Thor (2011)

OT: Thor - 130 Minuten - Action / Abenteuer / Drama
Thor (2011)
Kinostart: 29.04.2011
DVD-Start: 12.09.2011 - Blu-ray-Start: 24.10.2013
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Filmkritik zu Thor

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Marvel ist voll in Fahrt. Spätestens seit dem durchschlagenden Erfolg mit Iron Man ist klar, dass es auch genügend Raum für Superhelden abseits dem Bekanntheitsgrad eines Spider-Man gibt. Und Marvel ist gerade dabei ihre Armada an Figuren in Stellung zu bringen, um sie schließlich mit einem großen Knall in The Avengers zusammenzubringen. Nach dem Iron Man bereits also ordentlich Vorarbeit für das kalkulierte Spektakel The Avengers gleistet hat ist nun Donnergott Thor an der Reihe um das Publikum weiter anzuheizen. Und dieses Ziel gelingt dank hohem Unterhaltungswert und sympathischen Figuren, die stets mit einem Augenzwinkern agieren, auch wirklich gut.

Asgard, irgendwo draussen im Weltall: Der charismatische Königssohn Thor (Chris Hemsworth) wartet darauf von seinem alternden Vater Odin (Anthony Hopkins) zum König erklärt zu werden. Doch just an dem Tag, an dem es endlich soweit ist, wird die Zeremonie von einem Angriff gestört. Die Frostriesen brechen den Frieden zwischen ihrem Planeten Jodenheim und Asgard und dringen in Odins Waffenkammer ein. Blind vor Zorn formiert Thor seinen Bruder Loki (Tom Hiddleston) und seine Freunde um sich und startet einen Racheakt. Doch durch das Eindringen in Jodenheim werden die Fronten nur weiter verhärtet. Odin zeigt sich enttäuscht, verbannt seinen Sohn Thor auf die Erde und nimmt ihm seine Kräfte, bis sich dieser erneut als würdig erweist. Dort trifft er die Forscher Jane (Natalie Portman), Erik (Stellan Skarsgard) und Darcy (Kat Dennings), doch während sich Thor mit kleinen Problemen auf der Erde herumschlägt, geht es in Asgard drunter und drüber...

Thor ist zunächst ein etwas zwiespältiger Film. Auf der einen Seite wirkt der Mix aus Fantasy-SciFi-Komödie-Action und die Vermischung mit alten Göttersagen sehr gewöhnungsbedürftig. Auf der anderen Seite ist eben dies auch hoch interessant, vor allem, da Regisseur Kenneth Branagh das Spektakel stets mit einem Augenzwinkern inszeniert und sich der Film nie allzu ernst nimmt. Deshalb macht es auch Spaß, wenn die angeblichen Götter in Wirklichkeit nur technisch überlegene Ausserirdische sind, die auf die Wikinger so überlegen gewirkt haben, dass sie sie für Götter gehalten haben.

Zugegeben: Zu Beginn wirkt dieser wilde Mix noch alles andere als wirklich fesselnd. Das Verhalten der Figuren, irgendwo zwischen Shakespeare und Iron Man, das sterile Asgard, die Ausflüge durch den Weltraum und der Konflikt mit Jodenheim, all das benötigt etwas Eingewöhnungszeit. Vor allem, da Kenneth Branagh das Spektakel nicht, wie man erwarten könnte, mit epischer Größe inszeniert, sondern etwas zurückhaltend. Das bedeutet zwar, dass Szenen wie der Rückblick in die Vergangenheit oder auch der Konflikt mit Jodenheim nicht ganz die Tragweite erreicht, die wohl beabsichtigt war, aber dafür bekommt man einen herrlich ungezwungenen Filmfluss mit hohem Unterhaltungswert.

Und sobald man einmal in den Film gekippt ist, macht Thor ohnehin alles richtig. Die Ausflüge des hitzköpfigen Thors, der sich auf der Erde mit den kleinen Unterschieden herumschlagen muss, sind umwerfend komisch, die Geschichte bleibt stets kurzweilig und auch die etwas sterile Optik entwickelt eine spezielle Anziehungskraft. Auch die Darsteller machen ihre Sache großteils sehr gut. Besonders Chris Hemsworth und Tom Hiddleston als ungleiches Brüderpaar tragen den Film souverän. Hemsworth punktet vor allem mit rauem Charisma und hohem Unterhaltungswert, während Hiddleston eine tragische Komponente mit in den Film bringt. Natalie Portman und Stellan Skarsgard drängen sich zwar nicht großartig in den Vordergrund, liefern aber als Sidekicks zwei routiniert-sympathische Darbietungen ab.

Thor gelingt somit das Kunsstück, dass auf den ersten Blick vieles am Film merkwürdig und seltsam wirkt, aber das Gesamtwerk trotzdem sehr gut funktioniert. Stilistisch orientiert man sich augenscheinlich an Iron Man, was sich vor allem durch die Selbstironie zeigt. Ausserdem ist Thor erneut ein richtig unterhaltsamer Beweis dafür, dass reinrassige Comic-Verfilmungen, die gar nicht beabsichtigen das Genre weiterzuentwickeln, sondern einfach nur Spaß machen wollen, immer noch wunderbar funktionieren können und dass alle, die mehr von dieser Art Kino wollen bei Marvel gut aufgehoben sind.

Fazit:
Obwohl das Konzept des Films zunächst etwas merkwürdig erscheint, dauert es nicht allzu lange, bis alle Zweifel beseitigt sind. Denn Thor tröstet über seine Schwächen geschickt hinweg indem sich der Film nie allzu ernst nimmt und stattdessen einfach nur Spaß machen will. Und dank eines sympathischen Chris Hemsworth in der Hauptrolle und zahlreichen sehr unterhaltsamen Einfällen wird dieses Ziel auch erreicht. Thor ist schlicht ein enorm kurzweiliger Unterhaltungsfilm im Stil von Iron Man, den sich Fans von reinrassigen Comicverfilmungen ohne Dekonstruktionsbedarf, nicht entgehen lassen sollten.

Wertung:
7/10 Punkte

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