Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu (2010)

OT: Gulliver's Travels - 85 Minuten - Komödie / Fantasy / Abenteuer
Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu (2010)
Kinostart: 10.02.2011
DVD-Start: 18.03.2011 - Blu-ray-Start: 18.02.2011
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Filmkritik zu Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu

Von am
Regisseur Rob Letterman, bekannt für seine Animationsfilme Große Haie - Kleine Fische und Monsters vs. Aliens, ist also jene unglückliche Seele, die sich für die neueste seelenlose Kommerzproduktion der Marke Hollywood hergeben muss. Für einen Regisseur bedeutet dies in der Regel folgendes: Man bekommt einen Star vor dir Nase gesetzt und muss diesen irgendwie abfilmen während er sich durch das (in der Regel eher mäßige) Drehbuch kämpft. Befriedigend ist dies für niemanden: Sicher nicht für den Regisseur, wohl auch nicht für den Star und am allerwenigsten für das Publikum.

Lemuel Gulliver (Jack Black) ist ein gemütlicher, unambitionierter Angestellter in der Postabteilung einer Zeitung. Seit längerer Zeit hat er nun bereits ein Auge auf die Reisereporterin Darcy (Amanda Peet) geworfen, hat aber nicht den Mut um sie anzusprechen. Doch sein Leben ändert sich, als ein neuer Angestellter gleich an seinem ersten Tag befördert wird. Gulliver nimmt seinen Mut zusammen und stürmt in Daisys Büro. Doch durch einen dummen Zufall bittet er sie nicht um ein Date, sondern bewirbt sich als Reisereporter. Den Bewerbungsartikel kopiert er sich kurzerhand aus dem Internet zusammen und schon kommt er zu seinem ersten Auftrag: Er soll ins Bermudadreieck reisen. Doch dort geht alles schief und nachdem Gulliver in einen Sturm gerät findet er sich plötzlich in Liliput wieder und ist von einer Horde winziger Menschen umgeben...

Wie der Titel bereits unschwer erkennen lässt, orientiert sich Gullivers Reisen an der berühmten, gleichnamigen Vorlage von Jonathan Swift, wandelt diese aber doch relativ deutlich ab, transformiert sie in die heutige Zeit und setzt stilistisch vor allem auf klassische Mainstreamwerte. Herausgekommen ist ein glattgebügelter Standardfilm, der wirklich nur für ein jüngeres Zielpublikum und die hartgesottenen Jack Black Fans gemacht wurde. Denn zündende Gags, Spannung oder sonstige positive Eigenschaften treten, wenn überhaupt, nur vereinzelt auf.

Das Hauptproblem ist, dass es von Anfang an in jeder Einstellung spürbar ist, dass hier absolut niemand die Absicht hatte einen wirklich witzigen Film zu drehen, stattdessen wird nur das Nötigste getan um über die Runden zu kommen und das Publikum halbwegs bei der Stange zu halten. Da stört sich auch niemand daran, dass jemand im New York der Gegenwart den doch etwas untypischen Vornamen Gulliver hat, und an manchen Stellen scheint es so, als wäre die einzige Regieanweisung an Jack Black gewesen: “Schneide ein paar blöde Grimassen und blödel etwas herum.”

Die Geschichte ist selbstredend von vorne bis hinten vorhersehbar und orientiert sich am klassischen Leitfaden für eine (romantische) Komödie. Über den Fortschritt und Ausgang gibt es in keiner Sekunde Zweifel, aber so richtig interessiert man sich ohnehin nicht dafür, da Jack Blacks Verkörperung des faulen Gullivers an nicht wenigen Stellen schlicht unsympathisch ist. Auch an sympathischen Nebenfiguren mangelt es leider. Amanda Peet ist kaum zu sehen, Emily Blunt schüttelt ihre Rolle aus dem Handgelenk und die Figur von Jason Segel ist zwar offenkundig an seine Standardrolle als Marshall in How I Met Your Mother angelehnt, man schafft es aber nicht wirklich den Mimen richtig in Szene zu setzen.

Hinzu kommt, dass auch nur wenige Gags wirklich zünden. Das Nachspielen berühmter Filmszenen im Theater von Liliput (das passenderweise wie ein Fernseher aussieht) ist dabei noch eines der wenigen Gegenbeispiele, aber das ist natürlich viel zu wenig um eine Komödie zu tragen. Abgesehen davon gibt es nämlich nur wenig Grund auch nur zu schmunzeln, denn die Gags bewegen sich grundsätzlich auf sehr seichtem Niveau der Marke “tausendmal besser gesehen” und deshalb plätschert Gullivers Reisen auch nur so am Zuseher vorbei ohne wirklich Emotionen auszulösen - in welcher Art auch immer.

Fazit:
Gullivers Reisen ist eine absolut belanglose Produktion, die nur für treue Anhänger von Jack Black interessant ist. Alle anderen können sich den müden, langweiligen und vorhersehbaren Einheitsbrei getrost sparen. Gelungene Gags gibt es nur wenige, die Figuren sind durch die Bank uninteressant und auch ansonsten gibt es eigentlich kein Argument, das wirklich für den Film sprechen würde.

Wertung:
3/10 Punkte

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