The Rite - Das Ritual (2011)

OT: The Rite - 114 Minuten - Horror / Thriller
The Rite - Das Ritual (2011)
Kinostart: 18.03.2011
DVD-Start: 15.07.2011 - Blu-ray-Start: 15.07.2011
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Filmkritik zu The Rite - Das Ritual

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Da ist er also, der alljährliche Exorzismusfilm, der von den Studios in blankem Kalkül in die Lichtspielhäuser gebracht wird. Das Vorbild liefert immer noch William Friedkins Klassiker Der Exorzist und zumindest im Fall von The Rite lässt sich ohne schlechtes Gewissen erwähnen, dass alle Änderungen die gegenüber dem klassischen Muster gemacht werden, eher dazu führen, dass der Film ein bisschen schlechter wird, als dass es dem Film wirklich nützen würde. Über weite Strecken plätschert The Rite relativ harmlos und unausgegoren vor sich her ohne jemals wirklich durchzustarten.

Michael Kovak (Colin O'Donoghue) ist Priester in Ausbildung, zweifelt aber an seinem Glauben und will deshalb auch das geistliche Lager verlassen. Doch Pater Matthew (Toby Jones) will den vielversprechenden Michael nicht so schnell aufgeben und überredet ihn bei einem zweiwöchigen Exorzismus-Kurs in Rom mitzumachen. Doch auch dort ist die Skepsis von Michael nicht zu übersehen, weswegen er zu Pater Lucas Trevant (Anthony Hopkins) geschickt wird. Und dort darf er dem erfahrenen Exorzisten über die Schulter blicken und im Angesicht dessen was er dort sieht, fällt es bald schon schwer nicht mehr an Dämonen zu glauben...

Es ist ja ein gängiger Griff in die Trickkiste, wenn Filme von sich behaupten, dass sie auf einer wahren Begebenheit basieren. Dies ist auch bei The Rite der Fall und bei nicht wenigen Filmen (eben auch bei The Rite), kann man gerne davon ausgehen, dass von der wahren Begebenheit letzten Endes nur mehr ein Fünkchen übrig geblieben ist. Gerade wenn ein dermaßen plumper und klerikaler Film wie The Rite über die Leinwand flimmert wirkt sich die Verankerung in der Realität aber nicht wirklich positiv aus.

Vielleicht mag sich ja tatsächlich jemand von den hohlen Werbephrasen beeindrucken lassen, aber für die meisten Zuseher wird es nur eine zusätzliche Erinnerung an die vielen Schwächen des Films sein. Das soll ein Horrfilm sein? Wo sind dann die schockierenden und angsterfüllenden Szenen? Schockmomente kann man mit der Lupe suchen, die Einführung ist träge, Stimmung ist nur in Ansätzen vorhanden und die Exorzismusszenen hat man schon unzählige Male spannender gesehen. Wo ist die knisternde Atmosphäre, wo die Angst, die sich eigentlich ausbreiten sollte?

Aber halt, will der Film vielleicht eher ein Charakterdrama sein? Wieso ist dann alles so oberflächlich und die Geschichte so dermaßen blauäugig und simpel? Warum erstarrt der Film förmlich vor dem christlichen Glauben als höchste Instanz, der jedes Problem lösen kann? Wieso sind die Charaktere dermaßen seichte Abziehbilder, bei denen man nie die Person dahinter, sondern stets nur den Antrieb für die Story endtecken kann? Und vor allem: Warum schafft es der Film nicht die offensichtlichen Konflikte der Hauptfigur glaubhaft zu verankern und wirklich plausibel zu schildern?

Fragen über Fragen die The Rite hier aufwirft. Vieles wirkt unausgegoren und nicht zu Ende gedacht. The Rite ist deshalb auch eher ein Film aus der Retorte, der kaum überzeugende Standpunkte vorbringen kann. Gefällig ist lediglich das solide Spiel von Anthony Hopkins, auf den man sich immer wieder freuen kann, da er einer der wenigen Darsteller im Film ist, die etwas Pepp mitbringen. Hauptdarsteller Colin O'Donoghue hingegen bleibt etwas blass. In Summe betrachtet ist The Rite zwar ein großteils kurzweiliger Film, der auf Grund seiner zahlreichen Schwächen jedoch nicht wirklich überzeugend ist.

Fazit:

The Rite ist ein wenig überzeugender Exorzismusfilm aus der Retorte. Die Horrorelemente sind zu zahm, die Charakterentwicklung ist zu flach und die übermäßige Huldigung des christilichen Glaubens als Retter in der Not ist etwas anstrengend. Lediglich Anthony Hopkins sorgt für etwas Stimmung auf der Leinwand, aber das rettet den Film auch nicht wirklich. Wer einen kurzweiligen Film für Zwischendurch sehen will, der kann sich The Rite ansehen, alle anderen versäumen auch nichts.

Wertung:

4/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.1/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 14
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Liste von shitneyy
Erstellt: 20.05.2015