Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1 (2010)

OT: Harry Potter and the Deathly Hallows: Part 1 - 146 Minuten - Action / Abenteuer / Fantasy
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1 (2010)
Kinostart: 18.11.2010
DVD-Start: 18.03.2011 - Blu-ray-Start: 18.03.2011
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Filmkritik zu Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1

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Die Harry Potter Reihe ist wohl aktuell die sicherste Cashcow, die Warner Bros. im Stall hat und der (fast immer) jährlich erscheinende neueste Teil ist prädestiniert dafür die Bilanzen des Studios ordentlich aufzupeppen. Dementsprechend panisch dürfte man auch reagiert haben, als das Ende der Reihe (die nun einmal auf sieben Teile begrenzt ist) immer näher kam. Doch die findigen Strategen hatten auch dafür eine Lösung: Da die Fans ohnehin nicht genug bekommen können, teilte man das Finale der Reihe kurzerhand auf zwei Filme auf. Mit zwei Folgen: Es steht nun wesentlich mehr Zeit zur Verfügung um die Geschichte zu erzählen, aber dafür ist der erste Teil des Finales eine lange Einführung ohne wirklichen Höhepunkt.

Lord Voldemort (Ralph Fiennes) schickt seine Schergen aus um endlich Harry Potter (Daniel Radcliffe) in die Finger zu bekommen. Noch gelingt es der guten Seite, allen voran Harrys besten Freunden Hermine (Emma Watson) und Ron (Rupert Grint), Harry abzuschirmen, doch die Welt ist im Wandel: Die Übergriffe zwischen den dunkeln Helfern von Voldemort und den guten Zauberern und Hexen häufen sich immer mehr. Auch die Muggle geraten zwischen die Fronten und Voldemort gelingt es das Zaubereiministerium zu unterwandern, sodass ein Terrorregime entsteht. Harry muss einen Weg finden alle Horkruxe zu finden und sie zu zerstören - was schwieriger ist als zunächst gedacht...

Es ist schon irgendwie schade, dass mit David Yates gerade der bisher schwächste Regisseur aller Harry Potter Filme auserwählt wurde um die Reihe zu einem Ende zu führen. Denn seine Beiträge Harry Potter und der Orden des Phönix und Harry Potter und der Halbblutprinz gelten für viele als die beiden enttäuschendsten Filme der Saga. Und tatsächlich ist aus Yates immer noch kein wirklich großartiger Regisseur geworden, aber die längere Laufzeit scheint sich positiv auf die Qualität des Films auszuwirken. Und in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes  - Teil 1 finden sich tatsächlich sogar einige wirklich tolle Szenen.

Zum Beispiel die atmosphärischen Landschaftsaufnahmen wenn die Gruppe durch die Welt zieht, und man in bester Herr der Ringe Manier Zeit findet um den Blick schweifen zu lassen. Auch für kleine Momente ist auf Grund der Zweiteilung nun genügend Raum da. Wirklich großartig ist aber zum Beispiel die Infiltration des Zaubereiministeriums, die uns in bester Brazil Manier ein totalitäres Regime vorführt. Auch eine animierte Zwischensequenz, die uns die Geschichte der Heiligtümer des Todes erklärt ist eine vortreffliche Abwechslung. Kurz: David Yates scheint zum ersten Mal wirklich kreative Regieeinfälle zu haben, was den Film spürbar aufwertet.

Auch ist Harry Potter und die Heiligtümer des Todes der bislang mit Abstand düsterste Teil der Reihe. Verbündete sterben, die Bedrohung ist allgegenwärtig und die Unterdrückung der Unschuldigen erreicht ein neues Maß für die Reihe, die einst für Kinder konzipiert war. Auch das völlige fehlen einer sicheren Umgebung und die Tatsache, dass die drei Hauptfiguren fast die ganze Zeit auf sich alleine gestellt sind, wirkt sich auf die Atmosphäre des Films aus. Es ist zwar schade, dass auf die klassischen “Schulemente” (der Alltag dieser fremden Welt war immer eine der größten Pluspunkte der Harry Potter Filme) verzichtet wird, aber die Geschichte gibt dies nun einmal so vor.

Doch wie bereits erwähnt ist der siebente Film nur die Vorbereitung auf ein Finale, auf das wir uns nun noch gedulden müssen. Für spätere DVD-Durchläufe durch die Reihe macht dies nichts, da der größere Erzählrahmen diesen Umstand mehr als ausgleicht, aber für die Kinoauswertung ist es doch unbefriedigend auf ein mitreissendes Finale verzichten zu müssen. Denn im Gegensatz zu den Herr der Ringe Filmen (die es schafften für jeden Film einen packenden Abschluss zu servieren) läuft der Film eher aus, als dass er wirklich zufrieden zu einem Ende kommt. Für Fans ist Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1 natürlich dennoch ein Pflichttermin.

Fazit:
Die Harry Potter Reihe ist spätestens mit diesem Teil erwachsen geworden. So düster wie im siebenten Film ging es nie zur Sache und auch das Fehlen einer sicheren Rückzugsmöglichkeit und die völlige Isolierung der drei Hauptfiguren wirkt sich auf die Stimmung aus. Vor allem aber ist es schön, dass Regisseur David Yates (der bisher schwächste Harry Potter Regisseur) mit diesem Teil zum ersten Mal einige wirklich tolle Einfälle hat. Besonders die Infiltration des Zaubereiministeriums und die animierte Erzählung der Geschichte der Heiligtümer des Todes ist sehr gelungen. Etwas schade ist aber, dass Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1 eine lange Vorbereitung auf ein Finale ist, auf das man sich nun gedulden muss.

Wertung:
7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.1/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 61
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