Die verrückte Welt der Ute Bock (2010)

OT: Die verrückte Welt der Ute Bock - 98 Minuten - Dokumentation / Drama
Die verrückte Welt der Ute Bock (2010)
Kinostart: 04.11.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die verrückte Welt der Ute Bock

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Letztes Jahr war Ute Bock noch im Dokumentarfilm Bock for President, von Regisseur Houchang Allahyari, auf der Viennale vertreten, dieses Jahr kehrt Allayahri mit einem Spielfilmprojekt zurück zum größten österreichischen Filmfestival. Ute Bock steht dabei erneut im Zentrum und gewährt einen Einblick in ihr turbulentes Leben. Dabei setzt der Film auf eine Mischung aus Dokumentarfilmeinschüben und gespielten Szenen mit bekannten heimischen Darstellern.

 

Im Büro von Ute Bock ist nie Ruhe. Mitten in der Nach klopft eine Familie an die Tür, die keinen Platz zum Schlafen hat. Man bringt sie schon irgendwo unter und wenn es vorübergehend nur der Boden des Büros ist. Probleme mit der Polizei, die die Ausländer lieber heute als morgen los wäre, gibt es auch täglich und auch etwas seltsamere Fälle schleichen sich ein. Wie zum Beispiel der Polizist, der sich informiert ob es irgendeine Möglichkeit gibt, dass seine afrikanische Frau legal nach Österreich kommt, ohne dass es seine Kollegen merken…

 

An Aktualität mangelt es dem Film sicher nicht, hat doch der Wien Wahlkampf 2010 eindrucksvoll gezeigt, dass es einen großen Bedarf gibt das Thema „Ausländer“ zu verarbeiten. Und auch Ute Bock selbst hat sich mit ihrem Engagement sicher viel Beachtung verdient. Die illustren Darsteller, die sich für den Film die Klinke in die Hand geben zeigen auch, dass die heimische Schauspielprominenz durchaus bereit ist für den guten Zweck einzuspringen (denn man kann ausgehen, dass sie allesamt unter ihrem finanziellen Level gearbeitet haben).

 

Und man muss auch sagen, dass Die verrückte Welt der Ute Bock viel richtig macht. Die abstrakten Probleme des Landes werden auf praktische Beispiele heruntergebrochen, die zeigen, dass hinter allgemeinen Diskussionen in letzter Instanz immer noch ein lebender Mensch mit Gefühlen steht und der Film transportiert diese Emotionen auch auf das Publikum, sodass der Film durchaus in der Lage ist Denkprozesse anzukurbeln und mit dem Thema verantwortungsbewusst umzugehen.

 

Dank den gut aufgelegten Darstellern (besonders Josef Hader und Roland Düringer sind spitze) bewahrt sich der Film aber auch die nötige Spritzigkeit um nicht zur reinen moralisierenden Bekehrung zu werden, sondern auch gut zu unterhalten. Etwas schade ist jedoch, dass man es den Bildern teilweise doch deutlich anmerkt, dass Regisseur Houchang Allahyari eher im Dokumentarfach zuhause ist und deshalb einige Mühe hat die Spielszenen zu inszenieren, was sich in einem etwas holprigen und teilweise gar dilletantischen Stil niederschlägt.

 

Auch lässt der Film eine umfassende Herangehensweise vermissen. Es ist klar aus welchem Lager der Film kommt und wie dieses Lager zu all den Themen die angesprochen werden steht. So treibt man es teilweise mit der Darstellung der Polizei, der Beamten und vor allem der österreichischen Bevölkerung etwas zu weit, da man hier einseitig ins Negative skizziert. Das ändert aber nichts daran, dass Die verrückte Welt der Ute Bock ein sehr unterhaltsamer und berührender Film zu einem wichtigen gesellschaftspolitischen Thema ist, der aufzeigt, dass es bei all den abstrakten Diskussionen rund um Immigration und Co. immer noch um die Menschen geht.

 

Fazit:

Die verrückte Welt der Ute Bock vermischt Spiel- und Dokumentarfilm und sorgt dabei für einen unterhaltsamen und emotional gelungenen Filmabend. Auch zur aktuellen Gesellschaftspolitik hat der Film etwas zu sagen, wenngleich vieles arg einseitig geschildert wird. Auch merkt man dem Film an, dass der Regisseur im Dokumentarfach beheimatet ist, weswegen manche Spielszenen arg holprig sind. Nichtsdestotrotz ist Die verrückte Welt der Ute Bock ein sehr sehenswerter Film geworden.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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