Ohne Limit (2011)

OT: Limitless - 105 Minuten - Thriller
Ohne Limit (2011)
Kinostart: 14.04.2011
DVD-Start: 08.09.2011 - Blu-ray-Start: 08.09.2011
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Filmkritik zu Ohne Limit

Eine Droge versetzt den menschlichen Organismus in einen Rauschzustand. Je nach Dosierung und Art der Droge kann es zu kleinen Nebenwirkungen wie einen Kater, oder sogar zum Tod führen. Doch was wäre, wenn eine Droge die eigene Intelligenz in den vierstelligen Bereich katapultieren könnte. Dies zeigt der Filmemacher Neil Burger in Ohne Limit. Der Regisseur feierte sein Regiedebüt mit dem Mystery-Drama The Illusionist (2006), daraufhin drehte er die Dramedy The Lucky Ones (2008). Mit Ohne Limit bringt er einen rasanten Thriller in die Kinos, der sich durch temporeiche Kamerafahrten und eine auffallende Bildästhetik auszeichnet. Dieser Inszenierungsstil soll von den mangelnden Hintergründen und Plotlöchern ablenken, die der Film vorweist.

Eddie Morra (Bradley Cooper; Hangover, 2008) ist ein Schriftsteller in New York, jedoch ohne großen Erfolg. Seit Wochen hat er eine Schreibblockade und kriegt kein Wort aufs Papier. Außerdem steht Eddie unter Druck, weil sein Buchauftrageber in ein paar Tagen auf die ersten Kapitel des Buchs wartet. Ein ungeordneter Lebensstil und seine mangelnde Konzentrationsfähigkeit bringen ihn finanziell nicht weiter und da sich nichts in seinem Leben zum Positiven ändert, verlässt ihn auch seine Freundin Lindy (Leslie Bibb; Sucker Punch, 2011). Zufällig trifft er seinen Ex-Schwager Vernon (Johnny Withworth), den Drogendealer, der ihm eine Pille der neuen Droge NZT gibt. Eddie schluckt die Pille, um seine Schreibblockade zu lösen. Er nimmt plötzlich alles um sich herum klar und deutlich wahr. Seine Gehirnaktivität ist nun auf 100% gestiegen. Eddie schließt im Rauschzustand sein Buch in vier Tagen ab und verdient ferner durch Börsenspiele zwei Millionen Dollar an einem Wochenende. Weitere acht Millionen Dollar folgen in den nächsten Tagen. Sein Können erweckt das Interesse des Geschäftsmanns Carl Van Loon (Robert De Niro), der ihm einen Job anbietet. Zudem verfolgen Eddie Kriminelle, die ein Stück vom Erfolgskuchen abhaben möchten…

Sehr temporeich wird der Zuseher in den Film eingeführt. Die Kamera führt gleich zu Beginn durch das Nachtleben New Yorks. Mit einer konstanten Beschleunigung wird man durch die farbenfrohe und leuchtende Stadt geführt. Die Umgebung kann nun nur noch verzerrt wahrgenommen werden, vergleichbar mit einem Rauschgefühl. Hinzu kommt ein ellipsenartiger Inszenierungsstil, also ein schneller Schnitt und Speedzooms, sodass die Nebenwirkungen und der Rauschzustand des Hauptcharakters gut zur Geltung kommen.

If I wasn’t moving forward, I felt like I was going to explode, sagt Eddie im Film, bevor er von der Klippe ins Wasser springt. Die Handlung schreitet also so schnell voran, dass auf der Leinwand gleichzeitig mehr als nur eine Handlung zu sehen ist. Genauso temporeich erscheinen Einem auch die Dialoge. Der Film bleibt spannend und wird in keiner Sekunde langweilig. Der Rauschzustand hinterlässt demnach eine positive Wirkung beim Zuseher – man will mehr davon. Diese Wirkung verdankt man auch der auffallenden Bildästhetik.

Unter Drogen nimmt Eddie seine Umgebung intensiver wahr, als herkömmlich. Alles beginnt bei seinen blauen Augen, die unter Drogeneinfluss leuchten. Kräftige, leuchtende Farben werden dem Zuschauer präsentiert. Diese Farbästhetik erinnert stark an das Drama A Single Man (2010) des Modedesigners Tom Ford, mit Colin Firth in der Hauptrolle. Als Zuschauer erlebt man in A Single Man gewisse Momente im Leben des Hauptcharakters besonders intensiv. In Tom Fords Regiedebüt befindet sich die Titelfigur jedoch nicht unter Drogen, das Motiv ist ein anderes. Im Gegensatz zu dem rauschhaften Farbeinsatz stehen die blassen Bilder, die zur Geltung kommen, wenn der Charakter eine gewisse Leere spürt. Dies findet man auch in Ohne Limit wieder. Kaum lässt die Wirkung der Droge nach, kriegt dies auch der Zuseher zu spüren. Eddies Augen verblassen, sowie seine Umgebung, die Bildschirmbeleuchtung wird erheblich reduziert. Es wird geradlinig und langsamer erzählt, der Filmemacher zieht sich hier auch ersichtlich zurück. Neil Burger verwendet diese zwei Inszenierungsstile abwechselnd, sodass ein Ausgleich entsteht.

Darüber hinaus hinterlässt jeder intensive Rausch einen faden Beigeschmack und diesen kriegt man besonders im letzten Drittel des Thrillers zu spüren. Im Verlauf der temporeichen Handlung wirft der Film zahlreiche Fragen auf und öffnet viele Baustellen, die ohne große Hintergundsinformationen geschlossen bzw. unter den Tisch gekehrt werden. Demzufolge entstehen kleine Logikfehler, die jedoch durch den bereits erwähnten Inszenierungsstil und dem Erzähltempo überspielt werden. Alles scheint einfach zu sein, Probleme und Gegner lösen sich schneller auf als sie aufgebaut wurden. Die Charakterhintergründe sind nur nebensächlich. Doch dies wird im Endeffekt nicht so eng gesehen, denn Ohne Limit ist stets kurzweilig und spannend. Schauspielerisch kann man nur Lob aussprechen. Bradley Cooper gibt neben der Leinwand-Ikone Robert DeNiro eine gute Figur ab. Leslie Bibb kann in ihrer Nebenrolle genau so überzeugen. Außerdem rundet die fehlende Läuterung des Protagonisten am Ende des Thrillers die ungewöhnliche Herangehensweise an das Thema, welches die Drehbuchautorin Leslie Dixon wählte, ab. Ohne Limit ist ein visueller Leckerbissen für Auge und Gehirn. Die rasante Kamerafahrt zu Beginn des Films, durch die farbenfrohe und stark beleuchtete Stadt New York, bleibt dem Zuschauer nach dem Film in Erinnerung und sorgt für Rauschgefühle.

Fazit:
Der Thriller Ohne Limit des Regisseurs Neil Burger ist ein spannender und visuell überzeugender Film, der gut unterhält, jedoch aufgrund der temporeichen Erzählweise viele Handlungsstränge zu schnell abarbeitet, sodass Logikfehler entstehen. Das letzte Drittel erscheint dem Zuschauer deswegen unglaubwürdig. Aufgrund des abwechslungsreichen Inszenierungsstils kann noch darüber hinweg gesehen werden.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 50
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