Source Code (2011)

OT: Source Code - 93 Minuten - Action / SciFi / Thriller
Source Code (2011)
Kinostart: 02.06.2011
DVD-Start: 03.11.2011 - Blu-ray-Start: 03.11.2011
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Filmkritik zu Source Code

Von am
Filme die aus dem Nichts kommen und es schaffen zu überraschen gibt es immer wieder - einer dieser Filme war sicherlich Duncan Jones fabelhaft minimalistische SciFi-Perle Moon, mit einem großartigen Sam Rockwell in der Hauptrolle. Das ist auch an den Verantwortlichen in Hollywood nicht vorbeigegangen, weswegen Jones (übrigens Sohn von David Bowie) nun das Zepter bei einer klassischen Hollywoodproduktion übernehmen durfte. Das Problem ist nur, dass das Drehbuch von Ben Ripley gewaltige Probleme hat (rein von der Logik her ist es soetwas wie ein Worst-Case-Szenario) und Source Code deshalb nicht einmal ansatzweise an Moon anschließen kann.

Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) ist eigentlich US-Pilot in Afghanistan, doch völlig überraschend wird seine gesamte Existenz auf den Kopf gestellt: Als er die Augen öffnet befindet er sich im Körper eines anderen Menschen, sitzt in einem Zug und ihm Gegenüber wundert sicht Christina (Michelle Monaghan) über sein seltsames Benehmen. Nach einiger Zeit explodiert der Zug und Colter realisiert, dass es sich um eine Art Simulation handeln dürfte. Eine Frau (Vera Farmiga) informiert ihn über einen Bildschirm, dass er unbedingt die Bombe an Bord des Zuges finden muss um einen geplanten Anschlag auf Chicago zu verhindern. Also wird Colter immer und immer wieder in die Simulation geschickt, dabei erinnert er sich eigentlich gar nicht daran sich für dieses Projekt der Regierung gemeldet zu haben...

Zunächst schafft es Source Code mit seiner Ausgangslage durchaus das Interesse des Zusehers zu wecken. Der Film erinnert etwas an eine Mischung aus Und täglich grüßt das Murmeltier und 12 Monkeys und die kryptischen Hinweise, das seltsame Setting und die vielen Fragen versprechen einen spannungsgeladenen Film. Aber gleichzeitig kommt schon zu Beginn ein brennender Zweifel auf: Haben die Filmemacher ihre Geschichte wirklich im Griff? Ist das alles clever geplant, oder hangelt man sich nur Szene für Szene voran? Es fällt schwer zu glauben, dass die ganzen Merkwürdigkeiten im späteren Verlauf der Geschichte noch einen Sinn ergeben.

Und tatsächlich ist dies auch die größte Schwäche von Source Code. Denkt man nur einmal ein bisschen über die logische Struktur nach, so bricht alles in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Natürlich soll hier nicht zu viel verraten werden, aber die Logik des Films macht in sich leider überhaupt keinen Sinn, sodass Source Code einen mehr als bitteren Nachgeschmack hinterlässt und es auch nicht schafft nachhaltig zu beeindruckend. Zugegeben: Thematisch ist der Film (im Umgang mit den Menschen) Moon nicht so fern, aber leider greifen bei Source Code die Zahnräder der Geschichte nicht ansatzweise so gut ineinander.

Das macht auch beim Verhalten der Figuren keinen halt. Colter Stevens, eigentlich ausgebildeter Elite-Soldat, verliert sein Ziel schon einmal gerne aus den Augen und handelt aus der Sicht eines Soldaten völlig irrational. Aber auch wenn der Hintergrund des Attentats schließlich enthüllt wird, löst dies nur ein müdes Schulterzucken aus - das soll es jetzt gewesen sein? Naja, wenn Source Code wenigstens durchgehend spannend wäre, dann könnte man vielleicht über diese Schwächen hinwegsehen, aber das ewig gleiche Muster Suche-falsche Fährte-Kaboom wird leider viel zu oft wiederholt, als dass dies noch wirklich fesseln könnte.

Dass es für Versagen in der Simulation auch praktisch keine Konsequenzen gibt, macht die Sache nicht besser. Natürlich wird das abstrakte Element des Zeitdrucks eingeführt, aber als Zuseher hat man dennoch das Gefühl, dass Colter ohnehin immer und immer wieder einfach alles durchgehen kann und stirbt er, dann gibt es auch keinerlei Konsequenzen. Die Auflösung des Ganzen, bzw. das Finale fährt die Geschichte dann völlig gegen die Wand. Beim restlichen Film kann man wenigstens noch diskutieren, aber das Ende ist schlicht völliger Schwachsinn. In Summe betrachtet ist Source Code also ein sehr verzichtbarer Film. Die Idee ist sehr interessant, die Umsetzung aber leider recht bescheiden.

Fazit:
Source Code schafft es zunächst sein Szenario interessant darzulegen und seine Mysterien gut zu verbergen - aber bereits am Anfang wird klar: Es wird verdammt schwer, dass das alles irgendwann logisch kohärent miteinander verknüpft wird. Tatsächlich gelingt dies Source Code nämlich nie. An allen Ecken klaffen Logiklöcher, die Ausgangslage des Films macht in sich nicht wirklich viel Sinn und hinzu kommt, dass man es noch nicht einmal wirklich schafft für Spannung zu sorgen. Das Ende ist dann schließlich völliger Humbug und offenbart den Film genau als das was er ist: Ein nicht zu Ende gedachter Schnellschuss, der leider nicht besonders viel Sinn macht. Idee hui, Umsetzung pfui.

Wertung:
4/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.6/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 48
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