Sucker Punch (2011)

Sucker Punch
Sucker Punch
OT: Sucker Punch

Filmstart: 01.04.2011 | Laufzeit: | Action-Fantasy-Thriller
SuckerPunch-Scene04Es gibt Stimmen, die besagen, dass Zack Snyder so etwas wie die Leni Riefenstahl Hollywoods ist: Unreflektiert quält er seit Jahren mit durchgestylten Bildern jenes Publikum, das hinter die Fassade blickt und die beschränkte Weltsicht seines Machers offenbart. So auch in SUCKER PUNCH. Da droht verängstigten jungen Mädchen die in einem Edelpuff anschaffen stets der sexuelle Übergriff durch Freier – und die logische Konsequenz aus dem Film ist es, dass sie sich in eine Fantasiewelt retten, in denen sie allerhand Monster kloppen und man(n) ihnen im Gegenzug unter die knappen Röcke gucken kann. Selbstverständlich ist SUCKER PUNCH ebenso sehr ein Film über starke Frauen, wie 300 die bösen Perser nicht als degenerierte Rasse darstellte…

Zumindest der Anfang ist noch viel versprechend: Nach dem Tod der Mutter geraten Baby Doll (Emily Browning) und ihre kleine Schwester in die Obhut ihres bösen Stiefvaters, der sich sogleich an die jüngste ranmacht. Beim Versuch die Schwester zu retten, stirbt diese und der Stiefvater deichselt alles so, dass Baby Doll in eine Klinik für Geisteskranke eingewiesen wird (sogar die Symptome in den Aufnahmepapieren füllt Papa selbst aus!). Bis dahin macht dieser absolute Slow-Motion Exzess in grauer Musikclipästhetik (zur Untermalung wird für die dümmsten im Publikum eine verträumt-gotische Version von „Sweet Dreams“ verwendet, weil „some of them want to abuse you“) noch trashige Laune. Dann verschieben sich Realitäten: Baby Doll ist jetzt ein Waisenkind, das ein Priester gegen Bezahlung an Blue Jones (Oscar Isaac) übergibt, der in einem riesigen Schlosskomplex ein Bordell für besonders reiche Kundschaft betreibt und seine Mädchen gefangen hält. Durch ihre besonderen tänzerischen Fähigkeiten erreicht Baby Doll zwei Dinge: Ihre Zuschauer sind ihr auf besondere Art und Weise verfallen und merken nicht, was um sie herum passiert und sie selbst tritt in eine dritte Realitätsebene ein, in der sie (und später ihre Freundinnen Sweat Pea, Rocket, Blondie und Amber) knapp behüllt in vier Episoden jeweils chinesische Monsterwesen, verwesende deutsche Soldaten-Gas-Zombies, Horden von Orks inklusive zugehöriger Riesendrachen und an R2D2 erinnernde Roboter metzeln. Das fühlt sich so an, wie ein Computerspiel im God-Mode zu zocken. Und ist genau so originell. Der Sinn hinter diesen Metzeleien: Fünf Gegenstände, die dem Quintett zur Flucht verhelfen sollen.

SuckerPunch-Scene20Filmischen Junk ist man von Snyder gewohnt und filmischen Junk serviert er auch dieses Mal. Vom oben bereits kurz skizzierten „skurrilem“ Weltbild des Drehbuchs (ja, es gibt tatsächlich eines) abgesehen, bedienen sich die Macher für ihren Baukasten des schlechten Geschmacks an Vorlagen wie „Pans Labyrinth“ (wer mag, darf die Verwendung der Realitätsebenen als „Inception“- Anleihe werten), versehen es mit allerhand Referenzen in Richtung Populärkultur („Herr der Ringe“, „Star Wars“) und präsentieren all das in der Optik eines Hochglanzshooters: Zeitlupen, Explosionen, finstre Gegnerhorden. Der Soundtrack ist noch mal eine grausige Klasse für sich, wenn an sich gelungene Songs von Björk oder Skunk Anansie für die Bilder ausgebeutet werden. Figurenzeichnung, Dialoge, Emotionen – all das sind Fremdwörter in Snyders Filmhölle. Von Anspruch ganz zu schweigen.

In die Kinos kommt SUCKER PUNCH nur in einer angeblich um knapp 20 Minuten beschnittenen „ab 16“ Version – für die Auswertung auf DVD und Blu-Ray kündigt Snyder mehr Gewalt und mehr nackte Haut an. Das zeigt erneut, wessen Geistes Kind dieser „Regisseur“ ist. Zwei Punkte für die schwülstig-stimmungsvolle Anfangssequenz – den Rest bitte wieder ganz schnell vergessen…

 

Wertung:

2/10 Punkte

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User-Kritiken

Durchschnittliche Bewertung von: 16 Benutzern

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3.9  (16)
 
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3/10

Enttäuschung des Jahres!

