User-Kritiken von Michael Föls
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Große Enttäuschung!
In Time war für mich eine riesige Enttäuschung. Das Konzept Zeit als Währung ist interessant, wird aber im Detail völlig uninspiriert umgesetzt. Man kann ja schon bei der Voice Over Einführung skeptisch werden: "Blabla, die Zeit ist jetzt die Währung - ist halt so, bitte keine Details fragen..." - und diese uninspirierte Herangehensweise zieht sich durch den ganzen Film: Das System wird absolut nicht näher beleuchtet. Dabei wäre doch gerade dieses das eigentlich interessante am Fim. Die Zeitzonen werden gar nicht erklärt und auch ansonsten scheint sich der Film vor allem dafür zu interessieren langweilige Verfolgungen zu zeigen.
Hinzu kommen zahlreiche unfreiwillig komische Momente, schwach inszenierte Szenen (das Armdrehduell - lächerlicher wird es dieses Jahr wohl nicht mehr) und auch visuell fehlt dem Film jegliches Konzept: In Time spielt offensichtlich weit in der Zukunft, die Welt sieht aber genauso aus wie jetzt (sieht man von kleinen, peinlichen Modifikationen an den Autos ab). Insgesamt doch trashig unterhaltsam, aber wenn man sich die bisherigen Filmen von Andrew Niccol ansieht ist In Time eine riesige Enttäuschung.
Was du nicht siehst
Stellenweise schafft es der Film tatsächlich mit seiner irritierenden Inszenierung Interesse zu wecken, aber leider schafft man es nie die Ansätze zu einem stimmungsvollen Ganzen zu vermengen. Die Kamera von Martin Gschlacht bleibt als das große Highlight in Erinnerung, aber ansonsten haben mich die Fragmente des Films eher ratlos zurückgelassen. Schade, da wäre mehr möglich gewesen - nur die etwas konfus aufgebaute Geschichte und die etwas aufgedrückte Symbolik sorgen doch eher für einen bitteren Nachgeschmack.
Super 8
Der Film beginnt äußerst vielversprechend: Die Stimmung, die Figuren, die Musik - die 80er leben wieder auf der Leinwand. J.J. Abrams scheint wirklich verstanden zu haben was die Abenteuerfilme von damals ausgezeichnet hat - deshalb ist es auch so unverständlich, dass diese Ansätze im letzten Drittel völlig über Bord gekippt werden. Action, Kitsch und viel zu konfuse Effektsequenzen... Schade, Super 8 beginnt äußerst vielversprechend und charmant, bringt die guten Ansätze aber nicht zu Ende.
Der Biber
Ich kann der Kritik eigentlich nur zustimmen: Auch ich hatte das Problem, dass der Film mich viel zu sehr im Unklaren gelassen hat - ist das jetzt lustig, oder traurig? Bereits nach dem Trailer war ich sehr unschlüssig ob Der Biber nun berührend oder peinlich wird und es ist dem Film auch nie gelungen eine eindeutige Antwort zu finden: Stellenweise ist der Film sicher berührend, an anderen Stellen fällt es jedoch schwer die Situation ernst zu nehmen (etwas wenn Mel Gibson mit seiner Handpupper kämpft)...
Bad Teacher
Eine sehr unterhaltsame Komödie mit vielen gelungenen Gags und vor allem einem spielfreudigen Ensemble, das viel Selbstironie zeigt. Sehr witzig, kurzweilig und einfach sehenswert.
Gelungen
Toller Humor, liebevoll gestaltete Charaktere und eine unterhaltsame Geschichte mit vielen Anspielungen. Aus meiner Sicht ist Paul eine auf ganzer Linie gelungene Komödie, die ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann. Ein spaßiger Kinoabend ist garantiert!
Ausser Atem
Nicht nur ein stilbildender Klassiker der Nouvelle Vague, sonder vor allem auch heute noch ein sehr frischer Film. Manche Szenen wirken durch den exzessiven Jump Cut Gebrauch zwar verstümmelt und entfalten nicht die volle Wirkung, an vielen anderen Stellen zeichent sich aber eine Trendwende im Kino ab. Inszeniert ist der Film jedenfalls ausgezeichnet, jedoch fehlt es dem Drehbuch an manchen Stellen an Drive.
High Noon
Ein Klassiker, ein Meisterwerk, ein Film den man gesehen haben muss. Stilbildend für den amerikanischen Western, ein Lehrstück in Bezug auf den Spannungsaufbau und verdammt unterhaltsam.
Eclipse
Die ersten beiden Teile habe ich nicht gesehen, Eclipse war quasi meine Twilight Premiere. Und wie zu erwarten war ist es nicht mein Fall. Ich bin wohl aber auch zu alt und dem falschen Geschlecht zugehörig um meinen Spaß an der Geschichte zu finden.
