Fast & Furious Five (2011)

OT: Fast Five - 130 Minuten - Action / Krimi / Drama
Fast & Furious Five (2011)
Kinostart: 29.04.2011
DVD-Start: 01.09.2011 - Blu-ray-Start: 01.09.2011
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Filmkritik zu Fast & Furious Five

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Es geschehen tatsächlich noch Wunder: Nachdem die The Fast and the Furious Reihe 2001 einen zwar kurzweiligen, aber letzten Endes doch durchschnittlichem Einstand feierte, ging es bereits mit dem Sequel und ohne Vin Diesel spürbar bergab. Der Tiefstand folgte schließlich mit Tokio Drift, bei dem man selbst auf Paul Walker verzichtete. Zwar gelang mit dem vierten Teil Fast & Furious die Rückbesinnung zum alten Cast, aber schlussendlich wird es wohl nur wenige Leute geben die sich wirklich auf den fünften Ableger freuen - ein großer Fehler, denn Fast & Furious Five bietet überraschend fetzige Unterhaltung und mutiert mit krachender Action und viel Humor zum bislang besten Teil der Reihe.

Dominic Torreto (Vin Diesel) wurde verhaftet und zu 25 Jahren Haft verurteilt. Doch bereits beim Transport wird der Justiz ein Strich durch die Rechnung gemacht. Kumpel Brian O‘Connor (Paul Walker) und Schwester Mia (Jordana Brewster) organisieren die Flucht und kurz darauf verlassen sie gemeinsam das Land. Das Ziel: Rio de Janeiro. Dort tauchen sie unter, doch es dauert nicht lange, bis sie einen lukrativen Auftrag bekommen: Gemeinsam mit ihrem Gefährten Vince (Matt Schulze) sollen sie Luxusautos aus einem fahrenden Zug stehlen. Doch der Überfall läuft alles andere als geplant. So landen sie auf der Abschussliste des mächtigen Unterweltboss Hernan Reyes (Joaquim de Almeida) und ausserdem ist ihnen FBI-Agent Luke Hobbs (Dwayne Johnson) auf den Fersen - ein Mann mit eisernem Willen, der noch jeden erwischt hat...

Regisseur Justin Lin, der bereits die beiden Vorgänger Tokio Drift und Fast & Furious drehte, ist mit Fast & Furious Five eine Spaßgranate gelungen, die förmlich aus dem Nichts kommt. Denn wie bereits erwähnt hat er sich mit seinen bisherigen Beiträgen zur Reihe nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Und es ist auch durchaus verständlich, dass man mit einer gesunden Portion Skepsis in den Film geht: Die Laufzeit von 130 Minuten schreckt ab und in der Reihe scheint nicht mehr viel Potential zu stecken. Doch Fast & Furious Five wischt die anfängliche Skepsis schnell vom Tisch, wenn der Film ersteinmal startet.

Kurz nach der (recht schnell abgespulten) Befreiung von Dom folgt bereits der nächste Streich und bereits der Überfall auf den fahrenden Zug stellt die Weichen für alles was noch folgen soll: Visuell eindrucksvoll, mit großem Gespür für das Tempo und die Kinetik des Bildes zelebriert Justin Lin hier over-the-top Actionkino vom Allerfeinsten. Klar, Feingeister die mit diesem Stil nichts anfangen können sitzen im falschen Film, aber für Actionfans ist Fast & Furious Five (im Gegensatz zu den meisten Teilen der Reihe) ein wahres Fest. Und die toll inszenierte Zugsequenz ist dabei nur die Spitze des Eisbergs und liefert den Einstieg zu einem launigen Kinoabend.

