Burlesque (2010)

OT: Burlesque - 119 Minuten - Musical / Romantik / Drama
Burlesque (2010)
Kinostart: 06.01.2011
DVD-Start: 19.05.2011 - Blu-ray-Start: 19.05.2011
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Filmkritik zu Burlesque

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Wie die Genregattung schon treffend verrät, geht es in einem Musical in erster Linie um Musik, blanke Ironie. So auch in Burlesque, der die Musikveteranin Cher mit der ebenfalls nicht Branchenunbekannten Christina Aguilera zusammenführt. Beide dürfen nun auch auf der Leinwand zeigen was musikalisch in ihnen steckt und um die Wette singen und schreien. Alles was zählt sind die Showeinlagen im titelspendenden Nachtclub „Burlesque“, also die Musik, der Gesang und die Tanzeinlagen. Handlung und Figuren werden zur Nichtigkeit degradiert und spielen hier eine mehr als nur untergeordnete Rolle.

Ali (Christina Aguilera) kommt vom Land nach Los Angeles um dort ein anderes Leben zu führen. Dabei landet sie in dem von Tess (Cher) geführten Nachtclub, in dem sie sich schnell zum neuen Star mausert. Dort bekommt sie es mit einer eifersüchtigen Kollegin (Kristen Bell) zu tun, verliebt sich in einen Barkeeper (Cam Gigandet) und findet in Tess einen Mutterersatz, denn ihre eigene Mutter starb als Ali sieben war. Dazu gesellen sich noch einige andere klischeehafte Wendungen, Handlungsmuster und Dialoge, die man schon tausendmal gesehen hat. Die Geschichte trieft nur so vor Klischees. Es gibt wohl keine einzige Szene im Film, die nicht abgedroschen und schablonenhaft wirkt. Selbst bei manchen Musikeinlagen muss man unfreiwillig die Augen verdrehen, weil sie derart … tja, man kann es nicht anders sagen: klischeehaft sind.

Aber die Handlung und die Figuren sind ohnehin Nebensache. Es zählen einzig und allein die Show- und Musikeinlagen, die zum Großteil durchaus mitreißend und hübsch inszeniert sind. Auch die Musik ist in den meisten Fällen gelungen. Warum man allerdings die Zeit dazwischen mit sinnlosen Szenen und eindimensionalen Figuren verschwenden soll bleibt ein Rätsel. Das einzige worum sich der Regisseur (und Drehbuchautor) Steve Antin scheinbar wirklich kümmert ist die Inszenierung der Bühnenshow, alles andere verkommt zur Nebensache und ist derart lieb- und einfallslos gestaltet, dass man in der Zwischenzeit das Kino verlassen könnte, ohne großartig was zu versäumen. Dass Burlesque vorhersehbar ist bis ins letzte Detail liegt wohl auf der Hand und bedarf somit keiner weiteren Erwähnung.

Gelungen hingegen sind die Szenen in denen Cher und Aguilera singen und tanzen dürfen, begleitet von zahlreichen anderen hübschen Frauen. Obwohl die Lieder selbst manchmal schnulzig und kitschig sind, machen sie durch die temporeiche Inszenierung und vor allem das Bühnentalent der beiden Darsteller Spaß beim anschauen und anhören. Die schauspielerischen Leistungen der beiden Popröhren sind solide und den Anforderungen gemäß ausreichend. Gleiches gilt im Übrigen für die restliche Besetzung. Stanley Tucci bildet wieder mal einen einsamen Lichtblick in der Besetzung eines Films. Er übertrumpft sich selbst zwar nicht mit seiner Leistung, spielt aber angenehm vergnügt und gut aufgelegt. Er rettet damit einige Szenen und täuscht zumindest ein bisschen über die totale Belanglosigkeit des Inhalts hinweg.

Wenn man also nichts weiter sehen will als hübsche, halbnackte Frauen, die tanzen und singen, dann wird man mit Burlesque sein Vergnügen haben, denn die Showeinlagen sind durchaus unterhaltsam und machen Spaß. Wer sich aber an der redundanten Handlung dazwischen und den flachen Figuren abstößt, sollte auf diesen Film verzichten oder zumindest nach einer Musikszene den Kinosaal verlassen, versäumen tut man dabei ohnehin nichts Wichtiges.

Fazit:
Burlesque ist im Grunde ein überlanges Musikvideo. Die Handlung und Figuren sind nur ein Gerüst auf dem sich der Film von Song zu Song hangelt. Da es sich aber um relativ viele musikalische Szenen handelt, mit denen man hier unterhalten wird, halten sie sich die Waage mit den dazwischen liegenden unbedeutenden Szenen voller Klischees und vorhersehbaren Momenten. Dass Burlesque trotzdem Spaß macht (hauptsächlich die Bühnenshows), liegt vor allem an dem musikalischen Talent der beiden Hauptdarsteller (sofern man ihre Art der Musik mag) und einem gut aufgelegten Stanley Tucci. Der Rest ist ein Sammelsurium an abgedroschenen Figuren und Wendungen. Wer also nicht mehr als eine Reihe schöner Musikvideos sehen will, der wird hier vielleicht seinen Spaß haben.

Wertung:
5/10 Punkte

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