X-Men: Erste Entscheidung (2011)

OT: X-Men: First Class - xx Minuten - Action / Abenteuer
X-Men: Erste Entscheidung (2011)
Kinostart: 11.06.2011
DVD-Start: 14.10.2011 - Blu-ray-Start: 14.10.2011
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Filmkritik zu X-Men: Erste Entscheidung

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X-Men unter der Regie von Bryan Singer war im Jahr 2000 ein wichtiges Signal für die Traumfabrik: Der Film zeigte nämlich, dass gute Comic-Verfilmungen, von guten Regisseuren tatsächlich auch gutes Geld einspielen können, was in weiterer Folge ja zu Perlen wie Batman Begins, The Dark Knight, Watchmen oder Sin City, aber auch zu unterhaltsamen Blockbustern wie Spider-Man, Iron Man, Thor, und wie sie nicht alle heißen mögen geführt hat. Doch nach drei X-Men Teilen und einem Spin-Off (Wolverine), erfahren wir nun endlich wie alles begonnen hat, und warum die beiden Freunde Professor Xavier und Magneto unterschiedliche Wege gegangen sind. Herausgekommen ist ein kurzweiliges und sehr unterhaltsames Spektakel mit zwei grandiosen Hauptdarstellern.

Auschwitz, während des zweiten Weltkriegs: Erik (jung: Bill Milner, erwachsen: Michael Fassbender) erlebt als Jude die Schrecken Nazideutschlands direkt mit. Er muss mitansehen, wie seine Mutter von Sebastian Shaw (Kevin Bacon) erschossen wird. Shaw versucht die durch Mutation hervorgerufenen Kräfte in Erik zu wecken - was ihm auch gelingt, denn die Wut entfacht seine Macht Metall nach seinen Vorstellungen zu beeinflussen. In den 60er Jahren ist Erik auf einem blutigen Rachefeldzug um die Tyrannen seiner Kindheit zu stellen, allen voran natürlich Shaw. Währenddessen arbeitet Charles Xavier (James McAvoy) an seiner wissenschaftlichen Karriere. Er und seine beste Freundin Raven (Jennifer Lawrence) sind ebenfalls Mutanten und Charles will dem Phänomen wissenschaftlich auf den Grund gehen. Doch auch die CIA hat bereits Wind von den Mutanten bekommen, die sich überall auf der Erde häufen, und hat ganz eigene Pläne mit ihnen...

Regisseur Matthew Vaughn hat bereits mit Der Sternenwanderer und Kick-Ass bewiesen, dass er ein Gespür für Comic-Verfilmungen hat und untermauert seinen Ruf nun auch mit dem lange erwarteten X-Men Prequel, das den Grundstein für die späteren Erzählungen liefert. Zwar setzt Vaughn mit den gebotenen Spezialeffekten nicht gerade neue Standards, aber das muss er auch gar nicht. Sein Film punktet viel eher mit den wirklich sehr guten Darstellern, der höchst unterhaltsamen Inszenierung und auch der interessanten Story, die nicht nur die Wege für die späteren Filme vorbereitet, sondern auch einen spannenden Bezug zur wirklichen Geschichte hat.

Denn X-Men: Erste Entscheidung nutzt die stattfindende Kuba-Krise nicht nur als Kulisse, sondern verknüpft die weltliche Handung mit der Geschichte des Films, was Superschurke Sebastian Shaw kurzerhand auch zum Drahtzieher hinter dem kulminierenden Kalten Krieg in Erscheinung treten lässt. Matthew Vaughn schafft sich hier dank augenzwinkernden Anspielungen ein schönes Szenario, aber leider bleibt der Film hier zu stark an der Oberfläche haften. Das Verschmelzen der fiktiven, mit der realen Handlung geschieht nur äußerst holprig und geht auch nicht wirklich in die Tiefe, was insofern schade ist, da gerade dieser Ansatz sehr viele Möglichkeiten geboten hätte.

