Rio (2011)

OT: Rio - xx Minuten - Animation / Komödie / Abenteuer
Rio (2011)
Kinostart: 07.04.2011
DVD-Start: 02.09.2011 - Blu-ray-Start: 06.01.2012
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Filmkritik zu Rio

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Carlos Saldanha, seines Zeichen Regisseur der drei Ice Age Filme, hat bereits bewiesen, dass er ein gutes Gespür für unterhaltsames Animationskino hat. Zugegeben: Die Ice Age Filme können in punkto Erzähltiefe, Charme und Emotionen nicht mit den ganz großen Highlights des Genres mithalten, aber dafür überzeugen sie vor allem auf Unterhaltungsebene. Mit Rio versucht Saldanha nun Emotionen mit Unterhaltung zu kreuzen. Dies sorgt aber eher dafür, dass das (großartige) erste Drittel für die Emotionen und die charmante Unterhaltung zuständig ist und die letzten beiden Drittel eher klassischen Humor bieten, dabei aber leider gegenüber dem Beginn spürbar abfallen.

Blu ist ein überaus seltener Papagei und wird bereits als Baby im Urwald gefangen genommen und ausser Landes geschafft. Durch einen kleinen Unfall beim Transport landet er in den Händen von Linda, die sich fortan liebevoll um Blu kümmert. Jahre später haben sich Rituale zwischen den beiden gebildet und sie genießen ihr Leben. Doch da taucht Ornithologe Túlio auf und berichtet, dass Blu das letzte Männchen seiner Rasse ist. Deshalb sollen Linda und Blu nach Rio de Janeiro kommen, wo sich Blu mit Jewel paaren soll. Doch dort kommt alles anders als erwartet und die beiden werden von einer Tierschmugglerbande entführt...

Rio macht speziell zu Beginn noch alles richtig. Hauptfigur Blu (im Original grandios gesprochen von Jesse Eisenberg) ist ein neurotischer, ängstlicher Papagei der nicht fliegen kann und seinen routinierten Tagesablauf liebt. Mit viel Liebe zum Detail wird die Beziehung zwischen Papagei Blu und seiner Besitzerin/Freundin Linda geschildert. Auch der anschließende Ausflug nach Brasilien weiß zu gefallen und im ersten Drittel erreicht Rio einen stimmigen Mix aus liebevollen Figuren, charmanten Details und gelungenem Humor, der fast an Pixar denken lässt. Hier ist Rio ein wahrlich magisches Vergnügen für jung und alt.

Doch mit dem Pixartouch ist auch schon bald wieder Schluss. Denn in den anderen beiden Dritteln ist von diesen Qualitäten nicht mehr viel übrig, stattdessen wird der Schwerpunkt klar auf eine simple Unterhaltungsstory gelegt. Zwar ist diese bei Carlos Saldanha durchaus in guten Händen und er versteht es geschickt die zahlreichen Figuren einzuführen und die Geschichte mit Humor voranzubringen, aber man muss doch eingestehen, dass man den subtilen Charme des ersten Drittels etwas vermisst. Vor allem da zahlreiche Zugeständnisse, wie etwa die Musiknummern, den Filmfluss eher bremsen als ihm gut zu tun.

Rio versucht die aufkommenden Schwächen der Story mit viel optischem Prunk und einem Humoroverkill zu kaschieren und dies gelingt zumindest auch zum Teil. Denn zumindest auf optischer Ebene ist Rio ein Fest: Die knallbunte Welt und der detailreich animierte Urwald sind sehr gelungen und bieten viel für die Augen. Auch die Figuren sind liebevoll animiert und gestaltet, sodass sie einen bald ans Herz wachsen. Schade ist hingegen, dass der Humor dermaßen in alle Richtungen feuert, dass viele Gags recht flach ausfallen und man sich doch etwas mehr Subtilität wünschen würde.

Rio ist somit alles andere als ein perfekter Film, aber man muss auch zugestehen, dass er dennoch über weite Strecken sehr gut funktioniert und für gute Unterhaltung sorgt. Das erste Drittel ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben und bringt Emotionen, Charme und Humor am besten unter ein Dach. Doch obwohl es danach spürbar schwächer wird, wird dennoch genug geboten um für einen netten Kinoabend für die ganze Familie zu sorgen. Vor allem da das Figurendesign großteils gelungen ist und die Schauwerte, sowie viele gute Einfälle über die Schwächen hinwegtrösten.

Fazit:
Im ersten Drittel ist Rio ein auf ganzer Linie gelungener Animationsfilm mit Pixartouch, der Humor und Emotionen wunderbar vereint. Die beiden anderen Drittel haben diese Qualitäten nicht mehr, sorgen aber für solide Unterhaltung. Zwar bremsen manche Musiknummern den Film eher als dass sie ihm nützen würden und auch manche Gags zünden nicht richtig, aber dennoch sorgen das hohe Tempo, die gelungenen Schauwerte und der Witz des Films für einen unterhaltsamen Kinoabend. In Anbetracht des tollen Anfangs wäre zwar mehr drin gewesen, aber Rio bleibt dennoch empfehlenswert.

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.3/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 16
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Liste von fette_sau
Erstellt: 13.08.2013