Ich bin Nummer Vier (2011)

OT: I Am Number Four - 109 Minuten - Action / SciFi
Ich bin Nummer Vier (2011)
Kinostart: 17.03.2011
DVD-Start: 04.08.2011 - Blu-ray-Start: 04.08.2011
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Filmkritik zu Ich bin Nummer Vier

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D.J. Caruso ist ein erfahrener Mann im Bereich des Jugend-Spannungskinos. Seine letzten beiden Filme Disturbia und Eagle Eye zeichnete nicht umsonst eine hoch moderne Interpretation einer klassischen Idee aus. Und so scheint der Filmemacher wie gemacht für die Regie von Ich bin Nummer Vier. Das Problem ist nur, dass er seine Stärken bei diesem High Concept Projekt nie ausspielen darf. Man hat eher das Gefühl, dass ein Marketingguru hier das Sagen hatte und jeden Aspekt auf die Generation Twilight zugeschnitten hat.

John Smith (Alex Pettyfer) ist gemeinsam mit seinem Beschützer Henri (Timothy Olyphant)  ständig auf der Flucht. Denn John sieht zwar aus wie ein Mensch, ist aber in Wirklichkeit ein Ausserirdischer. Er ist einer von neun besonders mächtigen Wesen die von ihrem Heimatplaneten geflohen sind, als dieser angegriffen wurde. Die Verursacher des Massakers haben es nun auf die Überlebenden abgesehen. Drei sind schon tot und John ist der vierte auf der Liste. Dumm nur, dass er sich gerade in Sarah (Dianna Agron) verliebt hat und nicht mehr fliehen will...

Ich bin Nummer Vier hinterlässt den Zuseher mit gemischten Gefühlen. Das Problem an der Sache ist, dass der Film nicht so schlecht ist, dass es sowieso egal ist wie sich die Story entwickelt, sondern gerade schlecht genug ist, dass man sich über das vergebene Potential ärgern kann. Aber soetwas kommt eben heraus wenn Marketingentscheidungen wichtiger sind als eine gut erzählte Geschichte. Denn man hat hier wirklich oft das starke Gefühl, dass Entscheidungen am Reißbrett durchdiskutiert wurden und man nicht nach bestem Interesse für die Geschichte, sondern rein nach Marktanalysen gehandelt hat.

Dabei hat gerade D.J. Caruso mit Disturbia gezeigt, dass er durchaus in der Lage ist einen High Concept Hochglanzfilm spannend und modern zu inszenieren. Ich bin Nummer Vier hingegen nimmt lediglich das Twilight Konzept und ersetzt die Vampir- mit SciFi-Elementen. Dabei ist der Film zwar über die ganze Laufzeit kurzweilig und schafft es sogar teilweise eine gelungene Atmosphäre zu erzeugen. Aber insgesamt gesehen wirkt die Geschichte viel zu inkonsistent um wirklich zu gefallen. Vor allem, da es an der nötigen Tiefe mangelt und vieles nur unbefriedigend angedeutet wird ohne näher darauf einzugehen.

Zwar schwingt im Voice-over von Alex Pettyfer (zumindest im englischen Original) ein Hauch von Wehmut mit, der auf subtile Weise das Potential der Geschichte andeutet, aber diese zarte Blüte darf leider nie erblühen. Stattdessen wirkt es so als würde man jene Elemente in denen wirklich Möglichkeiten versteckt sind, nur schnell abspulen um wieder zur Teenie-Schmonzette zu kommen. Und diese ist zwar durchaus unterhaltsam, aber eben auch klischeehaft und beliebig. Sämtliche Klischees des Highschoolfilms werden pflichtgemäß erfüllt und mit der Twilightthematik gewürzt. Hinzu kommen einige Regiepatzer, die noch mehr an der Stimmung des Films zehren. Auch wirken viele Storyfäden nur angerissen, sodass man stellenweise das Gefühl hat, dass der Film gewaltig zerschnitten und ausgeweidet wurde.

Das ist überhaupt ein ganz großer Kritikpunkt am Film. Denn spätestens am Ende wird klar, dass Ich bin Nummer Vier nur ein Film ist der vorfühlen soll wie das Konzept ankommt. Wird genug eingespielt, kann man mit einem Sequel rechnen. Befriedigend zu Ende erzählt wird nämlich gar nichts. Schlimmer noch: Ich bin Nummer Vier hört genau dann auf wenn man beginnt sich für die Geschichte zu interessieren. Das hinterlässt den Zuseher leider mit einem sehr unbefriedigenden Gefühl. Schlussendlich hängt man völlig in der Schwebe und hat nicht den Eindruck einen wirklich runden Film gesehen zu haben.

Fazit:
Ich bin Nummer Vier ist ein kurzweiliger Unterhaltungsfilm der an einigen Stellen durchblitzen lässt, dass der Film deutlich hochwertiger hätte sein können. Dazu hätten aber die Marketingurus, die scheinbar unbedingt einen Teeniefilm im Twilightkostüm wollten, aber weniger reinreden dürfen. Denn in seiner jetztigen Form ist Ich bin Nummer Vier ein zerstückelter Konzeptfilm, dem es an Konsistenz mangelt. Hinzu kommt, dass vieles nur angerissen wird, was darauf hin deutet, dass man nur einmal für ein mögliches Franchise vorfühlen wollte.


Wertung:
6/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 4.6/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 14
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