Transformers 3 (2011)

OT: Transformers: Dark of the Moon - xx Minuten - Action / Abenteuer / SciFi
Transformers 3 (2011)
Kinostart: 29.06.2011
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Transformers 3

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Zu Beginn waren sicher nicht wenige äußerst skeptisch, als bekannt wurde, dass Hollywoods Explosionsexperte Michael Bay einen großen Blockbuster rund um eine Spielzeugreihe in die Kinos bringen will. Böse Zungen konnten gar behaupten, dass Bay nur eine weniger verdeckte Form des Product Placements entwickeln wollte. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass Bay immer schon Probleme mit den menschlichen Emotionen hatte, konnte man durchaus gespannt sein, was er aus den Robotern macht. Und überraschenderweise gelang ihm der Auftakt der Transformers Reihe überraschend gut - Coming of Age Geschichte ging Hand in Hand mit großflächiger Roboteraction und für Genrefans wurde eine gewaltige Show geboten. Der zweite Teil der Reihe hingegen wurde zum konfusen Durcheinander. Doch dieser Aussetzer ist in Anbetracht der atemberaubenden Effektshow des dritten Teils vergeben und vergessen.

Sam Witwicky (Shia LaBeouf) ist ein waschechter Held, der gemeinsam mit den Autobots die Welt zweimal vor dem sicheren Untergang bewahrt hat - als dank gab es dafür eine Medaille, aber im Alltag hilft ihm diese Vergangenheit nicht gerade weiter. Zwar hat er den Verlust seiner letzten Freundin mit der Traumfrau Carly Miller (Rosie Huntington-Whiteley) gut kompensieren können, dass er aber keinen Job findet nagt trotzdem ziemlich am männlichen Ego. Vor allem, da seine Freundin die Assistentin des reichen Charmeurs Dylan Gould (Patrick Dempsey) ist. Doch all diese alltäglichen Sorgen werden nur Nebensache, als die Decepticons erneut versuchen die Welt zu zerstören...

Wer sich in einen Michael Bay Film setzt, der sollte mittlerweile eigentlichen wissen worauf man sich einlässt. Denn wenn man ehrlich ist, dann sind Schwächen und Stärken des Regisseurs über die Jahre stets gleich geblieben, das Einzige, das sich geändert hat ist die Technik, die Bay immer mehr Möglichkeiten gibt seine Stärken auszuspielen. Doch Geschichtenerzähler ist er nun einmal keiner und so ist es auch nicht verwunderlich, dass ihm die Momente mit den Robotern deutlich besser gelingen als die Momente mit Menschen aus Fleisch und Blut. Leider hat man so stelleweise das Gefühl, dass der Cast des Films schlicht verheizt wird und auch auf emotionaler Ebene springt der Funke nur selten über - und wenn, dann eher in der zweiten Hälfte, wenn Bay die Muskeln des Effektkinos ordentlich spielen lässt.

Verwunderlich ist dies insofern, da es dem ersten Teil der Transformers Reihe (überraschenderweise) gelungen ist die Charaktere und die Effekte ausgezeichnet unter einen Hut zu bekommen. Transformers 3 hingegen hat mit diesem Brückenschlag relativ große Probleme (auch wenn Bay diese Probleme deutlich besser als beim zweiten Teil kaschieren kann). Dies liegt vor allem daran, dass die Geschichte des Films sehr unrund ist. Man schafft es nie die Einzelteile wirklich befriedigend miteinander zu verknüpfen, sodass Transformers 3 eher zerstückelt wirkt und die verschiedenen Abschnitte des Films oft stilistisch recht unterschiedlich ausgefallen sind.

Dabei würde die Geschichte durchaus interessant beginnen: In den 60er Jahren stürzt ein UFO (vom Planet der Transformer) auf den Mond und wird so ein wesentliches Element im Kalten Krieg und eine Triebfeder rund um den Wettlauf zum Mond zwischen Russen und Amerikanern. Vielleicht von Oliver Stones JFK inspiriert mischt Bay hier Archivaufnahmen mit nachgestellten Szenen, aufgenommen mit unterschiedlichen Ausgangsmaterialien, und bringt damit durchaus einen netten Touch in den Film. Zumindest aber erkennt man, dass sich das Kreativteam wieder etwas mehr Mühe gegeben hat und tatsächlich versucht hat mit interessanten Ideen zu punkten. Dabei gibt es aber leider einen Haken: Der interessante Ansatz wird nach 15 Minuten fallengelassen und spielt in Folge absolut keine Rolle mehr für den Film.

