True Grit (2010)

OT: True Grit - 110 Minuten - Abenteuer / Drama / Western
True Grit (2010)
Kinostart: 24.02.2011
DVD-Start: 30.06.2011 - Blu-ray-Start: 05.01.2012
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Filmkritik zu True Grit

Von am
Joel und Ethan Coen haben die amerikanischen Independentszene geprägt, wie kaum ein anderer Filmemacher. Egal ob Blood Simple, Miller’s Crossing, Barton Fink, Fargo, The Big Lebowski, The Man Who Wasn’t There, No Country For Old Men, Burn After Reading oder A Serious Man, das Oeuvre der Gebrüder Coen ist gespickt mit herausragenden Filmen. Aus ihrem kurzzeitigen Tief (Ein (un)möglicher Härtefall, The Ladykillers) haben sie sich mit dem Oscar-Abräumer No Country For Old Men gezogen und seit dem haben sie auch keinen schlechten Film mehr gemacht. Und dieser Umstand ändert sich auch nicht mit True Grit - einem doch überraschenden Film, wenn man das bisherige Werk der Filmemacher kennt.

Mattie Ross (Hailee Steinfeld) ist 14 Jahre alt und ihr Vater wurde erst kürzlich hinterhältig ermordet. Nun will sie dessen Mörder Tom Chaney (Josh Brolin) seine gerechte Strafe zukommen lassen. Da sie nicht auf die Regierung hoffen kann engagiert sie den etwas heruntergekommenen Marshall Reuben Cogburn (Jeff Bridges) um sich der Sache anzunehmen. Auch Texasranger LaBoeuf (Matt Damon) lässt sich von den finanziellen Aussichten mitreissen. Und so ziehen die drei ungleichen Gefährten los um sich auf die Suche nach einem Mörder zu machen...

Mit True Grit verabschieden sich die Coen Brüder, die ansonsten bekannt sind für neue Blickwinkel auf etablierte Genres und wilde Mischungen, von ihrer angestammten Art Filme zu machen, und wenden sich einer eher klassischen Form des Geschichtenerzähelns zu. Das Remake jenes John Wayne Klassikers, für den dieser seinen Oscar als Bester Hauptdarsteller bekommen hat, baut nicht darauf Standards einzureissen, stattdessen machen sich die Coens eine sehr klassische Erzählung zunutze um ein visuell umwerfendes Epos mit betörendem Märchencharakter im Sinne einer oralen Überlieferung zu erzählen.

Doch natürlich wären die Coens nicht die Coens, wenn sie nicht doch auf gewisse Weise mit den Erwartungen spielen würden. Denn wilde Schiessereien und sonstige Westernklischees kommen bei ihnen (wenn überhaupt) nur am Ende zum Zug. Der Film selbst ist eher eine leise Ballade, eine zarte Überlieferung und einfach eine sehr schöne Geschichte. Die betörenden Bilder, die ruhige Erzählung und die kraftvollen Darsteller sorgen für eine faszinierende Atmosphäre in der man gerne versinkt und gespannt den Geschehnissen folgt.

Gut-Böse-Muster spielen dabei nur eine unwichtige Rolle. Zwar gibt es zunächst die klare Einteilung in die guten Verfolger und den bösen Verbrecher, doch da man letzteren nur am Ende des Films zu Gesicht bekommt, und dieser auch nicht den düsteren Erwartungen entspricht, weichen sich die Grenzen zunehmend auf. Die Guten hingegen sind auch nicht ganz so gut und verfolgen großteils nur ihre eigenen Ziele. In diesem Hohlraum, man kann es fast als Vakuum der klassischens Western-Motive bezeichnen, erzählen die Coens ihre Story. Und dies ist vor allem eine Geschte der Momente und kleinen Gesten.

True Grit
erreicht dabei nicht die Brillanz ihres letzten Ausflugs in das Genre, dem modernen Western No Country For Old Men, aber das ist auch gar nicht notwendig. Das kreative Brüderpaar zelebriert mit True Grit die Kraft des klassischen Geschichtenerzählens und serviert einen Film in dem man versinken kann. True Grit ist betörend gefilmt, stilvoll erzählt, ruhig inszeniert und kraftvoll gespielt. Coen Fans sollten sich darauf einstellen, dass True Grit in eine andere Richtung geht als ihre anderen Filme, wer aber Lust auf eine märchenhafte und fesselnde Erzählung hat, der wird seine helle Freude am stilsicheren, klassischen Western-Remake haben.

Fazit:
Die Coen Brüder halten sich bei ihrem neuesten Streich True Grit stilistisch etwas zurück, verzichten großteils auf Experimente und versuchen sich im klassischen, epischen Geschichtenerzählen. Und dieser Versuch ist vollends geglückt. Wunderschöne Bilder, eine fabelhafte Atmosphäre und eine kraftvolle Erzählung sorgen dafür, dass True Grit ein sehr sehenswerter Film geworden ist. Die märchenhafte und epische Erzählung lädt geradezu ein darin zu versinken und alles rundherum zu vergessen.

Wertung:
8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.6/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 61
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