Green Lantern (2011)

OT: Green Lantern - 114 Minuten - Action / SciFi
Green Lantern (2011)
Kinostart: 29.07.2011
DVD-Start: 02.12.2011 - Blu-ray-Start: 02.12.2011
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Filmkritik zu Green Lantern

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Christopher Nolan will nächsten Sommer den letzten Teil seiner Batman Trilogie abliefern und da ist es nur verständlich, dass Warner Bros. und DC auf der Suche nach einem würdigen Nachfolger sind. Dieses Jahr schickt man Green Lantern ins Rennen um einmal vorzufühlen ob sich hier nicht eine neue Franchise anbietet. Da man mit Casino Royale Regisseur Martin Campbell einen äußerst soliden Regisseur verpflichtet hat, der durchaus in der Lage ist das Feld für eine neue Filmreihe zu klären, konnte man durchaus gespannt sein. Doch bereits hier kann eines verraten werden: Die Eindrücke des sehr mäßigen Trailers werden auch vom fertigen Film bestätigt und Green Lantern ist viel, aber sicher kein Genrehighlight.

Abin Sur (Temuera Morrison), Mitglied der erlesenen galaktischen Truppe der Green Lantern, wird im Weltraum vom mächtigen, bösen Wesen Parallax angegriffen und kann sich schwer verwundet auf den nächsten Planeten retten: Die Erde. Da er im Sterben liegt sucht sich der Ring, dem er seine Macht verdankt einen neuen, würdigen Besitzer. Die Wahl fällt auf den draufgängerischen Piloten Hal Jordan (Ryan Reynolds). Dieser wird nun in den Rang eines Green Lantern gehoben und muss die Erde vor allen Gefahren schützen. Und diesen Schutz hat unser Planet auch dringend nötig, denn Parallax ist schon auf dem Weg und die anderen Green Lantern unter der Führung von Sinestro (Mark Strong) scheinen machtlos...

Wer den Trailer gesehen hat, der sollte vorgewarnt sein. Martin Campbell wandert nämlich teilweise auf überraschend trashigen Pfaden, das zeigt der Look des Films bereits deutlich. Mit seinem kompromisslos vorgetragenen, knallbunten und teilweise eben sehr gewöhnungsbedürftigen Over-the-top-Comic-Flair begibt sich Campbell visuell aufs Glatteis und schafft es nie so wirklich dieses wieder zu verlassen. Anders als Kenneth Branagh, der mit Thor einen ähnlich eigenwilligen optischen Ansatz verfolgte, gelingt es Campbell nie die leicht trashige Story mit der Optik und dem augezwinkernden Humor unter einen Hut zu bekommen.

So wirkt Green Lantern auch wie ein Stückwerk aus zahlreichen verschiedenen Filmen, die allesamt etwas völlig anderes darstellen wollen. Da ist einerseits die Geschichte von Hal Jordan als verantwortungsloser und stets gut gelaunter Frauenheld, der seinen Platz in der Welt und natürlich die große Liebe sucht, dann gibt es die Ausflüge in den Weltraum zum Planet der Green Lantern, der eigentlich nur als Kulisse zur Einführung in Hals neue Kräfte dient und schließlich gibt es da auch noch den deformierten Wissenschaftler und den übermächtigen Bösewicht, der ja auch noch zu besiegen ist.

Campbell hat diese Ideenfetzen aber leider in keiner Sekunde unter Kontrolle. Man hat stellenweise gar das Gefühl, dass die einzelnen Stränge völlig parallel verlaufen und kaum miteinander zu tun haben. Besonders Hauptbösewicht Parallax bleibt lange im Hintergrund, nur um dann wie aus dem Nichts aufzutauchen und auch schnell wieder abserviert zu werden. Als Stellvertreter darf sich in der Zwischenzeit Peter Sarsgaard als deformierter Hector Hammond versuchen - was dazu genutzt wird um auch noch eine völlig beliebige Vater-Sohn Dynamik ins Spiel zu bringen (übrigens mit einem Tim Robbins als Vater, der gnadenlos verheizt wird).

Und dann gibt es ja auch noch eine gigantische Armada an anderen Green Lantern, die aber eigentlich gar nichts zur Geschichte beitragen. Ja, es wird schnell klar, dass hier vieles gar nicht zusammenpasst. Die Autoren scheinen völlig die Kontrolle über die Geschichte verloren zu haben, sodass an allen Ecken und Enden Handlungsfäden aufgefranst werden, die dann aber einfach vor sich her laufen ohne jemals wirklich Dramatik zu entwickeln. Das führt dazu, dass man zwar vieles halb aber nichts wirklich ganz sieht, sodass ein sehr unrundes Gesamtbild entsteht.

Man spürt auch, dass Martin Campbell mit dieser Seifenoper überhaupt nicht in seinem Millieu ist. Seine sterilen und farblich extravaganten Bilder wirken etwas beliebig und erzeugen kaum Stimmung und der Mix aus mäßiger Action, flachen Gags und einer sehr konfusen Geschichte führt leider ins Nichts. Der einzige Lichtblick ist dabei Ryan Reynolds, der sein bestes gibt um aus dem großen Durcheinandern einen zumindest kurzweiligen Film zu machen. Und tatsächlich gelingt es ihm stellenweise etwas Unterhaltungswert aus Green Lantern herauszuquetschen, der einzig und allein seinem Charme zu verdanken ist. Aber um den Film noch zu retten ist dies freilich zu wenig.

Fazit:
Green Lantern ist eine eher misslungene Comic-Verfilmung, die man getrost auslassen kann - auch als Genrefan. Grund ist, dass die Geschichte eigentlich ein einziges Flickwerk aus aufgerissenen Einzelhäppchen ist, die sich nie zu einem größeren Ganzen zusammenfügen. Auch merkt man, dass Regisseur Martin Campbell hier nicht gerade in seinem Millieu ist, weswegen Green Lantern weder besonders spannend, noch konsistent ist. Lediglich Hauptdarsteller Ryan Reynolds hat sich Mühe gegeben und lässt seinen Charme spielen. Ihm ist es auch zu verdanken, dass das Durcheinander zumindest großteils kurzweilig ausgefallen ist. Aber ansonsten kann man Green Lantern eher als mäßigen Fehlschlag verbuchen.

Wertung:
4/10 Punkte
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Ø Wertung: 5.1/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 30
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