Pina (2011)

OT: Pina - 106 Minuten - Dokumentation / Musical
Pina (2011)
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Kinostart: 08.04.2011
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 30.09.2011
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Filmkritik zu Pina

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3D Technik ist spätestens seit „Avatar“ wieder in aller Munde und damit dieses Format nicht nur Hollywood-Blockbustern vorbehalten ist, beginnen nun erste Autorenfilmer wie Werner Herzog oder eben Wim Wenders damit zu experimentieren. Bezeichnend ist für beide Vertreter, dass es sich bei ihren 3D Filmen nicht um Spiel- sondern im weitesten Sinne um Dokumentarfilme handelt. Wenders Hommage an die legendäre Tänzerin Pina Bausch, „Pina“ startet im April in den österreichischen Kinos.

Pina Bausch (1940-2009) zählt zu den einflussreichsten Tänzerinnen und Choreografinnen und gilt als Begründerin des Tanztheaters – also der Verschmelzung von Tanz, Gesang, Pantomime und Schauspiel. Jahrelang hatte Wim Wenders sich bemüht, gemeinsam mit Pina Bausch ein Filmprojekt auf die Beine zu stellen, kurz vor Beginn der Dreharbeiten im Herbst 2009 verstarb die Tänzerin jedoch. Trotzdem entschließ man sich, den Film zu drehen, ohne Pina, aber „für“ Pina.

Heraus kommt ein Werk, das in seiner Form mehr über Wim Wenders Kino verrät als über Pina Bauschs Arbeit: Vier Stücke Bauschs („Le sacre du printemps“, „Cafe Müller“, „Kontakthof“ und „Vollmond“) spannen den dramaturgischen Bogen, werden aber immer wieder unterbrochen, zum Teil von Archivaufnahmen, zum Teil von Kommentaren und Gedanken zu Pina, verfasst von den Tänzern ihres Ensembles, die diese aus dem Off vorlesen, während im Bild nur ihre Gesichter in möglichst ausdrucksstarken Posen zu sehen sind. Wesentliche Dinge zur Arbeit und zum Tanz erfährt man selbstverständlich nicht, stattdessen Anekdoten, die sich nicht selten auf einer metaphysischen, noch häufiger auf schulmeisterlicher Ebene abspielen.

Somit unterscheidet sich „Pina“ kaum von Wenders letzten Spielfilmen: Sie ist zum Teil bedeutungsschwanger aufgeladen, doch all diesen „Energien“ ist kein Pol gegenübergestellt, an dem sie sich reiben oder gar befreien könnten. Visuell regiert der Wenders-Touch: Schöngeistig komponierte Bilder, die vor allem gen Schluss glänzen, wenn die 3D Technik in Stadt und Flur zeigt, was sie drauf hat. Gerade in der ersten Hälfte, wo Studioaufnahmen dominieren, beschleicht einen nämlich das Gefühl, 3D würde lediglich eingesetzt um jede Unschärfe, hervorgerufen durch die Tiefe des Raums, aufzuheben. Fast schon erschreckend „künstlerisch“ ist Wenders Inszenierung von „Kontakthof“, geraten – ein Stück, das seit seiner Uraufführung Ende der 70er Jahre mehrfach von Bausch modifiziert wurde und mittlerweile in einer Version für Jugendliche und Menschen ab 65 getanzt wird. In „Pina“ variieren die Altersgruppen ebenfalls, durch harte Schnitte sauber und trotzdem holprig voneinander getrennt.

Fazit:

Wim Wenders Hommage an Pina Bausch lässt über weite Strecken kalt und wirkt wie ein ziemlich bemühtes „Best Of“, das noch dazu zerhackt und makellos schön präsentiert. Wer sich ernsthaft für das Wuppertaler Tanztheater und Pina Bauschs Arbeit interessiert, dem sei die weitaus gelungenere Dokumentation „Tanzträume“ von Anne Linsel und Rainer Hoffmann aus dem Jahr 2010 ans Herz gelegt (mittlerweile auf DVD erhältlich) – Freunde des Wender’schen Oeuvres schwelgen halt zu „Pina“ im Kino.

 

Wertung:

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