Unknown Identity (2011)

OT: Unknown Identity - 113 Minuten - Thriller / Drama / Mystery
Unknown Identity (2011)
Kinostart: 03.03.2011
DVD-Start: 06.10.2011 - Blu-ray-Start: 06.10.2011
Will ich sehen
Liste
10587
Bewerten:

Filmkritik zu Unknown Identity

Von am
Regisseur Jaume Collet-Serra hat sich in seiner bisherigen Karriere mit Filmen wie House of Wax und Orphan noch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Auch sein neuester Streich Unknown Identity schafft es nicht vollends zu überzeugen. Zwar bemühen sich die Darsteller bei dem Spaß mitzumachen, aber obwohl sich der Film äußerst kurzweilig gibt wird mit den haarsträubenden Storytwists leider etwas übertrieben. Das geht soweit, dass sich die Storyfäden arg verheddern und die Plausibilität etwas auf der Strecke bleibt.

Dr. Martin Harris (Liam Neeson) reist gemeinsam mit seiner Frau Liz (January Jones) nach Berlin. Dort soll der Wissenschaftler auf einem Kongress sprechen. Doch es kommt alles anders als erwartet: Nachdem die beiden im Hotel ankommen, muss Martin feststellen, dass er seinen Aktenkoffer am Flughafen vergessen hat. Also schnappt er sich ein Taxi und fährt zurück. Doch bei dieser Fahrt kommt es zu einem schweren Unfall und nachdem er einige Tage später aus dem Koma aufwacht findet er eine veränderte Welt vor: Seine Frau kennt ihn nicht wieder und an ihrer Seite befindet sich ein Mann, der von sich behauptet Dr. Martin Harris zu sein...

Speziell zu Beginn schafft es Regisseur Jaume Collet-Serra noch wirklich sehr gut Spannung zu erzeugen und auf unterhaltsame Weise Liam Neeson durch Berlin zu navigieren. Der große Bonus ist hier das Unbekannte und obwohl von Anfang an klar ist, dass Unknown Identity wohl keine Wunderlösung aus dem Hut zaubern kann, die das alles zufriedenstellend erklärt, macht die Puzzlejagd unglaublich viel Spaß. Hier schwingen natürlich auch die Erinnerungen an Liam Neesons fulminanten Ausflug nach Paris in 96 Hours mit, weswegen man stets damit rechnet, dass die Hauptfigur in Kürze von der Leine gelassen wird.

Die Haken die der Film schlägt sind über weite Strecken zufriedenstellend und auch die auftauchenden Nebenfiguren wissen zu gefallen. Natürlich sind die Rollen von Diane Kruger und Bruno Ganz bloß Abziehbilder, aber die beiden spielen ihre Figuren mit einer solchen Freude am Trivialen und Überzogenem, dass sich diese Freude nahtlos auf das Publikum überträgt. Auch Liam Neeson macht seine Sache sehr gut und trägt den Film mühelos. Das Problem ist nur, dass Unknow Identity schlussendlich eine Schippe zuviel nachlegt und sich im Finale gewaltig verstolpert.

Denn die letzte Wendung des Films dreht rückblickend noch einmal die gesamte Bedeutung der Geschichte um und verändert zusätzlich auch noch die Charakterisierung der Hauptfigur. Einmal ganz davon abgesehen, dass dieser Twist rein gar keinen Sinn ergibt und selbst innerhalb der Konstruktion des Films völlig unglaubwürdig ist, bringt er den Zuseher auch noch dazu die Sympathien für die Hauptfigur zu überdenken. Dieser schwache Ausklang dämpft leider einen ansonsten durchaus unterhaltsamen Film.

Denn Jaume Collet-Serra schafft es geschickt durch seine gewitzte Inszenierung über die flache Geschichte hinweg zu trösten. Die Action ist knackig inszeniert, das Tempo ist durchgehend hoch und obwohl die Geschichte von Anfang an äußerst konstruiert wirkt, wächst uns die Hauptfigur dennoch ans Herz und es macht Spaß ihn bei seiner rastlosen Jagd zu beobachten. Wer auf kurzweilige Zerstreuung aus ist und über klaffende Logiklöcher hinwegsehen kann, bekommt mit Unknown Identity jedenfalls einen großteils unterhaltsamen Film geboten.

Fazit:
Unknown Identity ist ein über weite Strecken kurzweiliger und unterhaltsamer Film, der einfach Spaß macht. Liam Neesons Puzzlejagd durch Berlin ist spannend und temporeich umgesetzt. Das Problem ist nur: Die Story macht zwar von Anfang an keinen Hehl daraus, dass es hier klaffende Logiklöcher gibt, aber der finale Twist des Films ist dann doch zu viel des Guten. Wer aber über die unglaubwürdige Story hinwegsehen kann, der bekommt mit Unknown Identity einen durchaus unterhaltsamen Film geboten.

Wertung:
6/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6.7/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 22
10 /10
9%
9 /10
0%
8 /10
14%
7 /10
27%
6 /10
32%
5 /10
18%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Stephen Kings Es (1990)
Gothika (2003)
Doppelmord (1999)
Unbreakable - Unzerbrechlich (2000)
Orphan (2009)
72 Stunden - The Next Three Days (2010)
Ruhet in Frieden - A Walk among the Tombstones (2014)
The Sixth Sense (1999)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!