Dies hängt auch mit dem etwas enttäuschenden Bösewicht Sebastian Shaw zusammen. Zwar gibt sich Kevin Bacon sichtlich Mühe der Figur Leben einzuhauchen, aber die Handlungen dieses ultimativen Schurken, wirken leider nicht mehr sonderlich zeitgemäß, da ihm jegliche Ambivalenz fehlt und er eigentlich nur böse ist, damit der Film einen Gegenspieler hat. In Wahrheit spielt Shaw aber ohnehin nur die zweite Geige, bzw. stellt er einen reinen Antriebsmotor für die Geschichte dar, denn die wirklich interessanten Szenen spielen sich vornehmlich zwischen den “guten” ab.

Ein besonderes Highlight ist dabei der Beginn des ewigen Duells zwischen Professor Xavier und Magneto. Verbunden durch Respekt und eine scheinbar tiefe Freundschaft, erwachsen aus gegenseitigem Verständnis, sind sie dennoch dazu verdammt auf unterschiedlichen Seiten zu stehen. Professor Xavier glaubt an die friedliche Koexistenz zwischen Menschen und Mutanten, während Magneto, natürlich auch auf Grund seiner Erfahrungen mit den Nazis, einen neuen Holocaust fürchtet, und deshalb lieber in Angriffsstellung geht. Matthew Vaughn versteht es geschickt die Fäden für den späteren Konflikt zwischen den beiden auszulegen, und zeigt uns wie alles seinen Anfang genommen hat.

Der Grund, warum dies so gut funktioniert sind vor allem die ausgezeichneten Darsteller. James McAvoy überzeugt als junger Professor Xavier, der bislang eher die Vorteile des Mutantendaseins genießen konnte, da er keine sichtbare Mutation verbergen müsste, aber ganz besonders Michael Fassbender brilliert in der Rolle des Magneto. Fassbender, der ohnehin immer großartig ist, reißt die Szenen förmlich an sich und überzeugt mit einer eindrucksvollen Präsenz und einer gelungen verkörperten Charaktertiefe. Besonders im Zusammenspiel zwischen den beiden entwickelt sich eine besondere Dynamik und auch ein sehr hoher Unterhaltungswert. Auch Kevin Bacon und Jennifer Lawrence bleiben in Erinnerung - und besonders der kurze Cameo-Auftritt von Hugh Jackman wird die Fans sicher freuen.

Insgesamt betrachtet ist X-Men: Erste Entscheidung ein Prequel, das die Fans der Reihe sicher zufrieden stellen wird. Der Unterhaltungswert ist hoch, die Action stimmig und die Geschichte, besonders was das Zusammenspiel zwischen James McAvoy und Michael Fassbender angeht, gelungen. Die guten Darsteller, die stilsichere Regie und der sehr lockere Fluss, sind ohnehin die größten Pluspunkte des Films. Comic-Fans und X-Men-Fans im Besonderen sollten sich den Film nicht entgehen lassen. Etwas schade ist hingegen, dass der Bösewicht des Films wenig ambivalent ist und eigentlich nur ein klassischer Superschurke alá James Bond ist.

Fazit:
X-Men: Erste Entscheidung ist eine gelungene Ergänzung des X-Men-Universums und zeigt uns wie alles seinen Anfang genommen hat. Besonders dank den tollen Darstellern (James McAvoy und Michael Fassbender ergänzen sich grandios) und der unterhaltsamen Inszenierung ist der Film ein Pflichttermin für alle Fans der Reihe. Etwas schade ist jedoch, dass sich Kevin Bacon als Superschurke zwar alle Mühe gibt, aber gegen den etwas flachen Charakter seiner Figur chancenlos ist. Dennoch: X-Men: Erste Entscheidung ist ein unterhaltsamer und gelungener Film, der Comic-Fans sicher zufrieden stellen wird.

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.4/10 | Kritiken: 5 | Wertungen: 81
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