In Ihren Augen (2009)

OT: El secreto de sus ojos - 129 Minuten - Drama / Mystery / Romantik
In Ihren Augen (2009)
Kinostart: 23.12.2010
DVD-Start: 14.04.2011 - Blu-ray-Start: 14.04.2011
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Filmkritik zu In Ihren Augen

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Eine junge Frau wird im Argentinien der 70er Jahre brutal vergewaltigt und ermordet. Benjamin Esposito (Ricardo Darin) ist der ermittelnde Polizist, den dieser Fall nie wieder loslassen wird. Ricardo Morales (Pablo Rago) ist der Ehemann der ermordeten Frau, der von diesem Moment an besessen ist den Mörder seiner gerechten Strafe zukommen zu lassen. 25 Jahre später rollt Benjamin Esposito den Fall wieder auf, diesmal nicht als Polizist, sondern als Schriftsteller. Dabei sieht er auch Richterin Irene Hastings (Soledad Villamil), seine große Liebe, zum ersten Mal seit damals wieder. Weder Esposito noch Morales konnten den Fall jemals vollständig vergessen und sind nach wie vor von den Auswirkungen des Verbrechens gezeichnete Individuen.

Was sich eigentlich liest wie die Inhaltsangabe eines düsteren, politisch aufgeladenen, sozialkritischen Psychothriller, der sich mit den Auswirkungen von Gewalt beschäftigt, wird in den Händen von Juan Jose Campanella stattdessen zu einem sensiblen, feinfühligen Film über die Macht und Ausdauer wahrer Liebe und was es bedeutet diese Liebe zu verlieren oder verpasst zu haben. Wie wird man mit dem Verlust fertig? Wie kann man den versäumten Moment ausbessern, um doch noch ein gemeinsames Glück zu finden? Diese Fragen stehen im Vordergrund von In ihren Augen, dem Oscar-Gewinner 2010 in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“.

Dennoch mangelt es dem Film nicht an Spannung und aufregenden Momenten. Auch die Liebesgeschichte entwickelt eine beachtliche Dynamik und lässt den Film selten ins Stocken geraten. Zusätzlich wird die Geschichte von starken Schauspielern getragen, die ihren Figuren in jedem Moment Glaubwürdigkeit verleihen. Erst gegen Ende hin verliert In ihren Augen ein wenig an Tempo und es bilden sich ein paar langatmige Momente heraus, die besonders weil es sich um die Auflösung handelt, störend wirken. Der Schluss des Films weiß dafür wieder zu gefallen, auch wenn es nicht vollkommen unerwartet kommt.

Überhaupt ist der Film großteils sehr vorhersehbar aufgebaut, es geschieht selten etwas, mit dem man nicht rechnet. Aber Aufgrund seiner Erzwählweise, die sich in zwei Zeitebenen gliedert und zum Einen die Geschichte der Polizeiermittlungen und zum Anderen die gegenwärtige Geschichte über die Recherchen zu Espositos Buch erzählt, wird der Film selten langweilig. Schade ist auch, dass der Film herzlich wenig der Fantasie des Publikums überlässt oder Dinge offen lässt, stattdessen wird alles aufgeklärt und jegliche Frage beantwortet. Was zwar für manchen Zuschauer befriedigend sein mag, für andere jedoch eher uninteressant.

Auch diejenigen, die sich einen düsteren, harten Polizeithriller vor politischem Hintergrund erwarten, dürften eine herbe Enttäuschung erleben, da dieses Thema eindeutig nicht im Vordergrund der Handlung steht. Der Film spielt zwar unweigerlich vor einem politisch aufgeheizten Hintergrund, erzählt aber eindeutig eine Liebesgeschichte, mit einer kriminalistischen Nebenhandlung. Wer sich darauf einlassen kann, der wird mit einem unterhaltsamen Film belohnt, der zwar nach dem Kinobesuch nicht lange hängen bleibt, aber zumindest spannend erzählt ist.

Fazit:
In ihren Augen ist zwar nur ein kurzweiliges Vergnügen, da man den Film schnell wieder vergisst, aber es ist nichtsdestotrotz ein Vergnügen. Juan Jose Campanella erzählt eine spannende und sensible Geschichte, die (mit Ausnahme einer bestimmten Szene) nie in Kitsch verfällt. Stattdessen konzentriert er sich auf das Seelenleben seiner Figuren, die von ihren Schauspielern gekonnt porträtiert werden. Wer einen Psychothriller erwartet, wird zweifellos enttäuscht sein, wenngleich In ihren Augen manchmal Anflüge davon hat. Wer sich jedoch auf einen unterhaltsamen Film über die Bedeutung der Liebe einlassen will, der wird hier einen lohnenswerten Kinoabend erleben.

Wertung:
7/10 Punkte

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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013