Tall Dark Stranger - Ich sehe den Mann deiner Träume (2010)

OT: You Will Meet a Tall Dark Stranger - 98 Minuten - Romantik / Komödie
Tall Dark Stranger - Ich sehe den Mann deiner Träume (2010)
Kinostart: 03.12.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 07.05.2011
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Filmkritik zu Tall Dark Stranger - Ich sehe den Mann deiner Träume

Von am
Woody Allen ist ein äußerst aktiver Altmeister, der zwar selbst kaum mehr vor der Kamera erscheint, aber dafür als Regisseur zuverlässig wie ein Uhrwerk jährlich einen neuen Film in die Kinos bringt. Ausrutscher nach oben, wie der formidable Match Point, werden zwar selten, aber trotzdem gelingt es ihm Jahr für Jahr vortrefflich zu unterhalten. Dass er dabei seinem Stil sehr treu bleibt ist Fluch und Segen zu gleich. Denn man kann ihm zwar gerne Innovationslosigkeit vorwerfen, aber seine Fans werden dennoch glücklich sein in das Universum von Allen abtauchen zu können.

Alfie (Anthony Hopkins) hat es nicht gerade leicht. Er selbst fühlt sich fit und aktiv, seine Frau Helena (Gemma Jones) weist ihn aber ständig auf sein Alter hin. Schließlich wird es ihm zu viel und er will die Trennung. Kurz darauf heiratet er die junge und hübsche, aber nicht gerade besonders kluge, Charmaine (Lucy Punch). Helena hingegen wendet sich an die Wahrsagerin Cristal (Pauline Collins). Tochter Sally (Naomi Watts) hingegen hat einen Blick auf ihren neuen Boss Greg (Antonio Banderas) geworfen, während ihr Mann, der etwas glücklose Autor Roy (Josh Brolin) gefallen daran gefunden hat, dass die hübsche Dia (Freida Pinto) aus dem Haus gegenüber nie die Vorhänge schließt...

In Ich sehe den Mann deiner Träume führt Woody Allen den Weg seines letzten Films Whatever Works konsequent fort. Der Film ist geprägt von einem tiefen Zynismus was das menschliche Leben und ganz Besonders menschliche Beziehungen betrifft. Mit viel Ironie erzählt Allen seine Geschichte und obwohl eigentlich alle Figuren auf ein tragisches Schicksal zusteuern (eben Allens klassische Ansicht) sorgt die lockere Inszenierung doch für einen kurzweiligen und leichtfüßigen Filmfluss.

Den Draht zu seiner Anhängerschaft hat Allen jedenfalls nicht verloren. Denn obwohl Ich sehe den Mann deiner Träume sicher keinen Innovationspreis gewinnt ist der Unterhaltungswert doch durchgehend hoch und die Wendungen die Allen seinen Figuren aufbürgt sorgen für eine diabolische Schadensfreude. Mit viel Ironie untersucht er die menschliche Natur und führt uns unsere Schwächen mit großer Schadensfreude vor.

Dass der Film dabei so unterhaltsam geworden ist verdankt Woody Allen auch seinem äußerst spielfreudigen Ensemble. Besonders Josh Brolin überzeugt als schlacksiger und unentschlossener Autor, aber auch Anthony Hopkins gewinnt seiner Rolle dank einer nuancierten Darbietung viel ab. Naomi Watts ist gut wie immer und obwohl sich die restlichen Darsteller nicht ins Rampenlicht spielen ist Ich sehe den Mann deiner Träume mit einem durchgehend großartigen Cast gesegnet.

Wer also bisher etwas mit dem Oeuvre von Woody Allen anfangen konnte, der kann sich auch auf seinen neuesten Film freuen. In einem herrlich ausgearbeiteten Mikrokosmos kann man sich fallenlassen und den Ansichten  des Regisseurs lauschen, der erneut sein zynisches Weltbild verströmt und von viel Ironie durchzogen ist. Wer aber bisher keinen Gefallen am Werk des Stadtneurotikers fand wird auch mit Ich sehe den Mann deiner Träume nicht bekehrt werden. Denn Woody Allen beschränkt sich nur auf seine klassischen Zutaten ohne wirklich etwas Neues zu versuchen.

Fazit:
Ich sehe den Mann deiner Träume ist ein klassischer Woody Allen Film der in bester Tradition seines letzten Films Whatever Works mit viel Zynismus einen genauen Blick auf die menschliche Natur wirft und obwohl die Figuren allesamt auf ein bitteres Schicksal zusteuern sorgt die ironische und lockere Inszenierung doch für einen kurzweiligen und humorvollen Filmabend. Ein großes Lob für das Gelingen des Films gebührt auch dem hochkarätigen Ensemble, das sich in bester Spiellaune zeigt.

Wertung:
7/10 Punkte

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Liste von purence
Erstellt: 25.11.2016