Priest (2011)

OT: Priest - xx Minuten - Action / SciFI
Priest (2011)
Kinostart: 13.05.2011
DVD-Start: 06.10.2011 - Blu-ray-Start: 06.10.2011
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Filmkritik zu Priest

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Seit Ewigkeiten tobt der Kampf zwischen Menschen und Vampiren. Und natürlich haben die Menschen nicht den Hauch einer Chance gegen diese übermächtigen, brutalen, unaufhaltsamen Bestien, als die sie in Priest dargestellt werden. Erst als die Menschheit eine Geheimwaffe entdeckt, wendet sich das Blatt. Die Geheimwaffe ist nichts anderes als Priester. Aber es sind keine stinknormalen Priester. Es sind extrem coole (oder sollen es zumindest sein) Diener Gottes, die über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen, die sie dafür prädestinieren massenweise Vampire abzuschlachten. Dank ihnen, können die restlichen Vampire in Reservate gepfercht werden und die Menschheit erlangt endlich Erleuchtung in Form einer alles Beherrschenden, diktatorischen Kirche.

Na wenn das nicht der Himmel auf Erden ist. Doch das ist erst der Anfang. Just jene Priester, die der Kirche und damit gleichbedeutend auch der Menschheit geholfen haben, diese grausame Gefahr zu bannen, werden verstoßen und müssen ein schlichtes Dasein führen. Dieser Umstand ändert sich schlagartig, zumindest für einen Priester (Paul Bettany), natürlich den besten unter ihnen, als die Tochter seines Bruders von Vampiren entführt wird. Dabei kamen sowohl sein Bruder, als auch dessen Frau ums Leben. Sogleich begibt sich der Priester ins Ödland, um die Vampirbrut aufzuspüren und schwört, seine Nichte zu töten, falls sie infiziert ist. Seinen Partner, dem örtlichen Jungsheriff (Cam Gigandet), gefällt das gar nicht, denn er liebt die Nichte.

Die Handlung ist nichts neues, darauf braucht sich der Drehbuchautor Cory Goodman nichts einbilden, denn im Grunde handelt es sich hierbei um nichts weiter als einer Neuauflage von John Fords Klassiker The Searchers, reingezwängt in ein Sci-Fi Gewand und statt Indianer hat man halt Vampire. Wäre alles nicht so schlimm, wenn Priest eine zumindest annähernd tief greifende Ambivalenz aufweisen würde wie sein Westernvorbild. Doch davon ist Priest weit entfernt. Vergebens sucht man hier nach vielschichtigen Figuren oder einer zeitgenössischen Auseinandersetzung von Gut und Böse, mit dem Kunstgriff gleichzeitig eine spannende, unterhaltsame Geschichte zu erzählen.

Spannung ist bei Priest nur ein oberflächliches Vergnügen, denn unter einer meterhohen Schicht aus unoriginellen Actionszenen und mittelmäßigen Effekten (und einer vollkommen unnötigen 3D Konvertierung) versteckt sich die Langeweile wie ein Parasit, der sich in jeden Kader des Films eingenistet hat. Es wird jedoch zweifellos Zuschauer geben, die sich von diesem Blendwerk an Bombast und Spektakel täuschen lassen werden und somit selbst die abgedroschene Action und klischeebeladenen Dialoge nicht bemerken. Jene können sich glücklich schätzen, zählen sie doch zu jenem Teil des Publikums, dass dieses Machwerk in der Tat unterhaltsam findet. All jene traurigen Zeitgenossen, denen das nicht genügt, erwartet nichts gutes, wenn sie sich in Priest setzen und im Kinosessel zurück lehnen.

