The Tourist (2010)

The Tourist
The Tourist
OT: The Tourist

Filmstart: 17.12.2010 | Laufzeit: | Thriller-Drama
TheTourist-Scene01Der Auslandsoscar darf gerne auch als Eintrittskarte für Hollywood betrachtet werden. Zwar musste man sich etwas gedulden, immerhin sind seit dem Oscar für Das Leben der Anderen schon einige Jahre ins Land gezogen, aber nun erreicht der erste Hollywoodfilm des deutschen Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck die Kinos. Leider stellt sich jedoch heraus, dass dieser absolut der falsche Mann für den Stoff ist, sodass The Tourist lediglich ein halbgares Vergnügen ist.

Die attraktive Elise (Angelina Jolie) steht unter ständiger Beobachtung der Polizei. Grund ist folgender: Ihr Mann Alexander hat einem Gangsterboss eine Menge Geld gestohlen. Über eine zugestellte Nachricht fordert Alexander sie auf mit dem Zug nach Venedig zu reisen, sich jemanden zu schnappen der ihm ähnlich sieht um die Verfolger auf eine falsche Fährte zu locken und sich dann mit ihm zu treffen. Ihre Wahl fällt schließlich auf den schüchternen Mathematiklehrer Frank (Johnny Depp) für den in folge eine aufregende Zeit beginnt...

TheTourist-Scene02The Tourist hat bereits eine aufregende Vorproduktionszeit hinter sich. Zunächst sollte Florian Henckel von Donnersmarck den Film inszenieren, verließ das Projekt aber wieder, dann sprang der ursprüngliche Hauptdarsteller Sam Worthington ab, Johnny Depp kam dazu und plötzlich machte auch Florian Henckel von Donnersmarck wieder mit. Eine interessante Annekdote am Rand ist vielleicht auch, dass mit Julian Fellowes und Christopher McQuarrie gleich zwei Oscarpreisträger am Drehbuch schrieben und die Geschichte dennoch nicht unbedingt viel Sinn macht.

Dieser Umstand macht sich bereits bei der, den Film eröffnenden, Beschattungsaktion bemerkbar, die eher an eine Komödie erinnert, so dilletantisch wie da vorgegangen wird. Aber das Konzept der nicht so ganz plausiblen Storyentwicklung wird bis zum bitteren Ende durchgezogen. Das Finale setzt dem Ganzen dann die Krone auf. Nicht nur, dass sich durch den abschließenden Storytwist einige Logiklöcher öffnen, auch der gesamte Bezug des Zusehers zu den Figuren und der Geschichte wird für einen kleinen Aha-Moment zur Schlachtbank geführt.

TheTourist-Scene04Und spätestens hier sollte auch klar werden warum Florian Henckel von Donnersmarck der falsche Mann für diesen Stoff war. Denn er inszeniert The Tourist sehr europäisch, reduziert und verlässt sich auf die Figuren und die Geschichte. Man hätte aber in bester Oceans Eleven Manier von den Schwächen der Geschichte ablenken müssen. Verspieltheiten oder andere Regietricks finden sich eigentlich gar nicht im Film. Und obwohl dieser Ansatz teilweise erfrischend ist werden die Schwächen des Films so auch noch ins Schaufenster gestellt.

Hinzu kommt eben, dass die Inszinierung von Florian Henckel von Donnersmarck etwas steif und verkrampft wirkt. Auch mit den beiden Hauptdarstellern ist das so eine Sache. Für sich genommen spielen beide solide, aber gemeinsam betrachtet verträgt sich der etwas unnahbare Stil von Angelina Jolie nicht so wirklich mit der wie immer etwas schräg angelegten Rolle von Johnny Depp. The Tourist ist zwar dennoch recht kurzweilig, aber durch die vielen Schwächen bleibt der Film leider im Mittelmaß stecken.

Fazit:

The Tourist ist ein großteils kurzweiliger Film, der aber leider einige Probleme hat: Die Story öffnet Logiklöcher, die durch den eher europäischen Stil von Florian Henckel von Donnersmarck auch noch verstärkt werden. Durch diese Schwächen bleibt The Tourist im Mittelmaß hängen. Johnny Depp und Angelina Jolie hingegen spielen solide, auch wenn ihre unterschiedlichen Interpretationen nicht unbedingt zusammenpassen.

