The King's Speech (2010)

OT: The King's Speech - 118 Minuten - Drama
The King
Kinostart: 18.02.2011
DVD-Start: 02.09.2011 - Blu-ray-Start: 02.09.2011
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Filmkritik zu The King's Speech

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Es ist ja längst kein Geheimnis mehr, dass The King's Speech und The Social Network die beiden heißesten Oscarfavoriten des Jahres sind. Während ersterer die wichtigen Branchenpreise der DGA (Directors Guild of America) und PGA (Producers Guild of America), sowie den SAG (Screen Actors Guild) Award für den Besten Hauptdarsteller und das beste Ensemble gewinnen konnte, war The Social Network der Kritikerfavorit in den USA. Der bessere Film ist aber The King's Speech und zumindest dem grandiosen Colin Firth wird sein Goldmann kaum zu nehmen sein.

Prinz Albert (Colin Firth) stottert seit seiner Kindheit und hat deshalb große Probleme damit vor einem größeren Publikum zu sprechen. Spätestens nachdem sein Vater König George V (Michael Gambon) ihn im Wimbleystadion eine Rede halten lässt, ist auch dem Volk das Problem des Prinzen klar. Gemeinsam mit seiner Frau Elizabeth (Helena Bonham Carter) sucht er verzweifelt nach Hilfe. Nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen landen sie schließlich beim unorthodoxen Sprachtherapeuten Lionel Logue (Geoffrey Rush), der verspricht ihm zu helfen. Und das ist auch bitter notwendig. Denn nach dem Tod von König George V, ist zwar eigentlich Alberts Bruder David (Guy Pearce) der nächste in der Thronfolge. Doch da dieser eine geschiedene Frau heiraten will, was von der Kirche verpöhnt wird, tritt er ab und überlässt Albert den Thron, der als König George VI regiert. Und das Land braucht in Zeiten des herannahenden zweiten Weltkriegs einen starken König...

Regisseur Tom Hooper ist zwar (noch) kein allzu bekannter Name im Filmgeschäft, aber mit der TV-Mini-Serie John Adams und dem unverdient etwas untergegangenen Spielfilm The Damned United hat er zumindest sein Talent aufblitzen lassen. Für The King’s Speech haben ihm die amerikanischen Regisseure nun ihren prestigeträchtigen DGA Award verliehen, was ihn traditionsgemäß auch zu einem der größten Oscarfavoriten macht. Und dabei besteht die größte Stärke seiner Regieleistung in The King’s Speech darin, dass er sich angenehm zurück hält und den Fokus ganz auf seine Darsteller legt.

Und diese bilden das Herz des Films und das ganze Ensemble liefert durch die Bank eine herausragende Leistung. Im Schatten der zwei epochalen Leistungen des Films, verblassen aber selbst großartige Darbietungen wie jene von Helena Bonham Carter etwas: Denn Colin Firth und Geoffrey Rush zaubern zwei wirklich famose Schauspiellehrstücke auf die Leinwand. Besonders Colin Firth übertrifft sich selbst und spielt den zerrissenen Monarchen zwischen seinen Ängsten und seiner angestammten Position mit tragischer Brillanz. Die wahre Größe von Firths Verkörperung ist nicht nur die authentische Darstellung der Sprachstörung, sondern vor allem die darunterliegende Figur, die dem Publikum sehr ans Herz wächst. Auf Grund des unglaublichen Stimmenspiels empfiehlt es sich aber dennoch den Film im englischen Original zu sehen.

Ergänzt und vervollständigt wird diese große Leistung von einer ebenso famosen Darbietung von Geoffrey Rush, der den Film auflockert, humoristische Szenen in den Film bringt und es auch schafft Colin Firth perfekt zu unterstützen, sodass dieser in seiner Rolle noch mehr aufgehen kann. In weiteren Nebenrollen überzeugen vor allem Helena Bonham Carter, Guy Pearce und Michael Gambon, die allesamt tolle Leistungen zeigen, aber dank den beiden umwerfenden zentralen Darstellern des Films etwas im Hintergrund bleiben.

Man darf aber auch nicht vergessen, dass hinter den großen Schauspielern auch noch ein ebenso toller Film wartet. The King’s Speech ist weder ein trockener Historienschinken, noch ein sich dem Mainstream unterordnender Kitschfilm. Es rücken nicht wie in vielen anderen Historienfilmen die Kostüme und die Ausstattung in den Mittelpunkt, sondern die Menschen. Und dank des erfrischenden Ansatzes, inklusive spritziger Dialoge und viel Humor schafft es The King’s Speech sowohl zu unterhalten, als auch zu berühren. Das Ergebnis ist ähnlich wie Die Queen ein Einblick hinter die Kulissen der Monarchie, und bringt ausserdem eine interessante historische Fußnote ans Tageslicht. The King’s Speech ist schlicht ganz großes Kino, das von vorne bis hinten sehr gut funktioniert und bei dem alle Teile ineinandergreifen.

Fazit:
The King’s Speech ist gemeinsam mit The Social Network der große Favorit der kommenden Oscarverleihung. Und im Gegensatz zu David Finchers Film, hält The King’s Speech wirklich was er verspricht: Colin Firth liefert die wahrscheinlich beste Leistung seiner Karriere und zumindest ihm wird der Oscar nicht zu nehmen sein. Ergänzt wird er von einem ebenso wundervollen Geoffrey Rush und beide in Kombination sorgen für  eine aussergewöhnliche Mischung aus emotionalem Tiefgang und hohem Unterhaltungswert. The King’s Speech ist großes Kino, dass es schafft zu berühren. Wenn schlussendlich der Abspann läuft, dann werden wohl nur die wenigsten behaupten können, dass ihnen die Figuren nicht ans Herz gewachsen sind. Kurz: Der Film hat viel Herz, Witz und ein überragendes Schauspielerensemble. Sollte man nicht verpassen.

Wertung:
9/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.8/10 | Kritiken: 4 | Wertungen: 98
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