Die Fährte des Grauens

OT: -  93 Minuten -  Horror / Thriller
Die Fährte des Grauens
Kinostart: 21.06.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Fährte des Grauens

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In Hollywood ist es zur Zeit "in" ein guter Mensch zu sein. Momentan ist es besondern angesagt sich um Afrika zu sorgen und deshalb kamen auch in letzter Zeit einige Filme ins Kino, welche den schwarzen Kontinent in den Mittelpunkt rückten. Dass es die Afrikaner selbst sind, die am besten von ihrem Lebensraum erzählen können zeigten sie mit dem wunderbaren Tsotsi. Aber auch Hollywood hatte einige qualitativ hochwertige Beiträge zu leisten und solange die Absichten die richtigen sind, ist es durchaus legitim von den Problemen Afrikas zu berichten. Zum Glück fällt es in den meisten Fällen nicht sonderlich schwer zu unterscheiden welche Filme wirklich die afrikanischen Probleme beleuchten wollen und welche nur einen Schauplatz wollen, der momentan "angesagt" ist. Die Fährte des Grauens fällt leider in letzte Sparte, und scheint sich nicht mal viel Mühe zu geben diese Tatsache zu verbergen.

Topreporter Tim Manfrey (Dominic Purcell) muss nach einem peinlichen Zwischenfall seine Kollegin Aviva Masters (Brooke Langton) nach Afrika begleiten um ein Riesenkrokodil mit dem Namen Gustave zu fangen. Dies treibt seit geraumer Zeit sein Unwesen und hat schon viele Menschenleben auf dem Gewissen. Als Gustave jedoch eine Blauhelm-Anthropologin verspeist wird es zuviel. Begleitet werden die beiden Reporter vom Krokodilexperten und Tierschützer Mathew Collins (Gideon Emery). Dieser will das Krokodil auf alle Fälle lebendig fangen und wegen der ausserordentlichen Größe von Gustave hat er auch seinen Spezialkäfig mitgebracht.

In Afrika schließlich begleitet sie der etwas rustikale Großwildjäger Jacob Krieg (Jürgen Prochnow), der sie auf ihrer Mission führen wird. Dieser hat eigene, ganz persönliche Gründe um das Krokodil zu jagen und für die Absichten es lebendig zu fangen hat er wenig Verständnis. Beim ersten Auftauchen von Gustave gelingt es der Gruppe weder ihn zu fangen, noch ihn zu töten. Stattdessen kann man ihn mit einem Peilsender versehen und weiß nun ständig wo er sich befindet. Mittlerweile haben die Tierjäger aber schon ganz andere Probleme. Steven hat zufällig eine Gruppe Hutu-Rebellen gefilmt, welche eine unschuldige Familie brutal abgeschlachtet hat. Der Führer der Hutu hat davon Wind bekommen und hat die Reporter auf seine Todesliste gesetzt...

Die Fährte des Grauens versucht zwei völlig verschiedene Genre unter einem Hut zu bekommen und scheitert dabei kläglich, da sich der hier präsentierte Mix in all seiner Wirkung gegenseitig eliminiert. Zunächst macht es den Anschein als würde man ein unterhaltsames B-Movie sehen, welches auf vollkommen traditionelle Weise die Jagd nach einem Riesenmonster zeigt. Natürlich gilt es für dieses Genre einige Klischees zu erfüllen und Die Fährte des Grauens entspricht auch zu Beginn allen genretypischen Mustern. Dies fängt bei der Figurenzeichnung an, geht über die Dialoge und endet schließlich beim Aufbau der Geschichte.

Natürlich sind die Charaktere absolut nach Schema F konstruiert: Da gibt es den sympathischen Helden voll guter Absichten, den farbigen Sprücheklopfer, das hübsche Love-Interest Girl und nicht zu vergessen Jürgen Prochnow als stereotyper halb Eingeborener Amerikaner, der die Gruppe durch Afrika lotst. Natürlich dürfen auch in den Nebenrollen keine Klischees fehlen: Der junge Afrikaner, der unbedingt mit nach Amerika ins gelobte Land will und die Bösewichte, die allesamt vollkommen schlechten Abschaum repräsentieren.

Doch ich sage es ehrlich: Was anderes erwartet man von so einem Film auch gar nicht. Ein B-Movie, das viel Spaß verbreitet und sich auf humorvolle Weise der Jagd nach dem Riesenkrokodil widmet, hätte unter diesen Vorzeichen sogar sehr gut funktionieren können. Der Trashfaktor und die B-Movie Elemente passen, jedoch macht Die Fährte des Grauens einen gravierenden Fehler: Neben dem Tierhorrorfilm baut man noch eine bierernste Geschichte rund um den afrikanischen Bürgerkrieg ein und die Brutaltiät dieser Mörder lässt dem Zuseher das Lachen im Hals stecken bleiben. Es funktioniert einfach nicht wenn man versucht den Zuseher gleichzeitig mit Stereotypen und B-Movie Aspekten zu unterhalten und ihm nebenbei eine ernste Geschichte erzählen möchte.

Insgesamt lässt man sich nämlich gar nicht auf den Charme des Krokodils ein, sondern drängt besonders im Mittelteil die Jagd nach das Tier in den Hintergrund und setzt ganz auf die Völkermordgeschichte. Das Problem hierbei ist, dass die klischeebeladenen B-Movie Figuren aber immer noch vorhanden sind und man somit diese Story nie ernst nehmen kann. Der Film selbst nimmt sich dafür viel zu ernst und verhindert das Aufkommen von trashigem Charme. Eine Empfehlung kann man so für keinen wirklich geben, da Die Fährte des Grauen nichts Halbes und nichts Ganzes ist und sich der Generemix selbst im Weg steht.

Fazit:
Die Fährte des Grauens versucht gleichzeitig ein Tierhorrorfilm mit B-Movie Elementen und eine kritische Betrachtung der Lage Afrikas zu sein. Wenn man diese Elemente aber so präsentiert wie es hier gemacht wurde, eliminieren sie sich gegenseitig und bieten keinem wirklich viel. Der Film nimmt sich zu ernst um den Zuseher wirklich zu unterhalten und er ist zu lächerlich um vom Zuseher ernst genommen zu werden.

Wertung:
3/10 Punkte

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Liste von shitneyy
Erstellt: 20.05.2015