 

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Das Original mit Sophie Marceau

kann man ja ohne Weiteres als einen unterhaltsamen Krimi/ Thriller bezeichnen. Das Remake? Hilfe!

Florian Graf Henckel von Donnersmarck ist für mich der fleischgewordene Beweis, dass man nach einem guten Film und dem dazuverdienten Oscar vollkommen überschnappen kann und vom selbst- bestiegenen Ross ordentlich auf die Schnauze fällt.

Was war denn The Tourist bitte? Eine Aneinanderreihung von vollkommen unrealistischen Szenen (und wirklich von Minute 1 bis Minute 103) ein demotivierter, schlecht miteinander auskommender Cast, ein aberwitziger Soundtrack mit einer gestörten Mischung aus Classic und Techno und am Ende auch noch ein Ende, das dermaßen bescheuert und selbstverherrlicht daherkommt, dass man sich fragt, ob man für diese Belästigung der Augen womöglich das Geld zurückverlangen sollte.

Charlize Theron muss man gratulieren - die ist früh genug aus dem Projekt ausgestiegen. Absolut unnötig und unverdient für den Golden Globe nominiert. Das hat ja sogar Jolie und Depp selbst vewundert....

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The Tourist - Meine Kritik

Ich weiss nichts von Schauergeschichten um Donnersmarck und abgesprungenen und wiederaufgetauchten Schauspielern. Ich bewerte den Film, so, wie ich ihn erlebt habe, als ich vom Shop mit der DVD nach Hause kam und ihn mir einverleibte:

