TRON: Legacy (2010)

OT: TRON: Legacy - 127 Minuten - SciFi / Action
TRON: Legacy (2010)
Kinostart: 27.01.2011
DVD-Start: 01.06.2011 - Blu-ray-Start: 01.06.2011
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Filmkritik zu TRON: Legacy

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Fast 30 Jahre hat es gedauert, bis eine Fortsetzung des Sci-Fi Kultfilms Tron das Licht der Leinwand erblickt. Nun ist es endlich soweit, und das sogar in 3-D. Die Handlung hat sich nicht weitgehend vom ersten Teil entfernt, einzig die Technik hat sich weiter entwickelt. Was in diesem Fall durchaus als positiv zu sehen ist. Denn kaum ein anderer Film aus jüngster Zeit lebt so sehr vom Einsatz der Technik und Special Effekte wie TRON: Legacy. Sogar die Verwendung des 3-D findet hier einen gekonnten Einsatz. Denn alle Szenen, die in der Realität spielen sind in 2-D zu sehen und erst wenn sich Sam Flynn (Garrett Hedlund) in das Spiel „Tron“ einloggt wechselt der Film zum 3-D Format. Vielleicht nicht sonderlich Originell, aber es kommt trotzdem gut.

Die Handlung des Films ist schnell erklärt. Der junge Sam Flynn findet im alten Büro seines Vaters Kevin Flynn (Jeff Bridges), der vor 20 Jahren spurlos verschwunden ist, das ominöse Programm „Tron“ und loggt sich versehentlich ein. Ehe er sich versieht, ist er in einer Welt gefangen, deren Regeln er noch nicht versteht, die von Programmen bevölkert ist und eine perfekte Ordnung erschaffen hat. Gezwungen an einem tödlichen Spiel teilzunehmen, versucht Sam so gut es geht zu überleben. Doch es stellt sich bald heraus, dass in dieser Computersimulation einiges schief läuft.

Wie in vielen von Spezial Effekten getragenen und actionlastigen Filmen, bildet auch hier die Handlung bloß einen Rahmen um dem Publikum tolle Effekte und atemberaubende Szenen zu zeigen. So lange es unterhaltsam ist, ist daran auch nichts Verwerfliches. Zum Glück für TRON: Legacy ist es unterhaltsam, wodurch man die unzähligen anderen Mängel zwar nicht außer Acht lassen kann, aber zumindest mit einem wohlwollenden Augenzwinkern über sich ergehen lässt. Denn die größte und wohl auch einzige Stärke des Films sind seine Actionszenen und sein daraus resultierender Unterhaltungsfaktor. Ach ja, und die Gestaltung der Welt kann sich auch sehen lassen, vermittelt zumindest einen atmosphärischen Cyberpunk, den man schon lange nicht mehr so gesehen hat.

Größtes Problem des Films ist jedoch die emotionale Komponente. Die ist mittlerweile schon derart abgedroschen und langweilig, dass man sie nicht nur als klischeehaft bezeichnen kann, sondern auch von Drehbuchautoren und Regisseuren gleichermaßen vermieden werden müsste. Denn welcher Zuschauer kann solch althergebrachtes (vor allem wenn es derart plump und unoriginell umgesetzt ist) noch tatsächlich ernst nehmen, geschweige denn sich davon berühren lassen? Da nützt es auch nichts, wenn man mit Jeff Bridges einen 1A Schauspieler zur Hand hat und ihn sogar dank Computertechnik verdoppeln und verjüngen kann. Es fällt ihm zwar nicht schwer die Gefühle seiner Figur zu spielen, immerhin hat er schon genug Übung darin, aber es fällt dem Publikum schwer noch Anteil daran zu nehmen.

Unglücklich ist sicher auch die Wahl des Hauptdarstellers Garrett Hedlund in der Rolle von Sam Flynn, der leichte Ähnlichkeit mit Vin Diesel hat und scheinbar auch mit dessen schauspielerischem Talent gesegnet ist. Somit sind die Versuche der Schauspieler innerhalb einer Pseudohandlung unechte Gefühle dem Publikum zu vermitteln zum Scheitern verurteilt. Sie gehen hoffnungslos unter neben den Spektakulären Effekten und der Atmosphäre, die der Film atmet. Daher ist die Handlung auch vollkommen nebensächlich, weil vorhersehbar bis ins letzte Detail. Alles worauf man sich als Zuschauer konzentrieren muss ist die Konstruktion dieser künstlichen Welt.

Schafft man es sich auch wirklich nur darauf einzulassen, erhält man mit TRON: Legacy einen ungemein unterhaltsamen und spaßigen Film, der locker und leicht daher kommt und endlich mal wieder das Flair des Cyberpunk (wenn auch etwas abgeschwächt) auf die Leinwand zaubert. Einfach ausschalten und genießen, dann stört man sich auch nicht an der kitschigen Vater-Sohn Beziehung, an der klischeehaften emotionalen Darstellung und dem schwachen Hauptdarsteller (der zum Glück von guten Nebendarstellern aufgefangen wird). Der Film ist zu Recht ein Blockbuster, ob er aber den gleichen Kultstatus wie sein Vorgänger erreichen wird, ist zu bezweifeln.

Fazit:
TRON: Legacy ist ein unterhaltsames Action- und Spezialeffektfeuerwerk der höchsten Kategorie (nicht zuletzt dank einem bombastischen Budget, das man dem Film auch anmerkt). Der Cyberpunkfilm macht Spaß und ist unterhaltsam, vorausgesetzt man sieht über die emotionale Schwäche hinweg und kann voll und ganz in dieser glitzernden Scheinwelt aufgehen. Wer allerdings nach mehr sucht, der wird hier bald Genickschmerzen bekommen, aufgrund von dauerndem Kopfschütteln über die Unzulänglichkeiten von Geschichte und Figuren. Allen anderen ist ein vergnüglicher Filmgenuss beschert.

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.2/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 37
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