Manche Actionsequenzen in der Fantasiewelt sind gut gemacht, das war es dann auch schon! Snyder hat zu viel Arbeit in die Actionszenen gesetzt, sodass Dramaturgie und Logik des Films komplett auf der Strecke bleiben. Die Figuren können nicht den Zuschauer berühren. Die Charaktere bleiben flach, Dialoge sind total anspruchslos und stoßen an die Schmerzensgrenze. Teenies werden beeindruckt sein, ich wollte zeitweise schreiend aus dem Kino rennen!

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1/10

Ein unfassbarer Scheissdreck!

Ich habe "Trash Humpers" gesehen; ein Film der seine Skandalträchtigkeit in der Beliebigkeit des Schnitts und destruktiver Grundsubstanz verborgen sieht.
Ein paar Monate später sehe ich "Sucker Punch" und bin verwundert, dass ein Blockbuster-Film eine identische Reaktion in mir hervorrief. Soweit ich weiß hatte Kracauer eine Definition des "unfilmischen Films" die aber zeitgemäß erweitert werden müsste. Und wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist "Sucker Punch" für diesen Begriff sehr beispielhaft. Allein die Länge dieses Films ist um mehr als eine Stunde überzogen. Zwar hätte "Sucker Punch" als überteuerter Kurzfilm seine Wirkung getan, konnte aber in Filmlänge seine Ideenlosigkeit unmöglich verstecken. So erscheint der Film wie eine endlose Abfolge plumper MTV-Musikclips. Und somit liegt die größte Peinlichkeit vielleicht darin, dass dieser Film schlichtweg unfähig ist seine eigene Realität zu schaffen.

Nun haben solche Filme immer noch die Chance sich mit epischen, mitreissenden, virtuos inszenierten Actionsequenzen zu retten damit zumindest die Geschichte wie ein billiger Anstrich für einen kurzweiligen Unterhaltungsabend dient, stattdessen kann man gerade die actionreichsten Szenen zugunsten einer Zigarette, einem Quickie, oder sich eine To-Do Liste für morgen zusammenzuschreiben, getrost verpassen.

Zack Snyder drehte mit "300" eines der steroidengeladensten Machobrocken der letzten 20 Jahre und man konnte ihn als aufgeklärter Filmliebhaber kaum ernst nehmen. Was einem vom Film übrig blieb war die effektreiche Neuinterpretation eines Mythos und damit konnte man sich zumindest zufrieden geben.

"Sucker Punch" ist so etwas wie der ideologische Nachfolger (im Sinne der Geringschätzung des weiblichen Geschlechts) von "300": Ein Mädchen das in ihrer Traumwelt ninjamäßig alles kurz und klein schlägt um ihrer unvermeidlichen Demütigung an der Poledance-Stange zu entgehen?
Es ist kein Verbrechen ein bereits bestehendes Motiv (Pans Labyrinth) zu übernehmen, es aber so ins Lächerliche zu ziehen ist schlichtweg fahrlässig. Wenn dieser Film überhaupt so etwas wie eine Botschaft haben soll, dann lautet diese ungefähr so: "Fette und hässliche Weiber haben keinen Zugang zu brutalen Zauberwelten in der sie sich austoben können weil sie ständig ans Essen denken, oder schlichtweg zu frustriert sind".............oder so ähnlich.

Weiters ist dieser Film zu verbieten weil man nicht nur an Pans Labyrinth erinnert wird. Hier finden unter anderem Herr der Ringe, Operation Broken Arrow, Matrix natürlich und noch ein weiterer Film der mir jetzt nicht einfallen will, ihre (ent)-würdigung. Ach, natürlich wird der gesamte 1. Weltkrieg auf die Schippe genommen. Gut gemacht Herr Snyder!

Um es kurz zu fassen: Ein Film der gestisch so abgedroschen und überladen ist, dass man nur noch in die Schwärze des Kinosaals starren möchte.

Als Initiator der (noch) nicht existenten "Scheissdreck-Wissenschaften" erweitere ich das Action Genre. "Bubblegum-Action" Es muss keinen Sinn machen, Hauptsache die Gewalt ist Kinderfreundlich.

Sofern Katy Perry zu trällern beginnt, dass sie nicht mehr Everybodys Darling sein will, soll sie sich drei Minuten aus diesem Film rausschneiden- wird schon passen.


Ich gebe 1/10 weil man keine "-3" verleihen kann- schade eigentlich.

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