Devil (2010)

OT: Devil - 80 Minuten - Mystery / Thriller / Horror
Devil (2010)
Kinostart: 14.01.2011
DVD-Start: 26.05.2011 - Blu-ray-Start: 26.05.2011
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Filmkritik zu Devil

Die Zeit des Regisseurs und Drehbuchautors M. Night Shyamalan, der einst mit seinem Mystery-Drama The Sixth Sense (1999) beeindruckte, scheint abgelaufen zu sein. Mit dem Thriller The Happening (2008) und dem Fantasy-Film Die Legende von Aang (2010) katapultierte sich der Filmemacher endgültig ins Aus. Vor allem zahlreiche Kritiker haben die Hoffnung verloren, jemals noch einen guten Film aus seinen Händen auf der großen Leinwand zu sehen. Da der Filmemacher bereits bei seinen letzten Filmen Probleme mit den Filmstudios hatte, hat er die Produktionsfirma The Night-Chronicles ins Leben gerufen. Drei Filme sind somit geplant. Devil ist der erste Film, der in die Kinos kam. Dafür konnte er den Regisseur John Erick Dowdle, der das US-Remake Quarantäne des spanischen Horrofilms Rec in Szene setze, und den Drehbuchautor Brian Nelson (30 Days of Night, 2007) überzeugen. M. Night Shymalan hat demzufolge für seine Filmidee ein gleichgesinntes Team gefunden, da in Devil kaum Etwas so richtig funktionieren will. Egal ob Schocker, Spannungsbogen, oder Charaktere - nichts kann in diesem Horrorfilm den Zuseher aus der Fassung bringen oder gar mitreißen.

Fünf Personen begeben sich in ein Hochhaus und steigen in einen Fahrstuhl. Plötzlich bleibt der Aufzug stecken. Tony (Logan Marshall-Green), ein Mechaniker und ehemaliger Soldat, Sarah (Bojana Novakovic), eine junge Frau, Ben (Bokeem Woodbine), ein Sicherheitsmann, Jane (Patricia Joanne O'Hara), eine ältere Frau und Vince (Geoffrey Arend), ein Matratzenverkäufer, sind beunruhigt. Nun fällt das Licht aus, währenddessen wird Sarah am Rücken verletzt. Als das Licht wieder angeht herrscht Panik. Die Aufzugfahrer beginnen sich gegenseitig zu verdächtigen. Das Licht erlischt ein zweites Mal und schon liegt die erste Leiche auf dem Boden. Durch eine Überwachungskamera kann Detektiv Bowden (Chris Messina) zwar die Betroffenen sehen und mit ihnen reden, allerdings kann er sie nicht hören. Mithilfe der Kamera und den Hintergrundinformationen der Verdächtigen, muss Bowden herausfinden, wer der Mörder ist und welches teuflische Spiel dieser mit seinen Opfern spielt…

Der Regisseur setzt in Devil auf eher unbekannte Darsteller, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf das Filmgeschehen zu lenken. Der Plan, dem Zuseher durch kurze und groteske Erscheinungen im Dunkeln und durch die neuen, vorgefundenen Situationen in Spannung und Schrecken zu versetzen, ist nach hinten losgegangen. Der Zuschauer hat die Strategie schnell erkannt und ist auch schnell von dem ganzen Verdächtigungsspiel, welches den größten Teil der 80 Minuten Spielzeit des Films einnimmt, nur noch genervt. Vor allem weil die Hauptverdächtigen gleich ermordet werden. Es wird also nicht nur der Mörder, sondern auch ein Spannungsbogen vergeblich gesucht. Womöglich hat ihn der Teufel in der Hölle vergessen. Zudem kommt der Horrorfilm, es sollte eigentlich einer sein, komplett ohne Schocker aus und ein Horrorfilm ohne Schocker ist zugleich ein misslungener Horrorfilm, der nur Enttäuschung hervorruft. Denn anstatt das Filmgeschehen nur im Aufzug, also in einem Raum, zu belassen, um einen klaustrophobischen Effekt beim Publikum zu erzeugen, sowie es in Rodrigo Cortes Buried – Lebend begraben (2010) hervorragend funktioniert hat, versucht es John Eric Dowdle mit klischeehaften Genreelementen. Zudem ermöglicht die Kamera im Aufzug den Zugang zur Außenwelt. Hinzu kommen die völlig überzogenen und übernatürlichen Geräusche und Symbole, die durch die Überwachungskamera in Erscheinung treten. Hier kommt Detektiv Bowden ins Spiel. Es dauert nicht lang, bis er eine religiöse und teuflische Verbindung zu den Ereignissen im Fahrstuhl herstellt.

Ansonsten soll sein Charakter als Identifikationsfigur für den Zuschauer dienen. Seine Charakterzeichnung ist zwar nicht tiefgründig, jedoch findet der Zuseher nun wenigstens Zugang zum Film. Da die Charaktere im Aufzug jeweils ein dunkles Geheimnis mit sich tragen und nun zu recht vom Teufel eliminiert werden, ist diese Figur nötig. Die oberflächliche Figurenzeichnung der restlichen Charaktere kann keinen Funken an Mitgefühl beim Zuseher hervorrufen, ganz im Gegenteil, der Zuschauer wartet auf einen guten Schocker und muss sich mit den Mordgelüsten des Teufels herumschlagen. Kurz vor dem Ende dieser Höllenfahrt wird der bisher enttäuschte Zuschauer mit der Auflösung konfrontiert, die alles andere als befriedigend ist. Das Erscheinen des Teufels im Aufzug und sein Handeln kann nur als schlechter Scherz wahrgenommen werden und nicht als unerwartete Wende, beziehungsweise Film-Höhepunkt.

Schließlich kann in diesem schockerlosen Film nur der Anfang wirklich überzeugen. Hier wird Los Angeles auf den Kopf gestellt. Die Kamerafahrten über Los Angeles und die damit verbundene, passende Musik, deuten die Anwesenheit des Teufels an, die wie eine Bedrohung wirkt. Doch diese gelungene Szene dauert nicht lang, denn das mysteriöse Stürzen eines Mannes vom Hochhaus vermasselt diese Einführung. Zumal sind die darauf folgenden Fragen nach der Ursache des Selbstmords überflüssig, nachdem sich kurz davor der Teufel in der Stadt herumgetrieben hat. Solche Kleinigkeiten und die bereits genannten, erheblichen inszenatorischen und dramaturgischen Mängel machen aus dem Film ein anstrengendes und enttäuschendes Erlebnis.

Fazit:
Nach seinen misslungenen Filmen The Happening (2008), Die Legende von Aang (2010) und Das Mädchen aus dem Wasser (2006) versucht der Drehbuchautor, Regisseur und Produzent M. Night Shyamalan seine Filmideen mithilfe der Night-Chronicles-Reihe zum Erfolg zu führen. Doch mit dem Filmemacher John Erick Dowdle und dem Drehbuchautor Brian Nelson hat sich der Produzenten die falschen Leute ausgesucht, da diese aus seiner Filmidee einen klischeehaften und nervigen Horrorfilm ohne Schocker entwickelten. Zum Schluss stellt sich nur noch die Frage: Wer wird sein nächstes Opfer sein?

Wertung:
3/10 Punkte
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Ø Wertung: 5.4/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 9
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Liste von shitneyy
Erstellt: 20.05.2015