World Invasion - Battle Los Angeles (2011)

OT: Battle: Los Angeles - 116 Minuten - Action / SciFi / Thriller
World Invasion - Battle Los Angeles (2011)
Kinostart: 15.04.2011
DVD-Start: 14.10.2011 - Blu-ray-Start: 14.10.2011
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Filmkritik zu World Invasion - Battle Los Angeles

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Außerirdische greifen die Erde an und eine Gruppe tapferer, heroischer US Marines stellt sich ihnen in den Weg. Der Stoff für großes Blockbusterkino. Aber leider auch der Nährboden zahlreicher Klischees, die man unbedingt meiden muss, damit die Geschichte und besonders die Figuren funktionieren und glaubwürdig wirken. Letzteres scheint aber zunehmend an Bedeutung zu verlieren, ist es doch längst keine Eigenschaft mehr, die für einen erfolgreichen Film notwendig ist. Dabei sieht World Invasion: Battle Los Angeles auf den ersten Blick sogar interessant aus.

 

Allerdings bleibt es bei diesem ersten Blick, denn danach lässt das Interesse zunehmend nach. Schuld daran sind mehrere Faktoren. Zum einen die Geschichte an sich. Der kurz vor der Pensionierung (hier verdreht man gleich zum ersten Mal die Augen) stehende Veteran Sgt. Michael Nantz (Aaron Eckhart), wird zu einem allerletzten Einsatz gerufen, der sich auch bald als der schwierigste und bedeutendste seiner Laufbahn herausstellt. Er muss mit einer Handvoll Marines außerirdische Invasoren zurückschlagen, Los Angeles verteidigen, seine Gruppe einigen (bei seinem letzten Einsatz sind all seine Soldaten gestorben, nur er hat überlebt und das nagt natürlich an seiner Ehre und seinem Ansehen) und dabei auch noch Überlebende retten.

 

Keine leichte Aufgabe. Schon gar nicht bei all den Klischees, die sich bereits am Anfang dieser Geschichte einschleichen. Bereits jetzt verdreht man so oft die Augen, dass man gar keine Zeit hat, dem eigentlichen Geschehen zu folgen. Und das ist auch gut so. Regisseur Jonathan Liebesman ist in die mittlerweile klassische Wackel-Kamera-Falle getappt. Genug verwackelte, schlecht gefilmte Bilder sollen ein Pseudodokumentarisches Feeling vermitteln und damit Glaubwürdigkeit vorheucheln. Dass allerdings die meisten Dokumentation, selbst jene aus Krisengebieten, weitaus bessere, klarere Bilder liefern, scheint dem Regisseur entgangen zu sein. Man sieht deutlich, dass er keinerlei Gespür für die visuelle Inszenierung seiner Geschichte hat, sondern diese Methode anwendet, weil sie nach wie vor modern und hip ist.

 

Um dem Zuschauer aber Glaubwürdigkeit und Authentizität zu vermitteln, genügt es nicht, die Kamera in hektische Zuckungen zu versetzen, sondern man braucht auch Figuren und eine Geschichte, die das unterstützen. An beidem mangelt es dem Film. Daher bleiben nur unscharfe, nervöse Bilder, die aber keinerlei Spannung aufbauen und von einem erschreckenden Mangel an Bilddramaturgie und Inszenierung zeugen. Doch damit enden die Probleme von World Invasion: Battle Los Angeles noch nicht (schön wäre es).

 

Auf Dialoge und Figuren braucht man gar nicht näher eingehen, da sie derart flach, plump und abgedroschen sind, dass sie auch ohne anfängliche Exposition zu verstehen sind. Glaubt man dem Film, dann sind Marines keine normalen Menschen, die persönliche oder private Probleme plagen. So etwas gibt es in ihrer Welt wohl nicht. Was aber weit schlimmer ausfällt ist die nicht mal unterschwellige, sondern superschwellige Propaganda, die der Film darstellt. Bei World Invasion: Battle Los Angeles hat man (nicht erst am Ende, sondern im Verlauf des ganzen Films) das Gefühl einen überlangen, glorreichen Werbefilm für die US Marines zu sehen. Dabei kennt die Verherrlichung keine Grenzen und wird konsequent (zumindest das muss man dem Film positiv anrechnen) bis zum Ende durchgezogen. Am Ende hat man Lust selber ein US Marine zu sein, was gleich zu setzen ist mit einem überlebensgroßen Helden.

 

Doch selbst bei all der negativen Kritik, kann man sich sicher sein, dass World Invasion: Battle Los Angeles sein Publikum finden wird. Es gibt zahlreiche Schusswechsel (auch wenn man die Gegner nur selten sieht), Explosionen und Spezialeffekte. Zumindest für Zuschauer, die abschalten wollen, sich von verwackelten Bildern, stereotypen Figuren, viel Action und Heldentum, und ebenso vielen Klischees gütlich sehen wollen, werden an diesem Film definitiv ihren Gefallen finden.

 

Fazit:
World Invasion: Battle Los Angeles wird ein Publikum finden, wenngleich es fragwürdig bleibt, ob er sich das auch verdient hat. Denn eigentlich hat der Film nicht viel zu bieten. Es sei denn man ist auf der Suche nach einer schwachen Geschichte, uninspirierter Regie, gelangweilten Darstellern (kein Wunder bei den Figuren, die sie porträtieren müssen) und einer gehörigen Portion Propaganda und Klischees. Einen geringen Unterhaltungswert (und unfreiwillige Komik) besitzt World Invasion: Battle Los Angeles dann aber doch, zumindest wenn man sich ganz und gar auf die Action und Effekte konzentriert und alles andere vergisst. Im Endeffekt haben die US Marines zwar die Welt vor den Außerirdischen gerettet, aber den Film können sie leider nicht vor dem Untergang bewahren.

 

Wertung:
3/10 Punkte

Filmering.at
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