Diese Ambivalenz verfolgt Transformers 3 auch noch ein gutes Stück. Der Film nimmt sich wirklich viel Zeit um die Fäden auszulegen und so ist ein Großteil der ersten Hälfte auch der Vorbereitung des Showdowns gewidmet. Dabei geleiten die altbekannten Darsteller (Shia LaBeouf, John Turturro, Josh Duhamel, Tyrese Gibson, usw.) solide durch den Film und Michael Bay lockert das Geschehen schon einmal durch einige Gags auf - diese sind zwar eher auf seichtem Niveau, aber das passt schon so für diese Art Film und man kann sich auch nicht wirklich beschweren. Die neuen Figuren sind mal mehr (John Malkovich als genial schräger Boss), mal weniger (Ken Jeong als furchtbar deplatzierter Verschwörungstheoretiker) gelungen und hinterlassen manchmal gemischte Gefühle (Neu-Blickfang Rosie Huntington-Whiteley, die ihre Sache solide macht, aber leider nicht an Megan Fox heranreicht).

Das Problem an der ersten Hälfte ist aber folgendes: Zwar gelingt es Michael Bay durchaus den Unterhaltungswert hoch zu halten, aber durch die zahlreichen Nebenfiguren, die allesamt ihre Zeit bekommen, hat man den Eindruck, dass zwar viel Zeit für die Einführung verwendet wird, aber so richtig kennen lernt man eigentlich keine der Figuren. Hier hätte man den Film deutlich straffen können. Man hat auch irgendwie das Gefühl, dass der Film hier manchmal etwas auf der Stelle tritt und sich die Story nicht wesentlich entwickelt - aber wenn Michael Bay das alles hinter sich lässt und mit der unbestritten epochalsten Effektshow des Jahres beginnt, sind all diese Probleme vergeben und vergessen.

Denn was Michael Bay in der zweiten Hälfte loslässt, ist schlicht unbeschreiblich. Die Effekte des Films sind ein Wunderwerk der Technik und von einer solchen überwältigenden visuellen Kraft, dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Bay war immer schon ein Garant für spektakuläres Effektkino, aber mit Transformers 3 erreicht er ein neues Level - die Zerstörung von Chicago und die epische Schlacht im Umfeld dieser Zerstörung gehören schlicht zu den effekttechnisch beeindruckendsten Szenen, die es bisher zu sehen gab. Vor allem, da Bay ein herausragendes Gespür für die Dynamik dieser Kampfszenen hat und es schafft beeindruckende Bilder wie am Fließband zu produzieren.

In punkto 3D hat sich die Zusammenarbeit mit James Cameron wirklich gelohnt. Zwar spielen sich die 3D Effekte in der ersten Hälfte noch nicht so auf, aber spätestens wenn Bay die Effektbombe des Jahres zündet, versteht man warum er sich dazu entschieden hat die neue Technik zu verwenden. Das Tiefengefühl verstärkt die Immersion von Bays Zerstörungsorgie zusätzlich und als Zuseher wird man förmlich in diesen Zerstörungsstrudel hineingesaugt. Viele 3D Filme der letzten Zeit haben sich als lieblos konvertierte Enttäuschungen erwiesen - Transformers 3 zeigt aber wieder einmal welches Potential in der neuen Technik steckt.

Fazit:
Wie lautet also das abschließende Urteil? Transformers 3 ist sicher nicht ohne Schwächen. Michael Bay ist nun mal nicht Christopher Nolan und ein großer Geschichtenerzähler war er noch nie. So wundert es auch nicht, dass die Geschichte stellenweise unrund ist und viele Ideen nicht zu Ende gedacht wurden. Aber: Man merkt wirklich, dass sich hier jemand die Kritik am zweiten Teil der Reihe zu Herzen genommen hat. Man hat sich bemüht, einiges ausprobiert und generell wieder mehr Liebe zum Detail in den Film gesteckt. Und spätestens wenn Bay in der zweiten Hälfte die Effektmuskeln spielen lässt, sind alle Kritikpunkte wie weggeblasen. Transformers 3 ist ein visuell atemberaubendes Effektfeuerwerk, das den neuesten Stand der Technik vorzeigt und dabei sicher einige Kinnladen runterklappen lässt. Effekttechnisch lässt Transformers 3 die Konkurrenz weit hinter sich und die 3D-Effekte sind wohl die besten seit Avatar. Zwar ist der Film insgesamt nicht so rund und stimmig wie der erste Teil der Reihe, aber Effektjunkies brauchen keine Sekunde zögern - denn bombastischer als in Transformers 3 wird es wohl in nächster Zeit nicht mehr zugehen. Ach ja: Am besten im IMAX und in 3D ansehen!

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 84
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