Cars 2 (2011)

OT: Cars 2 - 112 Minuten - Animation / Komödie
Cars 2 (2011)
Kinostart: 28.07.2011
DVD-Start: 01.12.2011 - Blu-ray-Start: 01.12.2011
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Filmkritik zu Cars 2

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Der Animationsfilm gehört schon seit Jahren zum Besten was Hollywood zu bieten hat. Und die Besten der Besten sind zweifellos die kreativen Köpfe von Pixar, die Jahr für Jahr zeigen, dass sie der Konkurrenz einen Schritt voraus sind. Egal ob der Film nun Ratatouille, Wall-E, Oben oder Toy Story 3 heißt, die Herzen der Filmfans und der Kritiker eroberten sie im Sturm - und die jährliche Oscarverleihung dominierten sie ganz nebenbei auch noch souverän und höchst verdient. Das könnte sich aber dieses Jahr das erste Mal seit 2006 (als Pixar den ersten Cars Teil rausbrachte) ändern - denn Cars 2 ist zwar ein sehr sympathischer und unterhaltsamer Film, aber dennoch vom gewohnten Pixarniveau ein Stück entfernt. Und ganz beiläufig sei auch erwähnt, dass Cars 2 noch nicht einmal der beste Animationsfilm des Jahres bis jetzt ist, denn diese Ehre gebührt nach wie vor Rango - und das kommt in Anbetracht der Pixarvita doch überraschend.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat Lightning McQueen in der Kleinstadt Radiator Springs ein glückliches Zuhause gefunden. Er hat dort alles was er braucht: Seine Freundin Sally, seinen besten Kumpel Mater und jede Menge freundliche Nachbarn. Nach einer anstregenden Rennsaison hofft McQueen eigentlich, dass er seine Freizeit genießen kann, aber das Schicksal hat einen anderen Plan für ihn: Denn ein geläuterter Öl-Tycoon will einen neuen Bio-Kraftstoff auf den Markt bringen und zur Promotion plant er den World Grand Prix, bei dem sich die besten Rennwagen der Welt gegeneinander messen sollen. Und das lässt sich Lightning McQueen natürlich nicht nehmen, besonders da die Welt äußerst gespannt ist wer wirklich der schnellste Rennwagen ist: Er, oder der rasante Italiener Francesco Bernoulli...

Was sofort auffällt: Erneut ist es Pixar sehr gut gelungen die neuen Möglichkeiten der technischen Entwicklung organisch in den Film einzubauen, ohne dass es wie bloßer Selbstzweck wirken würde. Die Schauplätze werden auf Grund der Story vielfältiger und mit viel Liebe zum Detail animiert. Überall lassen sich viele liebevoll gestaltete Anspielungen und Klischees entdecken mit denen die Animateure ihren Schauplätzen Tribut zollen. Die zahlreichen besonderen Anspielungen besitzen sehr viel Charme und dieses grandioses Zusammenspiel aus technischer Perfektion und den liebevollen Charakteren ist immer noch eine absolute Stärke von Pixar.

Leider ist aber im Fall von Cars 2 der Mix nicht so umwerfend geglückt wie in den meistern Filmen des Studios (ganz besonders in den letzten Jahren wurde man ja geradezu verwöhnt was kreative Ideen und die dazu gehörende schnörkellose Umsetzung betrifft). Bereits die Wahl der Hauptfigur mutet etwas seltsam an: War in Cars noch Lightning McQueen der unangefochtene Star des Films, rückt nun eher der schräge Sidekick Mater in den Fokus. Doch so ganz scheint man sich doch nicht auf die Zugkraft des sympathischen Schrottwagens mit brutalem Akzent zu verlassen. Dies führt jedoch dazu, dass Cars 2 etwas hin- und hergerissen wirkt zwischen McQueen und Mater und der Fokus etwas verschwommen scheint.

Gut gelungen sind hingegen die neuen Figuren, ganz besonders das Spionagefahrzeug Finn McMissile, im englischen Original großartig von Michael Caine vertont. Der britische Geheimagent bringt eine Prise James Bond in Cars 2, sodass der Film ein starker Genremix zwischen Agentenfilm, Autofilm, Actionfilm und Familienkomödie geworden ist. Dank der optischen Pracht und der dynamischen Inszenierung ist das Spektakel auch stets kurzweilig anzusehen. Leider vermisst man aber speziell im letzten Dritten die Finessen, die eigentlich immer das Zünglein an der Waage sind und die Pixarfilme von den anderen Animationsfilmen aus Hollywood abheben.

So ist in Cars 2 alles etwas “normaler” als man es von Pixar gewohnt ist. Bei den Figuren wurden kaum Risiken eingeangen, stattdessen sind sie eher glatt, stereotyp und mainstreamkonform (aber deshalb nicht weniger liebenswert) gehalten und man verlässt sich nicht durchgehend auf den Charme der Geschichte und die Feinheiten der Charaktere, sondern rückt stellenweise doch sehr die Actionmomente ins Zentrum. Speziell im letzten Drittel des Films ist hier deutlich zu erkennen, dass der Schwerpunkt des Films nicht unbedingt da liegt wo man es von Pixar gewohnt ist. Dank den vielen Details und der liebevollen Inszenierung ist Cars 2 aber dennoch ein unterhaltsamer und gelungener Animationsfilm geworden.

Fazit:
Pixars Reihe an Meisterwerken ist vorerst einmal durchbrochen. Denn nach grandiosen Filmen wie Ratatouille, Wall-E, Oben und Toy Story 3 darf man durchaus etwas enttäuscht sein, dass Cars 2 lediglich ein “guter” Film geworden ist. Die Action rückt leider etwas zu sehr ins Zentrum, die Geschichte und die Figuren sind etwas zu mainstreamkonform und man vermisst schlicht den Mut und die Vision, die Pixar ansonsten so auszeichnet. Trotzdem: Cars 2 ist ein sehr sehenswerter Animationsfilm der Spaß macht. Mit viel Liebe zum Detail und einer beachtlichen optischen Pracht wird der Film Animationsfans sicher zufriedenstellen - auch wenn man von Pixar wohl mehr erwartet hätte.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 6.2/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 17
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