The Kids Are All Right (2010)

OT: The Kids Are All Right - 106 Minuten - Komödie / Drama
The Kids Are All Right (2010)
Kinostart: 19.11.2010
DVD-Start: 31.03.2011 - Blu-ray-Start: 04.08.2011
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Filmkritik zu The Kids Are All Right

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Das us-amerikanische Independentkino findet immer wieder gefallen daran die klassischen Familienwerte auf die Probe zu stellen. So finden sich in zahlreichen Indie-Produktionen der letzten Jahre eher dysfunktionale Familien, die weniger durch glatte Perfektion punkten, als eher durch schrullige Eigenheiten und die sich irgendwie dennoch zusammenraufen. The Kids Are All Right passt nun perfekt in dieses Schema, rückt ein lesbisches Pärchen in den Rang der Familienoberhäupter und schafft es so auf liebevolle Weise beim Publikum zu punkten.

Nic (Annette Bening) arbeitet als Ärztin im Krankenhaus, ihre Frau Jules (Julianne Moore) versucht ihre Karriere als Landschaftsgärtnerin voran zu bringen. Ihre Kinder stammen von einem Samenspender: Laser (Josh Hutcherson) ist noch dabei sich zu orientieren, Joni (Mia Wasikowska) ist eine hervorragende Schülerin und wird bald aufs College gehen. Eigentlich läuft alles gut, doch Laser will seinen biologischen Vater kennenlernen. Also nehmen Laser und Joni Kontakt zu Paul (Mark Ruffalo) auf. Doch das bringt das Leben der Familie gehörig durcheinander...

The Kids Are All Right ist auf den ersten Blick eine recht konventionelle Indie-Familiengeschichte, die sich bewusst an Randgruppen wendet und damit fast nach dem Independent-Lehrbuch vorgeht. Doch wo es zunächst noch etwas kalkulierend wirkt ein lesbisches Paar ins Zentrum zu rücken und einen Mann als Störkörper zu etablieren, schafft es der Film bald schon diese Vorurteile vergessen zu lassen. Denn The Kids Are All Right ist ein sehr stimmiger und leichter Film, der es spielend schafft das Publikum um seinen Finger zu wickeln.

Der Grund dafür ist, dass alles locker wirkt und sich einfach miteinander verknüpft. Regisseurin Lisa Cholodenko ist es gelungen alle Komponenten herrlich unverkrampft zu mischen, sodass ein sehr angenehmer Fluss entsteht in den man sich gerne fallen lässt. Dabei sind die Themen durchaus ernst: Das lesbische Paar fühlt sich zunächst durch den Samenspender bedroht, woraus später auch sexuelle Reibereien entstehen und der Familienzusammenhalt zu bröckeln droht. Doch dank der leichtfüßigen Inszenierung bleibt der Film trotz des ernsten Themas locker und kurzweilig.

Dabei finden sich in The Kids Are All Right vor allem sehr viele Diskussionen, Gespräche und Beobachtungen eines ganz normalen Lebens. Die Probleme wirken aber nicht an den Haaren herbeigezogen, stattdessen kann man sich gut mit den Figuren identifizieren, wie im echten Leben gibt es keine Universallösung, stattdessen finden sich komplexe Problemstellungen die auch nicht unbedingt einfach zu lösen sind, da sie tief mit den Charaktereigenschaften der Figuren verknüpft sind.

Und dass das Konzept in dieser Form funktioniert ist ganz besonders dem herausragenden Ensemble zu verdanken. Josh Hutcherson und Mia Wasikowska bleiben zwar etwas im Hintergrund, schaffen es aber dennoch zu überzeugen, wirklich herausragend sind jedoch die drei erwachsenen Darsteller die ein interessantes Dreieck bilden und sich gegenseitig wunderbar ergänzen. Julianne Moore liefert eine haltlose, ungezähmte Performance als etwas unsichere Frauen, was im Wesentlichen dem genauen Gegenteil der strengen Annette Bening entspricht. Die überraschendste Leistung liefert aber Mark Ruffalo, der auf ambivalente Weise den Gemütszustand seiner Figur punktgenau auf die Leinwand bringt.

Fazit:
The Kids Are All Right ist ein auf den ersten Blick klassischer Indie-Film. Man könnte ihm sogar Berechnung bezüglich der Themenwahl unterstellen. Aber bald schon wird klar, dass man dem Film damit unrecht tun würde. Denn durch die leichtfüßige Inszenierung von Lisa Cholodenko und die fabelhaften Schauspieler entsteht ein kurzweiliger und lockerer Filmfluss, obwohl das Thema eigentlich ein ernstes ist. Die Figuren wirken authentisch und ihre Geschichte berührt. Insgesamt gesehen ist The Kids Are All Right also ein wohltuender und gelungener Film den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Wertung:
8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.3/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 11
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Liste von Klangmann
Erstellt: 14.04.2013