Last Night (2010)

OT: Last Night - 90 Minuten - Romantik / Drama
Last Night (2010)
Kinostart: 04.03.2011
DVD-Start: 24.06.2011 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Last Night

Jeder Film löst verschiedene Reaktionen beim Zuschauer aus. Sei es Gelächter bei einer Komödie, Tränen bei einem Drama, fesselnde Spannung beim Actionthriller oder Schreie und Ekel beim Betrachten eines Horrorfilms. Doch welchen Affekt sollte ein Beziehungsfilm bewirken? Wie gelingt es einem Regisseur den Zuschauer auch bei diesem Genre zu fesseln? Regiedebütantin Massy Tadjedin beantwortet diese Fragen in ihrem Film Last Night. Dort gelingt es ihr die Beziehungen der vier verschiedenen Hauptfiguren so realitätsnah zu präsentieren, dass jeder Zuschauer, individuell mit seinen eigenen Erfahrungen, das Geschehen des Films und das Handeln der Charaktere verurteilen oder für richtig halten kann. Doch nun zu den Charakteren und deren Beziehungen.

Joanna Reed (Keira Knightley) ist eine Schriftstellerin und mit dem Immobilienmakler Michael Reed (Sam Worthington) verheiratet. Das jungverheiratete Paar befindet sich auf einer Geschäftsparty. Dort lernt Joanna die attraktive Laura (Eva Mendes), Michaels Kollegin, kennen und bemerkt, dass sich diese zu ihrem Ehemann hingezogen fühlt. Wieder Zuhause angekommen beginnt die eifersüchtige Joanna einen Streit, da Michael ihr nichts von Laura und ihren Annäherungsversuchen erzählt hatte. Im Laufe der Nacht beruhigt Michael seine Frau wieder. Am nächsten Morgen verreist er geschäftlich mit Laura, sodass Joanna die Zeit und Ruhe findet, um an ihrem Buch weiterzuschreiben. Bei einem kurzen Spaziergang in der Stadt, New York, begegnet sie ihrem ehemaligen Geliebten Alex Mann (Guillaume Canet) nach ein paar Jahren wieder. Sie verabreden sich und Joanna wird klar, dass sie noch Gefühle für Alex hat. Währenddessen begeben sich Michael und Laura nach ihrer Ankunft in eine Bar...

Wer geht fremd, wer bleibt treu? Diese Frage stellt sich jeder Zuseher im Verlauf des Films. Durch mehrfachen Wechsel des Schauplatzes und einem wechselhaften Schnitt erzeugt die Regisseurin, die auch das Drehbuch verfasste, Spannung. Darüber hinaus kann der Zuschauer beinahe zeitnah beobachten, wie sich Joanna und Michael verhalten. Die Szenen zwischen Joanna und Alex überwiegen hier. Keira Knightley (Fluch der Karibik, Abbitte, Die Herzogin) und Guillaume Canet (The Beach, The Last Flight) überzeugen mit einer hervorragenden Chemie, wobei Eva Mendes (Die etwas anderen Cops) und Sam Worthington (Avatar, Eine offene Rechnung) im Vegleich eher etwas untergehen. Dies hängt auch mit dem Drehbuch zusammen, da Alex und Joanna eine Hintergrundgeschichte haben, die mit der Zeit zum Vorschein kommt.

Charakterzüge und Beziehungskonstellationen werden dem Zuseher durch Dialoge präsentiert. Regisseurin Tadjedin,  die zuvor nur als Drebuchautorin (The Jacket, Leo) tätig war, taucht hier nicht tief genug in die Figuren hinein. Wie oben bereits beschrieben, schwächelt der Film etwas bei den Szenen zwischen Mendes und Worthington. Vor allem liegt dies an den eher mangelnden Charakterzügen und Motiven dieser Charaktere. Doch durch das Einbauen von alltäglichen Tätigkeiten kann sich das Publikum trotzdem schnell in die Lage der Figuren hineinversetzten und sich je nach eigenen Erfahrungen mit einem der vier Hauptcharaktere identifizieren. Die alltäglichen Aktivitäten werden durch Zeit-raffende Schnitte verkürzt. Joanna wird demnach zum Beispiel beim Geschirrspülen und beim Aufräumen der Wohnung gezeigt. Da Tadjedin diese Technik zu oft verwendet, kommt ein paar Mal Langeweile beim Betrachter auf, allerdings stört dies nicht sonderlich.  Im Großen und Ganzen ist Last Night ein sehenswerter Film für Frau und Mann, da das Thema Beziehung und Liebe jeden anspricht.

Fazit:
Filmemacherin Massy Tadjedin schafft es in ihrem Beziehungsdrama Last Night durch die realitätsnahe Inszenierung den Zuschauer relativ schnell in das Filmgeschehen einzubeziehen. Dies kann sogar zum Streit zwischen den Betrachtern während des Films führen, da die im Film präsentierten Beziehungskonstellationen, auch trotz einiger Mängel, auf das eigene Leben übertragen werden können, sodass sowohl das weibliche, als auch das männliche Publikum eine Meinung zum Filmgeschehen äußern kann.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
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Liste von celinaah
Erstellt: 24.12.2015