Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 (2011)

OT: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 2 - 130 Minuten - Fantasy / Abenteuer
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 (2011)
Kinostart: 14.07.2011
DVD-Start: 18.11.2011 - Blu-ray-Start: 18.11.2011
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Filmkritik zu Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2

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Harry Potter geht also in die letzte Runde. Was die Herr der Ringe Fans im Jahr 2003 durchmachen mussten blüht nun auch den Anhängern von J.K. Rowlings berühmter Schöpfung: Nachdem man sich Jahr für Jahr auf einen neuen Teil der Reihe freuen konnte, ist nun tatsächlich das Ende erreicht. Ganz besonders für Warner Bros. dürfte dieser Abschied schwer fallen, denn die Potter-Millionen werden sicher schmerzhaft in der Jahresbilanz fehlen - weswegen man die Reihe auch schon künstlich verlängerte und das Finale auf zwei Teile splittete. Was die Fans aber wohl viel mehr interessieren dürfte: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 ist gelungen und sorgt für einen schönen und spannenden Abschied von einer liebgewonnen Filmreihe.

Harry Potter (Daniel Radcliffe) und seine beiden Freunde Hermine Granger (Emma Watson) und Ron Weasley (Rupert Grint) sind nach wie vor unterwegs um die verbleibenden Horkruxe zu vernichten, die verhindern, dass der dunkle Lord Voldemort (Ralph Fiennes) getötet werden kann. Und nach einer abenteuerlichen Reise stellt sich heraus, dass eines der Artefakte an einem sehr bekannten Ort versteckt ist: In Hogwarts. Und dort soll es auch zur finalen Schlacht zwischen Voldemorts Schergen und den verbliebenen guten Zaubereren kommen, die sich in der Schule verbarrikadiert haben...

Beginnen wir zunächst mit dem größten Kritikpunkt am Film: Man spürt es, dass Harry Potter und die Heiligtümer des Todes eigentlich ein Film ist, und die Aufteilung wohl hauptsächlich aus finanziellen Gründen stattgefunden hat. Deshalb kommt es nun auch speziell beim letzten Film zu der prekären Situation, dass die Handlung eigentlich weitgehend dem ersten Teil des Doppelfilms überlassen wurde und der zweite Teil dafür verantwortlich ist die Reihe mit einem glühenden Effektknall zu beenden. Man merkt so durchaus, dass eigentlich nur mehr vergleichsweise wenig Geschichte, aber dafür umso mehr Action vorhanden ist.

Positiv hingegen ist, dass Regisseur David Yates scheinbar endlich in Form gekommen ist. Er, der die Reihe ab dem fünften Teil übernommen hat, ist wohl der schwächste Regisseur des Franchise. Sein Einstand (Harry Potter und der Orden des Phönix) war auch der einzige qualitative Ausrutscher nach unten, danach ging es aber mit Harry Potter und der Halbblutprinz, bzw. Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1 bereits spürbar bergauf. Mit dem Finale hat Yates aber nun endlich das Niveau erreicht, dass man sich von Anfang an von ihm gewünscht hätte. Man spürt, dass die Reihe erwachsen geworden ist - angefangen beim Look und endend bei der Dunkelheit der Story.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 startet auch gleich nahtlos beim Ende des Vorgängers. Es gibt keine Zeit zu verschenken und David Yates dirigiert seine Darsteller souverän durch den Verlauf der Geschichte. Die verschiedenen Locations punkten mit hohem Detailgrad, die Darsteller spielen durch die Bank sehr gut und die Effekte überzeugen ebenfalls mit ihrer Schönheit. In der ersten Hälfte des Films gelingt es dem Film eine wunderbare Abenteuerstimmung zu entfesseln und man hat hier tatsächlich den Eindruck, dass sich alle Beteiligten würdevoll von der Reihe verabschieden möchten.

Spätestens bei der Schlacht um Hogwarts lässt Yates dann auch die Effektmuskeln spielen und appeliert an die Emotionen der Zuseher. Visuell orientiert man sich dabei auch schon einmal ein Peter Jacksons grandioser Herr der Ringe Trilogie und Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 ist dabei über weite Strecken großartiges Unterhaltungskino, das die Fans der Reihe sicherlich zufrieden stellen wird. Der abschließende Kampf zwischen Harry Potter und Lord Voldemort kann zwar das vorige Spektakel nicht mehr unbedingt toppen, aber überzeugt ebenfalls durch eindrucksvolle Effekte und eine spannende Inszenierung.

Etwas schade ist jedoch, dass so mancher der liebgewonnen Charaktere der Reihe nicht mehr besonders viel Aufmerksamkeit bekommt. Viele der ehemals wichtigen Figuren bekommen nur bessere Chameoauftritte, was doch sehr schade ist. Großartig sind hingegen erneut die zahlreichen wunderbaren britischen Darsteller, die ihre Rollen herrlich verkörpern. Leider wirken so manche von ihnen fast verheizt, da sie kaum in Erscheinung treten dürfen. Etwas schade ist außerdem, dass der Epilog des Films, der das Schicksal der Beteiligten 19 Jahre nach den Ereignissen der Geschichte zeigt, nicht besonders gelungen ist. Dies liegt vor allem daran, dass die Darsteller eher wirken als hätten sie sich schnell für ein Schultheaterstück als Erwachsene verkleidet.

Trotzdem: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 hat sicher seine Schwächen, aber es ist wohl dennoch der beste Harry Potter Film von David Yates. Die Geschichte wird zu einem stimmungsvollem Ende gebracht, die Effekte überzeugen genauso wie die Darsteller und die Atmosphäre und obwohl der Großteil des Films eher aus Action, als aus Geschichte besteht, schafft er es dennoch sehr geschickt für Spannung zu sorgen. Ja, der letzte Teil der Harry Potter Reihe ist gelungen, aber Fans der Reihe werden sich den Film ohnehin nicht entgehen lassen. Aber das ist auch gut so, denn Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 liefert wunderbares Unterhaltungskino.

Fazit:
Regisseur David Yates liefert mit Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 seinen wahrscheinlich besten Harry Potter Film ab (er hat die Teile 5,6,7 und 8 inszeniert). Zwar fehlen einzelne kreative Geistesblitze (wie etwa die animierte Geschichte der Heiligtümer des Todes aus Teil 7), aber das wird kompensiert durch eine höchst unterhaltsame und spannende Effektschlacht, die für Fans der Reihe einiges bietet. Über einzelne Schwächen, wie z.B. dass zahlreiche der großartigen Darsteller nur mehr in kleinen Rollen auftreten, kann man durchaus hinwegsehen. Denn der Abschluss der Harry Potter Reihe ist gelungen und sehr sehenswert.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.2/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 84
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