![]() ![]() Enter the Void OT: Enter the Void Regie: Gaspar Noe Drehbuch: Gaspar Noe Filmstart: 18.03.2011 | Laufzeit: | Drama-Thriller |
Oscar (Nathaniel Brown) und Linda (Paz de la Huerta) sind Geschwister, die ihre Eltern bereits in früher Kindheit bei einem Autounfall verloren haben. Vor Jahren hat Oscar seiner Schwester versprochen, dass er sie nie alleine lassen wird. Nun leben sie in Tokio und sind etwas auf die schiefe Bahn geraten. Oscar arbeitet als Drogendealer und ist auch selbst einem Trip nicht abgeneigt. Linda arbeitet in einem Nachtclub. Doch ein Abend soll alles ändern: Oscar wird in eine Falle gelockt und schließlich von der Polizei erschossen. Nun gleitet seine Seele durch das Lichtermeer von Tokio...
Der Fokus liegt dabei radikal auf Oscar. Von Anfang an sehen wir den Film aus seinen Augen - und das ist hier auch wirklich wörtlich zu verstehen. Die Kamera rückt direkt in den Kopf von Oscar und zeigt uns alles, Blinzeln inklusive, aus seinem Blickwinkel. Wir beginnen unsere Reise in Oscars Wohnung, die Neonlichter scheinen herein und es dauert auch nicht allzu lange, bis er sich auf einen Drogentrip begibt und die Leinwand in einem Farbenmeer versinkt. Gaspar Noé schafft es geschickt die Illusion des Eintauchens in den fremden Körper aufrecht zu erhalten.
Und dann folgt erst einmal der große Schritt hinein ins Nichts. Genau wie Oscar werden wir von den Ereignissen überrollt, sein Ableben trifft uns und es tut weh diese Welt (die in kurzer Zeit aus dem Nichts eine solche Stimmung aufgebaut hat) zu verlassen. Doch nun legt Gaspar Noé erst richtig los. Die Kamera wird entfesselt und darf ihren anmutigen Totentanz in der Leere aufführen. Kreisförmig entzieht sich die subjektive Kamera aus dem leblosen Körper von Oscar - eine Seelenwanderung hinein in eine Zwischenwelt, die wir in Folge erkunden werden.
Es ist nicht immer leicht dem Film dabei zu folgen. Enter the Void ist ein existenzialistischer Seelentrip, der auch einige Geduld vom Zuseher einfordert. Denn Gaspar Noé nimmt sich viel Zeit und macht keine Kompromisse. Und obwohl man eingestehen muss, dass es dadurch durchaus einige Längen gibt, ist Enter the Void doch eine so dermaßen kühne und imponierende Vision, dass man über diese Fehler gerne hinweg sieht. Wer sich einmal in diesen Strudel fallen hat lassen, der wird weich dahingetragen und dankbar sein, dass Gaspar Noé den Mut hatte den Film auf genau diese Weise zu inszenieren.
Fazit:
Enter the Void ist kein einfacher Film. Gaspar Noé lässt Erzählstrukturen stets nur aufblitzen und konzentriert sich stattdessen ganz auf die reine Erfahrung. Es ist ein existenzialistischer Seelentrip, den er hier inszeniert hat und man muss zugeben, dass es durchaus etwas vom Zuseher verlangt sich den Film anzusehen. Doch wer sich einmal fallen lässt und in diesem wilden Lichtermeer versinkt, der wird eingestehen, dass Enter the Void ein ganz besonderer Film ist, der auf höchst imponierende Weise etwas Neues wagt. Es haben sich zwar durchaus Längen eingeschlichen, aber im Gesamten betrachtet ist Enter the Void ein beeindruckender und radikaler Film, der hervorragend funktioniert.
Wertung:
8/10 Punkte
09.08.2010 - Enter the Void - Deutscher Trailer
10.08.2010 - Enter the Void - Englischer Trailer
02.11.2009 - Enter the Void - Teaser
02.11.2009 - Enter the Void - Teaser-Trailer online!
25.05.2009 - Enter the Void - Neues Szenenbild online!

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