monster von einem anderen Planeten die Erde ordentlich aufmöbelt, haben wir doch auch schon irgendwo mal gesehen. Ja, richtig – man sollte von Anfang an über die recht seichte Story hinwegsehen und sich eher visuell in die 80er Jahre fallen lassen.

Denkt man nun an die 80er Jahre, fallen einem natürlich sofort Filmklassiker wie Die Goonies oder Zurück in die Zukunft ein. Man denkt sofort an unterhaltsame Teenagerabenteuer, unterlegt mit stimmiger Musik von ELO, Starship oder Huey Lewis and the News. Man erinnert sich an Star- Karrieren (z.B.: Jamie Lee Curtis oder Michael. J. Fox), die dank solcher Filme begannen und heute noch anhalten. Ja, die 80er waren nicht nur die Jahre der schlechten Modetrends, sondern hatten wahrlich auch ihre guten Seiten. Insofern kann man J.J. Abrams' Intention, gerade so einen Film zu drehen, irgendwie nachvollziehen. Gerade im diesjährigen Kinojahr, wo es nur so von zaubernden Potters, blutsaugenden Edwards und transformierenden Robotern wimmelt, könnte gerade eine altmodische Neuauflage im Stil längst vergangener Zeiten für Erfrischung sorgen. Ja, J.J. Abrams hätte wirklich viel machen können, was er dann jedoch schlussendlich wirklich produziert hat und vor allem warum, ist absolut nicht nachvollziehbar.

In den ersten 45 Minuten fängt alles noch so wunderbar gut an: tolle Musik, liebenswerte Einführung in das turbulente Leben der verschiedenen jugendlichen Charaktere und die obligatorische aufkeimende Teenagerromanze. Man fühlt sich visuell, dramaturgisch und szenarisch wirklich wie in den 80ern. Danach geht es jedoch nur mehr bergab: Abrams konzentriert sich im zweiten Drittel fast ausschließlich auf seine vollkommen überzogenen Actionsequenzen, welche auch derart dominant hervorstechen, dass jeglicher menschliche Charakter unverdient in den Hintergrund gerät. Plötzlich geht es nicht mehr um den schüchternen Hauptdarsteller (Joel Courtney), welcher Anfangs noch unter dem unerwarteten Tod seiner Mutter gelitten hatte – es geht nur mehr um eine Bomben- Explosion hier, eine Massenkarambolage dort und ohrenbetäubenden Lärm überall. Selbstverständlich macht sich J.J. Abrams auch nicht die Mühe das gesamte 'Alien auf Erde' - Konzept zu erklären. Warum denn auch? Wen interessiert es denn schon, wie ein Alien jahrelang unter uns leben konnte und mit seinen 30 Metern Körpergröße niemandem aufgefallen ist? Wen interessiert es, was dieses Ding überhaupt ist, wo es herkommt und was es vor allem will? Lieber noch 2, 3 Häuser in die Luft jagen, anstatt näher auf die inhaltlichen Zusammenhänge eingehen- kennt man doch schon aus seinen anderen Produktionen.

Speziell im letzten Drittel erkennt man dann auch noch deutlich Steven Spielbergs' Handschrift, der die gesamte, eh schon zerschossene Story in ein für ihn typisch kitschig- märchenhaftes Happy End lenkt, dass man als Zuseher fassunglos den Kopf schüttelt. Schade - man hätte so viel machen können, man hätte das Beste aus den 80ern (nocheinmal) herausholen können, man hätte den Beginn neuer spannender Teenager- Geschichten setzen können.

Fazit:
Super 8 hätte viel werden können. Aber hätte, würde, wäre hilft nunmal nichts. Lasche Story, ein total von sich und seinen Effekten eingenommener Regisseur und dann auch noch Spielbergs‘ Obsession für kitschige 0815 Happy Ends:  Super 8 ist - egal wie man es dreht und wendet - (leider!) alles andere als ‚super‘.  

Wertung:
4/10 Punkte
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Ø Wertung: 6.6/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 42
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