Das einzige woran man sich dann noch erfreuen kann, ist das gelungene Set Design und das postapokalyptische Ambiente (wenngleich es von unzähligen anderen Filmen geklaut wirkt und stellenweise sogar an solch einschlägige Werke wie Judge Dredd erinnert). Dennoch weiß die futuristische Welt innerhalb der Stadt und das zerstörte Ödland außerhalb zu gefallen und bietet zumindest einen kleinen visuellen Anreiz. Davon bleibt leider nur herzlich wenig übrig, sobald die Figuren ihren Mund aufmachen und sinnlose, unglaubwürdige, vor Klischees triefende Dialoge von sich geben. Selbst ansonsten gute Schauspieler wie Paul Bettany, Brad Dourif oder Christopher Plummer können angesichts dieses schier hoffnungslosen Unvermögens seitens des Regisseurs Scott Charles Stewart und des Drehbuchautors nichts weiter tun als hölzern und leblos zu agieren.

Was wohl daran behaftet ist, dass es in Priest keine wirklich gut ausgearbeiteten Figuren gibt. Es findet sich nichts weiter als eine Ansammlung eindimensionaler Wesen, die keinerlei Leben ausstrahlen, deren Gesprächsstoff einzig und allein daraus besteht ihre Schicksale wiederzugeben, denn anders könnte der Zuschauer niemals darauf schließen, was tatsächlich im Inneren der Figuren vor sich geht. Priest folgt dem beliebten Beispiel anderer Filme, in denen Figuren nicht mehr handeln und ihr inneres Leiden durch den Konflikt mit ihrer Umwelt ausgedrückt wird, sondern die dazu gezwungen sind alles in Worte zu verpacken, damit auch ja niemand missverstehen kann, was sie alles so zu ertragen haben. Dadurch wird man mit redundanten Dialogen beglückt, auf die man eigentlich gut und gerne verzichten kann. Was dazu führt, dass Priest sogar ein Stummfilm sein könnte, denn so gut wie jeder Satz, den eine Figur von sich gibt ist, verzichtbar.

Gleiches gilt im übrigen auch für die Handlung, sofern etwas derartiges im Falle dieses Films überhaupt vorhanden war (laut Credits war es das ja schon). Nicht nur, dass sie vor Logikfehlern strotzt, sind auch die „Wendungen“ dermaßen unglaubwürdig, dass es nicht unbedingt von eigener Originalität zeugt, wenn man sie als Zuschauer vorhersehen kann. Interessanterweise ist der animierte Vorspann, der die Hintergrundgeschichte des Films erklärt (und Erklärung ist doch eigentlich etwas, dass in einem Film nichts verloren hat), liebevoller gestaltet und erzeugt mehr Spannung, als der gesamte restliche Streifen. Schade. Denn wenn man das vorher weiß, kann man den Kinosaal danach eigentlich verlassen, viel erwartet einem ohnehin nicht mehr. Vielleicht nützt dieser Warnhinweis ein wenig und zukünftige Besucher von Priest gehen nicht mit allzu großen Hoffnungen ins Kino. Womöglich gefällt ihnen der Film dann besser und die Enttäuschung ist nicht zu groß. Es wäre zu wünschen.

Fazit:
Dass ein Film mit dem Titel Priest nicht ganz ohne religiösem Hauch auskommt ist verständlich, doch zum Glück werden auch die üblen Seiten davon gezeigt, wenngleich das ganze Thema nur sehr am Rande gestreift wird und religiöse Symbole oftmals nur „geschickt“ getarnte Waffen der Priester darstellen. Was abgesehen davon bleibt, ist eine profane, unoriginelle und vorhersehbare Handlung, langweilige Actionszenen, Klischees, sinnlose Dialoge und hölzerne Darsteller. Den einzigen Schauwert bezieht Priest aus seinem futuristischen und post-apokalyptischen Ambiente und dem gelungenen Vorspann. Das reicht zwar leider nicht um über die zahlreichen Schwächen des Films hinweg zu täuschen, aber mit der nötigen geringen Erwartungshaltung, kann man Priest zumindest für kurze Zeit genießen.

Wertung:
2/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 4.3/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 17
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Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015