Dabei erlaubt sich der Film keinerlei Stillstand. Alles ist laufend in Bewegung und auch die Stilistik wird schon einmal munter durchgemischt. Von Verfolgungsjagden quer durch die Favelas, die so auch aus einem Bourne Film stammen könnten, über eine Team-Auswahl, samt Diebstahltraining, die stark an Ocean’s Eleven erinnert, bis hin zu den für die Reihe typischen Autoszenen (die aber in Anbetracht eines besseren Mix reduziert wurden), ist alles dabei was das Actionherz begehrt. Überraschend ist dabei vor allem, dass sich die verschiedenen Stile nicht selbst im Weg stehen, sondern tatsächlich wunderbar harmonieren und für einen abwechslungsreichen Kinoabend sorgen.

Krachende Macho-Action im Stile der 80er Jahre, samt harten Figuren und trockenen Onelinern sind genauso dabei wie hoch technisch ausgerichtete, moderne Actionszenen. Auch der Spannungsaufbau ist durchaus gelungen: Dom und Brian müssen sich an zwei Fronten verteidigen und haben sowohl die Polizei, als auch die Unterwelt auf den Fersen, weshalb ihr Ziel teilweise unerreichbar scheint (auch wenn natürlich klar ist, dass sich am Ende alles im Sinne der Helden fügen wird). Natürlich sollte man sich keine inhaltlichen Wunderstücke erhoffen. Die Story ist weder logisch, noch besonders ausgeklügelt, aber sie erfüllt ihren Zweck.

Ein besonderes Highlight ist natürlich auch der Zweikampf zwischen Dwayne Johnson und Vin Diesel, ein visuelles Fest für Actionfans der alten Schule und natürlich fügt sich dieser Testosteronoverkill perfekt in den Film, der seine Machoästhetik mit Genuss zelebriert und zwischen Männerfreundschaft, Ehrenkodex und Imponiergehabe eine erstaunlich lockere Atmosphäre erschafft, in der man sich genüsslich zurücklehnen kann und mit Freude dem Geschehen folgen kann. Dass es dabei natürlich auch ein physisches Aufeinanderprallen zwischen Diesel und Johnson gibt ist klar und es ist die reine Freude den beiden zuzusehen.

Was soll man also abschließend sagen? Fast & Furious Five schafft genau das, was wohl keiner mehr von der Reihe erwartet hätte. Der Film macht einen Heidenspaß, nimmt sich selbst nicht allzu ernst, sodass man mit Genuss der wunderbar inszenierten Action folgen kann ohne sich über die wenig ausgeklügelte Story sorgen zu müssen. Das Tempo ist hoch, für Spannung und Unterhaltung ist durchgehend gesorgt, die Schauwerte stimmen ebenfalls auf allen Ebenen und da es letzten Endes nichts gibt, was man dem Film wirklich vorwerfen kann, sollten Actionfans keine Sekunde zögern sich das Spektakel anzusehen. Fast & Furious Five ist ein 130 Minuten andauernder Ritt voll mit Testosteron, getragen von gut gelaunten Darstellern und gesegnet mit einem unerwartet hohem Unterhaltungswert. Wer hätte damit noch gerechnet?

Fazit:
Wer der Meinung ist, dass die The Fast and the Furious Reihe tot ist, der wird mit Fast & Furious Five eines besseren belehrt. Wie aus dem Nichts gelingt es Justin Lin neues Leben in die Reihe zu pumpen. Der Film liefert eine Allstar Ansammlung aus den anderen Teilen und schafft es die verschiedenen Figuren mit viel Humor unter einen Hut zu bekommen. Die Actionsequenzen sind toll inszeniert und schaffen es mit zahlreichen Stilwechseln zu überraschen. Zwar ist die Story letzten Endes recht simpel gestrickt, aber das ändert nichts daran, dass Fast & Furious Five eine wahre Unterhaltungsbombe ist und mit grandioser Action, markigen Sprüchen und viel Humor überzeugt. Kurz: Fast & Furious Five ist der bisher beste Teil der Reihe und für Actionfans ein absoluter Pflichttermin.

Wertung:
7/10 Punkte

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