Fantastic Four 2 - Rise of the Silver Surfer (2007)

OT: - 92 Minuten - Comic / Action
Fantastic Four 2 - Rise of the Silver Surfer (2007)
Kinostart: 14.08.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Fantastic Four 2 - Rise of the Silver Surfer

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Deutschlands Erfolgsproduzent Nummer 1 Bernd Eichinger musste sich lange gedulden, bevor er seine teuer eingekaufte Lizenz verwenden konnte: Bereits vor rund 20 Jahren hat er sich die Rechte an Stan Lees Erfolgscomic gesichert, die Technik war aber lange nicht reif genug, um Fantastic Four ins Kino zu bringen. Um die Rechte nicht zu verlieren, ließ Eichinger das Comic 1994 schon einmal mit einem minimalistischen Budget von 1,5 Millionen Dollar pro forma für die Leinwand adaptieren. 2005 war die Zeit dann allerdings reif, den weltweiten Comicboom auszunutzen und einen "echten" Fantastic Four Film zu realisieren.

Dieser wurde auch ein durchschlägiger Boxofficeerfolg, was nach den Gesetzen des modernen Kinos natürlich eine Fortsetzung bedeutet. Diese ließ auch nur zwei Jahre auf sich warten, und so kommen wir diesen Kinosommer in den "Genuss" von Fantastic Four 2 - Rise of the Silver Surfer. Mit diesem Film konnte Eichinger zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Auf der einen Seite kann er natürlich seine Cashcow Fantastic Four weitermelken, denn beim noch immer andauernden Comic-Boom ist ein finanzieller Erfolg gewiss. Auf der anderen Seite gibt ihm der Film die Gelegenheit, seine zweite Comiclizenz, die des Silver Surfers, endlich zu nutzen. Also für alle Friede, Freude, Eierkuchen? Mitnichten, denn über diesen Film wird sich wohl nur Bernd Eichinger freuen können. Für die Zuseher ist er fast eine Zumutung.

Reed Richards (Ioan Gruffudd), der Mutant mit den elastischen Gliedmaßen, und seine geliebte Invisible Woman (Jessica Alba) wollen heiraten, doch für Superhelden ist das gar nicht so einfach. Ein gewaltiger Medienzirkus begleitet sie auf Schritt und Tritt, und just als sie die Trauung vollziehen wollen, kommt ein mysteriöses außerirdisches Wesen auf die Erde: Der Silver Surfer. Reed entdeckt, dass dieser schon verschiedene Welten heimgesucht hat, und dass alle acht Tage nach seiner Ankunft zu unbewohnbaren Steinehaufen geworden sind. Gemeinsam mit ihren Kollegen Johnny (Chris Evans) und Ben Grimm (Michael Chiklis) müssen sie sich gegen die Bedrohung wehren. Da sie jedoch alleine machtlos sind, bekommen sie Hilfe von ihrem totgeglaubten Erzfeind Victor Von Doom (Julian McMahon)...

Ich bin wahrlich kein Gegner von guter Blockbusterunterhaltung, aber Fantastic Four 2 ist eine mittlere Katastrophe geworden. Vielleicht bin ich bereits zu verwöhnt von der hochwertigen Konkurrenz, aber die Comicadaption von Fantastic Four ist definitiv in die Hose gegangen. Dabei hätte man doch genügend Beispiele für gelungene Adaptionen parat gehabt, warum man also hier soviel falsch gemacht hat ist mir ein Rätsel. Die Spider-Man Franchise wird von Kultregisseur Sam Raimi getragen, X-Men wird von Die üblichen Verdächtigen-Regisseur Bryan Singer inszeniert und Batman bekommt seine standesgemäße Umsetzung von Wunderkind Christopher Nolan. Warum setzt Fantastic Four also auf den Regieblindgänger Tim Story?

