Buried - Lebend begraben (2010)

OT: Buried - 95 Minuten - Thriller / Drama
Buried - Lebend begraben (2010)
Kinostart: 04.11.2010
DVD-Start: 12.04.2011 - Blu-ray-Start: 12.04.2011
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Filmkritik zu Buried - Lebend begraben

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Die Beherrschung des filmischen Raums ist eine ultimative Kunst. Und gerade wenn man es sich zum Ziel setzt eine minimalistische Raumgestaltung zu wahren ist es unbedingt notwendig, dass die restlichen Komponenten des Films perfekt ineinandergreifen. Rodrigo Cortes hat den Ansatz des verengten Raums mit Buried auf die Spitze getrieben. Der Film reduziert sich selbst auf das Innere eines Sarges und gewährt weder dem Hauptdarsteller, noch dem Publikum einen Hauch Bewegungsfreiheit. Das Ergebnis ist ein herausragender, klaustrophobischer Höllentrip, den man sich nicht entgehen lassen sollte.


Lastwagenfahrer Paul Conroy (Ryan Reynolds) wacht auf: Es ist dunkel, es ist eng und er hat keine Ahnung wo er sich befindet. Plötzlich läutet ein Handy, Paul sieht, dass er sich in einem Sarg befindet, die Stimme am Handy verlangt 5 Millionen Dollar Lösegeld in kürzester Zeit oder Paul wird sterben. Nur über das Handy hat Paul die Möglichkeit seine Rettung zu organisieren. Doch die Chancen sind gering. Denn das letzte an das sich Paul erinnert ist, dass er mit dem Lastwagen im Irak unterwegs war und sein Trupp überfallen wurde. Das bedeutet, dass Paul nun irgendwo in der Wüste verscharrt ist...


Buried ist vor allem eins: Enorm konsequent. Und alleine dieser Konsequenz verdankt es der Film auch, dass er von der ersten Sekunde an enorm fesselt. Die wichtigste kreative Entscheidung dabei war es sicherlich, dass es keine einzige Szene gibt, die ausserhalb des Sargs spielt. Genau wie die Hauptfigur ist auch der Zuseher an diesen engen Ort gefesselt. Lediglich durch Handyvideos und Stimmen bekommt man einen Eindruck von der Aussenwelt, doch es gibt keine einzige Einstelung, die das klaustrophobische Ambiente stören würde und “frische Luft” in den Film lässt.


So stauen sich die Emotionen auch als Zuseher von Minute zu Minute mehr auf. Jede Bewegung die Paul im Sarg durchführt, kann man fast am eigenen Leibe nachvollziehen. Man muss sich mehrere Male fast schütteln, um sich von der Enge zu befreien. Wenn Paul Conroy dann nur mit letzter Kraft doch noch eine Drehung in seinem Sarg vollziehen kann, dann meint man fast selbst die einengenden Wände zu spüren. In diesen Momenten wird einem klar wie großartig es Rodrigo Cortes gelungen ist sein Konzept durchzuziehen.


Die Story selbst gibt sich bis auf die Knochen reduziert. Durch die Telefonanrufe bekommen wir einen kleinen Eindruck von Pauls Persönlichkeit und seiner Vergangenheit, durch die Geschichte selbst schimmert auch ein Hauch des Irak-Kriegs hindurch, auch wenn dieser Aspekt in Buried eine völlig untergeordnete Rolle spielt. Denn im Zentrum selbst bleibt nur die Hauptfigur, der Kampf ums Überleben und ein wundervolles, intensives Körperkino, das für den Zuseher nicht nur starrer Konsum ist, sondern sehr nahe geht und das Publikum direkt bei den Urängsten packt. Denn lebendig begraben zu werden gehört wohl bei vielen Menschen zu den größten Ängsten.


Zwar gibt es kleiner Dämpfer, besonders hervorzuheben ist dabei ein etwas gar unnötiger Schlangenbesuch im Sarg, der sich nicht so recht in die Geschichte einfügt, sondern ein Störkörper bleibt, doch ansonsten macht Buried eigentlich alles richtig. Der Film wird zum ultimativen Erlebniskino, zur Spannungbombe in Reinkultur, die keine Gefangenen macht, sondern das Konzept bis zum Ende durchzieht und den Zuseher dabei auf einen temporeichen und intensiven Trip mitnimmt, den wohl niemand so schnell vergessen wird. Buried ist eine der größten Überraschungen die das Kinojahr bisher zu bieten hatte - unbedingt ansehen.


Fazit:

Buried ist der ultimative filmische Klaustrophobietrip. Recht viel enger als es Rodrigo Cortes hier vormacht kann man den filmischen Raum wohl nicht mehr verdichten. Ryan Reynolds überzeugt in einer intensiven Tour de Force, wobei das äußerst seltene Kunststück gelingt die Ängste und Schmerzen der Hauptfigur direkt auf das Publikum zu übertragen. Der Film ist dabei so intensiv, dass man sich öfters beim Durchstrecken ertappt um der Enge zu entfliehen. Lediglich der Besuch einer Schlange im Sarg ist unnötig, doch ansonsten ist Buried ein kompromissloser, fettfreier Film, der bis zum Ende äußerst spannend bleibt. Ganz große Empfehlung.


Wertung:

9/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.2/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 30
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