Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod (2010)

OT: Balada triste de trompeta - 107 Minuten - Krieg / Drama / Komödie
Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod (2010)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 27.04.2012 - Blu-ray-Start: 27.04.2012
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Filmkritik zu Mad Circus - Eine Ballade von Liebe und Tod

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Alex de la Iglesias Film Balada triste de trompeta erlebte eine aufregende Zeit im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig. Zahlreiche Feuilletonkritiker stellten die Frage was denn ein solcher Film im renomierten Wettbewerb von Venedig zu suchen hat. Jurypräsident Quentin Tarantino war jedoch hin und weg. Am Ende gewann Alex de la Iglesias die Preise für die Beste Regie und das Beste Drehbuch. Dank der Viennale bekam auch das heimische Publikum die Gelegenheit den kontroversen Film zu sehen.

Spanien, 1937: Ein Clown (Santiago Segura) wird mitten aus einer Vorstellung heraus für die Armee rekrutiert um die Rebellen niederzuschlagen. Anschließend landet er in Gefangenschaft. 1973 versucht sich sein Sohn Javier (Carlos Areces) selbst als Clown, doch wegen seiner tragischen Vergangenheit kann er nur ein trauriger Clown sein. Der Star des Zirkus ist der brutale aber hoch talentierte Clown Sergio (Antonia de la Torre). Und Javier hat einen Blick auf dessen wunderschöne Freundin Natalia (Carolina Bang) geworfen...

Balada triste de trompeta ist ein eigenwilliger und ganz besonderer Film. Vor allem zu Beginn lässt er sich noch am ehesten als eine Mischung aus Pans Labyrinth und Inglourious Basterds beschreiben, besonders was den Umgang des Films mit der Geschichte betrifft. Speziell in der zweiten Hälfte entwickelt der Film jedoch eine radikal eigenwillige Sprache und lässt sich nicht mehr so leicht in eine Schublade stecken. Balada triste de trompeta wird das Publikum dabei wohl gewaltig spalten und vielen wahrscheinlich gar nicht gefallen.

Besonders der Beginn des Films ist aber schlicht herausragend. Der Anfang im Zirkus, samt dem durchgeknallten Humor und die anschließende absurde Schlacht sind die perfekte Einführung für den Film. Auch der Zeitsprung zum Karrierenbeginn von Javier funktioniert dank der unheimlich dichten Zirkusatmosphäre vortrefflich. Auch das aufgebaute Duell der beiden Clowns um Natalia kann emotional überzeugen und liefert einen guten Rahmen für die vielen kleinen Ideen des Films.

Ab der Hälfte wechselt Alex de la Iglesia jedoch den Stil, verzichtet auf das Zirkusambiente und zieht dafür die Gewaltspirale deutlich an. Ab diesem Moment verliert Balada triste de trompeta leider viel von seiner Faszination. Manche Szenen wie Javiers Rückzug in den Wald sind gar lächerlich. Die Stärke des Films bleibt zwar weiterhin sein enormer Abwechslungsreichtum (von Anfang an scheint der Film nie still zu stehen, sondern definiert sich immer wieder neu) aber die fragwürdigen Entscheidungen häufen sich immer mehr.

Die Charakterentwicklung von Javier, vom introvertiertem Einzelgänger zum kompromisslosen Racheclown funktioniert zum Beispiel gar nicht und auch das ewige Hin und Her von Natalia und die Frage wer nun der "gute" und wer der "böse" Clown (zumindest den Absichten nach) ist nerven etwas. Doch trotz diesen inhaltlichen Problemen in der zweiten Hälfte ist die Bildästhetik von Alex de la Iglesias schlicht umwerfend. Der Film steigert sich in einen visuellen Rausch, der es schafft mitzureissen. Und vor allem wahrt sich Balada triste de trompeta durchgehend eine besondere Aura die den Film auszeichnet.

Fazit:
Balada triste de trompeta überzeugt mit einer fabelhaften Atmosphäre und ist in der ersten Hälfte ein großartiger Film mit viel Potential. In der zweiten Hälfte zieht zwar die Gewaltspirale immer mehr an, aber die Story verläuft sich leider immer mehr. Visuell bleibt der Film aber durchgehend berauschend und er wahrt sich auch eine imponierende Eigenständigkeit. Trotzdem wird Balada triste de trompeta das Publikun wohl in zwei Lager spalten. Vor allem weil Regisseur Alex de la Iglesias sein Konzept mutig und kompromisslos durchzieht.

Wertung:
7/10 Punkte

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