Last Action Hero
Eine der ganze großen Action-Komödien. Kaum jemand hat die Mechanismen des 80er Jahre Actionkino so gut verstanden wie John McTiernan, der mit Predator und Stirb Langsam selbst zwei Top-Vertreter dieser grandiosen Filmgattung inszeniert hat. Last Action Hero ist eines seiner Meisterwerke. Der Unterhaltungswert ist enorm, Arnie ist selbstironisch wie noch nie und die zahlreichen Gags (die fast alle zünden) zeigen von einem tiefen Verständnis für das Genre. McTiernang geht eine augenzwinkernde Wechselbeziehung mit seinem Publikum ein, und macht sich geschickt über Klischees lustig, die er dabei auch gleichzeitig selbst bedient, da das 80er Jahre Actionkino nun mal so funktioniert. Last Action Hero ist ein grandioser Film, der immer wieder verdammt viel Spaß macht.
Predators
Kurz meine Meinung dazu: Es beginnt wie ein kurzweiliges B-Movie, vor allem beim Kennenlernen der Figuren und der ungewissen Grundsituation. Jedoch wird bald ein durchschnittliches B-Movie daraus, die Action überzeugt wenig, die Handlung ebenso. Am Ende fällt der Film völlig auseinander. Die Atmosphäre ist an manchen Stellen ganz gut, aber insgesamt bietet Predators zu wenig um wirklich zu überzeugen.
Karate Kid
Der Film verfügt über schöne Bilder und einige nette Szenen. Auch die Chemie zwischen Jackie Chan (der mir hier überraschend gut gefallen hat) und Jaden Smith hat gepasst. Das wars aber dann auch schon. Ansonsten vor allem viel pubertierendes Gehabe, eine Menge Klischees und eine recht lange Laufzeit. Das letzte Drittel ist auch wirklich schwach geworden. Ansonsten akzeptabel, aber mehr auch nicht.
Robin Hood
Einige große Probleme des Films können nicht verleugnet werden: Das Drehbuch ist äußerst hölprig und bei so mancher Szene darf man die Logik gerne hinterfragen. Auch schiebt der Film in seinen ernsten Tonfall immer wieder übertriebene Komik ein, was doch seltsam ist. Von großen Gefühlen ist ebenfalls keine Spur... Denkt man an die offensichtlichen Vorbilder (Gladiator und Braveheart), so muss man doch deutliche Abstriche in Kauf nehmen. Ein großer Film ist Robin Hood somit sicherlich nicht. Ehrlich gesagt hätte ich mir von einem Robin Hood Film auch etwas mehr Robin Hood gewünscht, aber gut. Der Ansatz der Vorgeschichte bringt zumindest einen neuen Ansatz rein.
ABER: Trotzdem bleibt der Film verdammt kurzweilig und sehr unterhaltsam. Es macht einfach trotz den zahlreichen Schwächen und Patzern Spaß sich diese Neuinterpretation anzusehen. Ich bereue den Kinogang nicht, und freue mich sogar auf ein mögliches Sequel. Deshalb wäre es auch heuchlerisch den Film niedriger zu bewerten, auch wenn es sehr leicht ist eine niedrige Wertung zu rechtfertigen. Denn Angriffsfläche bietet dieser Robin Hood zur Genüge.
Shining
Ein Film der immer wieder unter die Haut dringt. Kubricks Regie ist die eines wahren Meisters. Er versteht es subversive Bilder zu erschaffen, die sich ins Hirn fressen. Garniert mit einer zutiefst beunruhigenden Musik und einer verschlungenen Kameraführung, die sich sowohl durch die klare Präzision einer Kubrick-Regie, als auch durch dir nicht zu erahnenden, verborgenen Schrecken des Horrorgenres auszeichnet ist The Shining ein Film, der immer wieder fesselt.
Atmosphärisch einzigartig, saugt einen der Film förmlich auf. Und der Kontrast der ruhigen Örtlichkeit, der schlängelnden Kamera und der explosiven Energie die Jack Nicholoson ausstrahlt ist einmalig. Ein Meisterwerk. Ohne Wenn und Aber.
Sexy Beast
"When marimba rhythms start to play
Dance with me, make me sway
Like a lazy ocean hugs the shore
Hold me close, sway me more
Like a flower bending in the breeze
Bend with me, sway with ease
When we dance you have a way with me
Stay with me, sway with me"
Sexy Beast ist ein atmosphärisch herausragender Film, der über weite Strecken von der sengenden Hitze Spaniens profitiert, die der Stimmung und dem Zuseher einheitzt. Emotionen laden sich auf, und dürfen sich in Gestalt eines furiosen Ben Kingsley entladen. Sexy Beast macht Spaß, hinterlässt aber auch einen emotionalen Eindruck, und präsentiert schemenhaft skizzierte Figuren, die im Kopf weiterleben, und in den Gedanken der Zuseher wachsen.
Bereits vom großartigen Prolog an hat mich der Film gepackt, und mit seinem kreativen, "Independent Stil" hat micht der Film ausgezeichnet unterhalten. Und Ray Winstone als ruhiger Koloss, der wie der Felsen zu Beginn langsam ins Rollen kommt und am Ende wieder still steht ist wunderbar. Auch wenn Ben Kingsley hier so viel Energie einbringt, dass alle anderen fast verblassen.
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