Dieser kann nämlich in keiner Situation punkten. Die oben genannten Vorbilder haben gezeigt, worauf es ankommt: Wichtig sind vor allem glaubhafte Charaktere, mit denen der Zuseher mitfiebert und die sich auch nachvollziehbar entwickeln. So hat man für Spider-Man eine breite Hintergrundgeschichte zu Peter Parker ausgespannt und in Batman Begins hat man deutlich gezeigt, wie aus Bruce Wayne Batman wurde. Fantastic Four 2 nun schiebt seine farblosen Figuren lieblos durch die Gegend und scheint nur daran interessiert zu sein, alles möglichst schnell hinter sich zu bringen. Die Qualität ist egal, alles was gebraucht wird ist eine zugkräftige Lizenz und ein paar Szenen für den Trailer, um die Leute ins Kino zu locken.

Ansonsten bietet Fantastic Four 2 wirklich nicht viel. Selbst die Actionszenen und Effekte sind für den von Spider-Man verwöhnten Zuseher eine Enttäuschung. Kurzweiligkeit ist nicht gegeben, und selbst die ohnehin kompakten 92 Minuten fühlen sich hier unangenehm lange an. Die Story selbst ist eine gigantische Ansammlung von nicht nachvollziehbarem Hin- und Hergehopse und lässt den Zuseher oft verblüfft zurück. Der Silver Surfer ändert seine Ansichten innerhalb einer Sekunde, und dass Von Doom keine lobreichen Absichten hat, erkennt wohl jeder auf den ersten Blick.

Die Geschichte selbst ist sehr hohl, langweilig und stellenweise schon fast naiv. Wenn der Silver Surfer dann am Ende seinen Spruch "Jeder hat eine Wahl" loslässt, dann wird der Kitschfaktor beinahe übermenschlich. Auch ansonsten gibt es nicht viel, das einen Kinobesuch rechtfertigen würde. Zwar versucht man ständig, den Film mit Humor aufzulockern, aber dies sind lediglich sehr abgedroschene Witze, die so gut wie nie zünden. Lediglich ganz wenige Einfälle können dem Zuseher ein Lächeln entlocken und diese gehen eigentlich ausschließlich auf die Kappe von Steinmutant Ben Grimm alias Das Ding.

Dies führt uns zum nächsten Kritikpunkt an Fantastic Four 2: Die Protagonisten sind allesamt farblos, und als Zuseher kann man sich eigenlich nur mit "dem Ding" Ben Grimm anfreunden, der als einzige wirklich sympathische Figur in Erinnerung bleibt. Ansonsten sind Reed Richards und Johnny nur wandelnde Klischees, und von der unsichtbaren Dame, von Jessica Alba dargestellt, braucht man gar nicht erst anzufangen. Diese wurde nur als eye candy eingebaut und kann ansonsten nichts zeigen. Alle Darsteller wirken vollkommen planlos und scheinen sich nach einem besseren Regisseur zu sehnen. Fantastic Four 2 ist eine Riesenenttäuschung, und der Zuseher sollte solch durchkalkuliertes, herzloses Kino nicht unterstützen.

Fazit:
Fantastic Four ist vollkommen gefühls- und hirnlos. Ein Film, der nur rausgeschmissen wurde, um die schnelle Kohle zu machen. Bernd Eichinger wird seine Freude haben, aber für den Zuseher bleibt nicht viel übrig. Blasse Superhelden treffen auf einen mies gestalteten Gegenspieler, der in Wirklichkeit ja gar nicht so böse ist, und die ersten Längen bekommt der Film bereits kurz nach dem Start. Eigentlich schon fast eine Kunst, dass ein solcher Film trotz der kurzen Spieldauer von 92 Minuten schmerzlich langweilig ist. Für den verwöhnten Blockbusterbesucher ist Fantastic Four 2 ein übler Tiefschlag: Im Vergleich zur Konkurrenz bietet er nur schwache Effekte, lieblose Figuren und vor allem eine fast peinlich naive Geschichte. Bitte Finger weg davon!

Wertung:
3/10 Punkte









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Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015