127 Hours (2010)

OT: 127 Hours - 94 Minuten - Abenteuer / Drama / Thriller
127 Hours (2010)
Kinostart: 18.02.2011
DVD-Start: 17.07.2011 - Blu-ray-Start: 17.07.2011
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Filmkritik zu 127 Hours

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Der Oscar hat immer noch eine gewaltige Bedeutung in der Filmindustrie. So ist es wohl vor allem dem besagten Goldmann zu verdanken, dass Regisseur Danny Boyle (der den Preis für Slumdog Millionär erhielt) den fast schon intimen Film 127 Hours drehen konnte. Denn ohne den Oscarbonus im Hintergrund wäre es wohl deutlich schwieriger gewesen einen Film zu finanzieren, der vorwiegend als One-Man-Show in einer Felsspalte angelegt ist und dabei vor allem das Innenleben seiner Figur auslotet.

Aron Ralston (James Franco) ist ein begeisterteter Outdoor-Junkie. Dabei bricht er gerne einmal alleine auf, ohne jemanden zu informieren wohin er sich denn begibt. Ein Umstand der ihm im Jahr 2003 zum Verhängnis wird: Denn nach einer Radtour und einem kurzen Flirt mit zwei Mädels kommt es zu einem folgenreichen Zwischenfall. Aron rutscht in einer Felsspalte ab und klemmt sich den rechten Arm unter einem Felsen ein. Mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versucht er sich zu befreien. Doch nach 127 Stunden und ohne Hilfe in Sicht fasst er einen schwierigen Entschluss: Er amputiert sich seinen Arm...

Danny Boyle ist ein Filmemacher der mit allen Wassern gewaschen ist und der sich in den verschiedendsten Genres versucht und großteils auch behauptet hat. Sein neuestes Werk 127 Hours ist dabei erneut ein höchst gelungener Film geworden, der den ewigen Kampf Menschen gegen Natur ins Zentrum rückt und dabei auf kreative Weise in den Geist eines Mannes am Rande des Wahnsinns abtaucht. Und das alles beruht auch noch auf der atemberaubenden wahren Geschichte von Aron Ralston, der diese bereits in einem Buch verarbeitet hat.

Boyle spielt bei der Verfilmung dieser Geschichte seine ganzen Trümpfe aus. Zu Beginn setzt er auf einen atemberaubenden Bilderrausch, der sich immer weiter in schnelle Schnitte und effektvolle Split-Screens steigert. Die Bewegungsfreude des Sport- und Naturjunkies Ralston wird somit direkt aufs Publikum übertragen. Wenn dann der Absturz in die Spalte folgt, ist das erstmal ein gewaltiger Schock, der auch für die Zuseher fast körperlich spürbar ist. Um Überraschungen geht es dabei nicht (es macht also nichts wenn man bereits weiß wie der Film ausgeht), denn seine wahren Stärken bezieht 127 Hours ohnehin aus seiner Bindung an die Hauptfigur und seine transzendalen Erfahrungen - oder einfach um das pure Erleben, am besten auf einer großen Leinwand.

Denn obwohl sich der Film nach dem Absturz zunächst einbremst verzichtet Danny Boyle auch in Folge nicht darauf sein Repertoire auszunutzen. So vermischen sich Halluzinationen, Kindheitserinnerungen und ein geführtes Videotagebuch (das übrigens auch der echte Ralston führte, aber nicht veröffentlicht hat) zu einem bebilderten Seelenbericht eines Mannes, der an der Grenze zum Tod sein Leben reflektiert. Boyle verwebt diese verschiedenen Elemente mit der Hand eines Meisters und schafft es den örtlich sehr limitierten Film nicht nur kurzweilig, sondern auch äußerst ergiebig zu gestalten.

Ermöglicht wird dies unter anderem von einer Ausnahmeleistung von Hauptdarsteller James Franco, der den Film solide trägt und eine atemberaubende Galavorstellung liefert. Vom einzelgängerischen Outdoorfan über den sympathischen Zeitgenossen, bis hin zum nervlichen Wrack spielt er seine Figur in allen Facetten und mit einer einprägsamen Leinwandpräsenz. Unter der weitsichtigten und stets prägnanten Regie von Danny Boyle fügen sich alle Einzelaspekte des Films zu einem äußerst befriedigenden Gesamtwerk zusammen, dass es auf kurzweilige Weise schafft eine wahnsinnige wahre Geschichte in einen vielschichtigen und fiebrigen Film zu transformieren.

Fazit:
127 Hours ist ein fesselnder und unterhaltsamer Film in dem Regisseur Danny Boyle erneut seine brillanten handwerklichen Fähigkeiten zeigt. Der britische Regisseur zieht alle Register um das Bestmögliche aus der lokal eingegrenzten wahren Begebenheit zu holen und alles aus seinem großartigen Hauptdarsteller James Franco zu holen. 127 Hours ist ein intensiver und fantastisch inszenierter Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Wertung:
8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.2/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 63
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