Durch das Vermischen verschiedener Film- und Musikstile schafft Tarantino in seinen Filmen eine ganz eigene, unverkennbare Atmosphäre, die oft durch die nicht lineare zeitliche Abfolge der einzelnen Szenen unterstützt wird. Er gilt als brillanter Drehbuchautor, der vor allem mit seinen witzigen Nonsens-Dialogen besticht. Kontroverse Reaktionen rufen seine ausführlichen Gewaltdarstellungen hervor, ohne die Tarantino sicherlich nicht den heutigen Bekanntheitsgrad erreicht hätte. Insofern liegt die Vermutung nahe, dass es sich hierbei um ein bewusstes Selbstvermarktungskonzept handelt, das Tabubrüche zur Steigerung der Medienpräsenz ausnutzt.
Tarantino wird der Riege der Autorenfilmer zugeordnet, da er alle wichtigen Aspekte seiner Filme selbst bestimmt, Regie führt und immer auch selbst auftritt (Pulp Fiction, Reservoir Dogs), sich kurz im Hintergrund zeigt (Kill Bill) oder auch nur etwas spricht (Jackie Brown). Weiterhin sind seine Filme oft über bestimmte Dialoge, Markenzeichen oder versteckte Anspielungen miteinander verknüpft. So wird schon in Reservoir Dogs über Pam Grier gesprochen, die fünf Jahre später in Jackie Brown die Hauptrolle spielte. Vic Vega (Michael Madsen) in Reservoir Dogs ist der Bruder von Vincent Vega (John Travolta) aus Pulp Fiction. Zudem gibt es offensichtliche Ähnlichkeiten zwischen dem von Mia Wallace (Uma Thurman) in "Pulp Fiction" beschriebenen Pilotfilm Fox Force Five, in dem sie eine Killerin spielt, und Bills Killerteam aus "Kill Bill". In beiden Fällen heißt die von Uma Thurman gespielte Rolle "Black Mamba", außerdem gibt es viele Ähnlichkeiten in den Eigenschaften der verschiedenen Killerinnen. Auch das Schwert aus "Pulp Fiction", mit dem Butch Coolidge (Bruce Willis) Zed und seinen Kollegen verwundet bzw. tötet, ist ein "Hattori Hanzo" Schwert, welches in Kill Bill eine tragende Rolle übernimmt.

Vorlieben und Retroelemente
In den verschiedenen Filmen werden ganz unterschiedliche Vorlieben von Quentin Tarantino untergebracht. Durch seine Arbeit in einer Videothek wurde er zu einem großen Fan von skurrilen B-Movies und Martial-Arts-Filmen, die er in seinen eigenen Werken häufig zitiert. Außerdem ist er ein großer Fan von Sergio Leones Italowestern, deren Stilmittel er häufig in seinen Filmen einbaut, so z. B. in Kill Bill Vol. 2. Zu seinen Vorbildern zählen Stanley Kubrick, Brian De Palma, Martin Scorsese, Alfred Hitchcock, Sergio Leone und James Best. Meistens reaktiviert er ältere, bekannte Schauspieler wie John Travolta und Michael Keaton oder setzt gar Ikonen für die Filme, auf die angespielt wird, als Hauptdarsteller ein. Das sind z. B. Pam Grier in Jackie Brown oder Sonny Chiba und David Carradine in Kill Bill. Vielen (z. T. ehemaligen) Stars verhilft er so zu einem neuen Popularitätsschub, weil er jede Rolle einprägsam inszeniert. Einen hohen Stellenwert in Tarantinos Filmen hat die Musik. Die Filmmusiken sind geprägt von klaren Gitarrenklängen und einer Mischung aus südkalifornischen, mexikanischen und texanischen Klängen. Klassischer Rock Â’nÂ’ Roll, Surfrock, Tex-Mex, Texas-Blues und Filmmusik, die stark von Ennio Morricone beeinflusst ist, tauchen immer wieder in seinen Filmen auf.
Bekannte Stammschauspieler
Auffällig ist, dass er für seine Regiearbeiten regelmäßig dieselben Schauspieler einsetzt. Besonders bekannt:
* Harvey Keitel (Reservoir Dogs, Pulp Fiction)
* Michael Madsen (Reservoir Dogs, Kill Bill, Sin City)
* Samuel L. Jackson (Pulp Fiction, Jackie Brown, Kill Bill)
* Tim Roth (Reservoir Dogs, Pulp Fiction, Four Rooms)
* Uma Thurman (Pulp Fiction, Kill Bill)
* Bruce Willis (Pulp Fiction, Four Rooms, Sin City)
Weitere Markenzeichen
Neben den wiederkehrenden Darstellern existieren zahlreiche Markenzeichen, die in vielen Tarantino-Filmen auftauchen. Dazu zählen Dinge wie Chevrolets, „Red Apple“-Zigaretten, „Big Kahuna“-Burger, silberfarbenes Klebeband („Tarantino Band“) und diverse Rollennamen; aber auch Stilmittel wie der „mexikanische Schusswechsel“, der obligatorische „Trunk Shot“ (eine Kamera-Einstellung aus dem Inneren eines Kofferraums), unkonventionelle Erzählstrukturen, lange Kamerafahrten und Großaufnahmen.
Ein besonderes Verhältnis hat Tarantino zur Schauspielerin Uma Thurman, die sowohl in Pulp Fiction als auch in Kill Bill Hauptrollen übernahm und die er als seine „Muse“ bzw. „seine Marlene Dietrich“ bezeichnet. Gerade von ihr sind in diesen Filmen Großaufnahmen ihrer Füße zu sehen. Generell kommen in Tarantinos Filmen häufig Nahaufnahmen von mehr oder weniger bekleideten Füßen zum Einsatz, wie z.B. Bridget Fondas Füße in Jackie Brown, oder die Füße von Juliette Lewis und Salma Hayek in From Dusk Till Dawn, die Tarantino selbst in der Rolle des Richard Gecko anstarrt. Ihm wird nachgesagt, er sei Fußfetischist, was durch den Dialog über Fußmassagen in Pulp Fiction noch bekräftigt wird.
Als Lieblingsfilme hat Tarantino dabei häufig die beiden Sleaze-Klassiker Der Tollwütige (wird in Jackie Brown sogar ausschnittweise gezeigt) und Der Killer von Wien, sowie den Italowestern Zwei glorreiche Halunken genannt.
Tarantinos Arbeit besticht durch seine vielen Zitate, die er den Filmen von Sergio Corbucci, Enzo G. Castellari, Sergio Grieco und dem asiatischen Kino entnommen hat. Dabei geht Tarantino so weit, dass er ganze Szenen inklusive der Dialoge aus Filmen wie Django kopiert hat. Bei Puristen hat ihm dies Kritik eingebracht, doch den Protagonisten von damals scheint dies nicht viel auszumachen. So gibt es ein Gerücht, dass Tarantino in dem neuen Western von Castellari in der Anfangsszene von Franco Nero erschossen werden soll. Tarantino soll auf dieses Rollenangebot geantwortet haben: „Von Franco Nero erschossen zu werden? Sofort!“
Filmografie als Regisseur:
* 1985-1987 – My Best Friend’s Birthday
* 1992 – Reservoir Dogs
* 1994 – Pulp Fiction
* 1995 – Four Rooms – nur die Episode „The Man from Hollywood“
* 1997 – Jackie Brown
* 2003 / 2004 – Kill Bill (aufgeteilt in Volume I und Volume II)
* 2005 – Sin City – als „special guest director“
* 2007 - Grind House- nur den 2. Film "Death Proof"
Quelle: Wikipedia.de
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