The Tourist ist eines der seltenen Kunstwerke im cineastischen Sektor. Die Herangehensweise von Donnersmarck an den Film zeigt jedem, der nur ein wenig von Kunst versteht, was für ein Potential in diesem Regisseur steckt. Es gelingt nicht jedem, sich eine solche Crew zusammenzuzimmern. Die kleinste Nebenrolle ist glänzend besetzt. Die Atmosphärische Dichte von der Location sucht Seinesgleichen. Noch nie kam Venedig in einem Thriller so ambivalent, wie Venedig ist, rüber. Von zartester Schönheit bis zu düsteren Szenarien, die es in der Serenissima ja auch gegeben hat, ich erinnere an die Ertränkung von Protestanten... schwupps, ab in einen Seitenkanal, nächtens, und wech isser. Florian hat es ausgezeichnet geschafft, diese Leichtigkeit, die Venedig so aussergewöhnlich macht, auf die Leinwand zu zaubern. Er ist ein absolut gewissenhafter Fachmann, ich möchte gerne, dass jeder Film so gut furchdacht ist wie dieser. Er kennt die richtigen Leute, was man beispielsweise an den Kostümen sieht.
Also, es ist ein Festival hervorragender Akteure, die beiden Protagonisten zeigen sich in bestform, ich denke, solch ein Werk schüttelt man nicht einfach nur so aus dem Ärmel.
Es ist mir völlig klar, dass Leute, welche Filme wie SAW bevorzugen, an diesem Film nicht viel finden. Ihnen fehlt ganz einfach das Sensorium dafür, und das ist eigentlich bedauerlich. Spreu von Weizen zu trennen ist nicht nur wichtig, um Brot zu backen...
Ich habe den Film viele Male gesehen, ich darf gar nicht sagen, wie oft. Das passiert mir nur selten. Magnolia war auch einer der Filme, die mich total reingenommen haben, dorthin, wo ich am liebsten bin, wenn ich einen Film anschaue: Im Film. So ganz nebenbei ist die Geschichte hinter der ganzen pracht eine verrückte, spannende Story. Kino ist Kino, wer an jeder kleinigkeit, die der "Realität" nicht entspricht, rummeckert, sollte sich einen anderen Film ansehen. Hauptsache, er kauft sich ihn und schaut sich nicht nur eine Raubkopie an. Wenn man nämlich nicht so armselig handelt und sich mit einer Raubkopie behilft (Wer kann denn schon keine 20 Euro bezahlen? Zudem kann man im Kino weder rauchen noch pissen, und der Nachbar stinkt nach Knoblauch, was mich ganz besonders bei diesem Film überaus gestört hätte.Das nur nebenbei, weil sich viel zu wenig Leute Gedanken über Kopien machen. Genau diese sind es, welche solche Meisterwerke wie The Tourist verhindern können, wenn es nicht gelingt, die Konsumenten davon zu überzeugen, dass der DVD Preis kein grosses Thema sein sollte... es handelt sich echt um zu wenig Knete), dann sollte es jedem empfindenden menschen möglich sein, hinter das Geheimnis dieses Streifens zu kommen.
Selten wird so sorgfältig gearbeitet, ohne dass es verkrampft wirkt. Das Casting ist schlicht der Hammer. Jolie sowie Depp geben ein hervorragendes Paar ab, ich kann mir keine andere Besetzung vorstellen. Wer zu Venezia eine persänliche Beziehung hat und diesen Film sieht, dem bimmelt es irgendwo in seiner Rübe, sonst hat er ein Problem mit seinem Kunstverständnis.
Es ist schade, wenn man Filme nach seinem Schema, das man sich gebastelt hat, beurteilt. Ein Film ist immer ein unikat, und die Crew bis zum Regisseur haben Zeit ihres Lebens hineingegeben. Das kann durchaus registriert werden, vorausgesetzt, man ist dazu fähig. Besonders Bei diesem Film ging es extrem schnell, bis ich wusste, worauf ich mich da eingelassen habe, wenn ich ihn mir ansehe. Die Schwierigkeiten für das Kamerateam müssen unvorstellbar gewesen sein, in einer Stadt ohne Autos, welche von schwankenden Booten ersetzt werden. Die Maske ist mehr als stimmig- sie stimmt, ganz einfach. Das alles kommt nicht von selbst. Da stecken viele Gedanken dahinter. Ich empfehle sowieso, sich beim zweiten oder dritten Mal den Audiokommentar anzuhören oder sehen, wenn man der Sprache nicht mächtig ist.
Das, was Donnersmarck mit diesem Film wollte, hat er mit für den Konsumenten spürbarer Leichtigkeit erreicht. Ein Film, der gute Laune Macht. Ich kann ihn nur wärmstens empfehlen. Es kann passieren, dass er süchtig macht. Ich bekam von einem Freund die Serie SANCTUATY ausgelieghen, und musste nach den ersten 3 Minuten die Scheibe wieder rauslassen, aus dem optischen laufwerk. DAS ist ein absoluter Dikettantenschrott, der auf einer momentan "coolen" Mysterywelle daherkommt, voller Schauspieler, deren letzter Film wahrscheinlich noch ein Pornostreifen war. Es ist ja schön, wen n sie nun aus diesem Sumpf hinausgefunden haben. Aber Qualität ist etwas Anderes.
The Tourist ist neben einem Thriller auf alle Fälle ein Studiofilm, oder soll ich sagen, ein Kunstfilm? Ich weiss es nichtt, es ist schwer, ihn eindeutig einem Genre unterzuordnen, Auf alle Fälle ist er meines Erachtens eines der Seltenen Meisterwerke, die einem etwas geben, das man gerne nimmt, weil es mit Licht, mit Freude und mit Leichtigkeit zu tun hat. SAW lese ich täglich in den Presseprodukten und darf sie zudem auch noch in anderen Massenmedien sehen, sofern ich will. Will ich aber nicht. Wenn jemand The Tourist kritisiert, weil es zu wenig Blut zu sehen gab, dannbeginnen, bei mir die Alarmglocken zu bimmeln.
Dieser Film ist wie selten einer ein Geschenk an das Publikum. Es ist selbstverständlich, dass nicht jeder meine Meinung teilt. Darum möchte ich mich aber nicht davon abhalten lassen, zu schreiben, was ich von ihm halte.
The Tourist gehört in jede gehobebe DVD Sammlung. Und zwar, wie bereits gesagt, Original. Vielleicht sollte man sich einmal die Mühe machen, im Abspann mitzuzählen, wieviele Menschen daran mitgewirkt haben. Beim TOURIST haben alle einen ausgezeichneten Job abgeliefert. Donnersmarck ist ein sehr vielversprechender Regisseur mit einem goldenen Händchen. Ich wünsche ihm, dass auch sein nächster Film so gut wird, wie die beiden Vorangegangenen. Ich sage nur: Chapeau!
Beo

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